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"NSU 2.0"-DrohschreibenLinken-Co-Chefin Wissler verlangt Ermittlungen zu möglichem Netzwerk

Janine Wissler bei der Pressekonferenz zu aktuellen politischen Themen im Karl-Liebknecht Haus in Berlin (IMAGO / Future Image)
Janine Wissler ist seit Ende Februar Ko-Vorsitzende der Partei Die Linke (IMAGO / Future Image)

Linkspartei-Chefin Wissler glaubt im Fall der anonymen "NSU 2.0"-Drohschreiben nicht an einen Einzeltäter.

In den allermeisten Fällen gebe es ein Netzwerk, eine Unterstützerstruktur, zumindest einen Austausch oder eine Vernetzung übers Internet, sagte die Politikerin im ARD-Fernsehen. Wissler kritisierte "reflexhaftes Reden von Einzeltätern", das aus vielen Bereichen der rechten Gewalt bekannt sei. Das Umfeld des Verdächtigen müsse jetzt genauer untersucht werden.

Die Co-Vorsitzende der Linken hatte selbst Drohschreiben erhalten, die mit "NSU 2.0" unterzeichnet waren. Gestern wurde in Berlin ein 53-jähriger Mann unter dem dringenden Verdacht verhaftet, seit 2018 Faxe und E-Mails mit Todesdrohungen und rechtsextremen Schmähungen verschickt zu haben. Adressaten waren auch eine Frankfurter Rechtsanwältin und eine Berliner Kabarettistin. Persönliche Informationen über die drei Frauen waren zuvor von Polizeicomputern in Frankfurt und Wiesbaden abgerufen worden.

Diese Nachricht wurde am 05.05.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.