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Novemberpogrome von 1938Erinnerung an NS-Opfer

"Erinnern. Gedenken. Mitgehen." steht auf dem Plakat eines Schweigemarsches zum 80. Jahrestag der Novemberpogrome von 1938. Dahinter laufen zahlreiche Menschen. (dpa/Christoph Soeder)
Mit einem Schweigemarsch durch Berlin haben bereits gestern zahlreiche Menschen an die Novemberpogrome von 1938 erinnert. Heute geht das Gedenken weiter. (dpa/Christoph Soeder)

Mit zahlreichen Veranstaltungen wird heute an die Opfer der antijüdischen NS-Pogrome vor 80 Jahren erinnert.

Bundespräsident Steinmeier will im Bundestag eine Rede zum 9. November halten. Zu der Gedenkveranstaltung des Zentralrats der Juden in einer Berliner Synagoge werden Bundeskanzlerin Merkel und weitere Regierungsmitglieder erwartet. Auch in der Frankfurter Paulskirche ist eine Veranstaltung geplant.

Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Knobloch, forderte mehr Engagement gegen Antisemitismus. In Deutschland gebe es viele aufrechte Demokraten. Doch gerade auf der politischen Ebene müssten sie sich lautstark zu Wort melden, um Judenfeindlichkeit anzuprangern, sagte Knobloch dem Berliner "Tagesspiegel". Das vermisse sie. Es brauche endlich einen parteiübergreifenden Aufschrei.

Zudem verlangte Knobloch einen offensiveren Umgang mit der AfD. Die Partei könne ungestraft Dinge von sich geben, die Antisemitismus beförderten und ihn so gewissermaßen gesellschaftsfähig machten.

In Berlin wird heute zudem an den Mauerfall vor 29 Jahren erinnert. Zu der Gedenkveranstaltung mit dem Regierenden Bürgermeister Müller werden auch Schüler aus mehreren europäischen Ländern erwartet.