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NS-Symbole auf KirchenglockenSchwieriger Umgang mit Nazi-Erbe

Wie hier in der Kirche St. Jakob in Herxheim am Berg (Rheinland-Pfalz) wurde auch in der Philipp-Melanchton-Kapelle in Berlin-Rudow eine Bronzeglocke mit Hakenkreuz entdeckt (picture alliance / Uwe Anspach / dpa)
Wie hier in der Kirche St. Jakob in Herxheim am Berg (Rheinland-Pfalz) wurden auch in Kirchen in Mitteldeutschland Kirchenglocken mit Hakenkreuz entdeckt (picture alliance / Uwe Anspach / dpa)

In insgesamt neun evangelischen Kirchen in Mitteldeutschland sind Kirchenglocken mit Symbolen aus der Zeit des Nationalsozialismus gefunden worden.

Nach Angaben des Mitteldeutschen Rundfunks sind es sechs Gotteshäuser in Thüringen und drei in Sachsen-Anhalt. Die genauen Standorte wurden bislang nicht öffentlich gemacht. Laut dem Evangelischen Pressedienst hat sich die Evangelische Kirche Mitteldeutschland, EKM, zusammen mit den betroffenen Gemeinden darauf verständigt, die Glocken schweigen zu lassen, bis abschließend geklärt ist, was mit ihnen passieren soll. Der Oberkirchenrat der EKM, Fuhrmann, erklärte, auf jeden Fall müsse sich die Evangelische Kirche ihrer Geschichte zwischen 1933 und 1945 stellen. In Thüringen gründeten sich 1931 die Deutschen Christen, die die völkisch-rassistische Ideologie des Nationalsozialismus in der evangelischen Kirche einführen wollten. 1934 erklärten sie Adolf Hitler zum Nachfolger Jesu – also dem "Christus der Deutschen".

2018 wurden bereits Kirchenglocken mit Nazi-Symbolen in Berlin-Spandau und Rudow und im pfälzischen Herxheim gefunden.