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StartseiteCampus & Karriere''Nur wer selber brennt, kann andere entzünden''06.03.2000

''Nur wer selber brennt, kann andere entzünden''

Professor Hermann Rauhe, dienstältester Hochschulpräsident Deutschlands, wird 70

Am 6. März wird der dienstälteste Hochschulpräsident Deutschlands, Professor Hermann Rauhe von der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg, 70 Jahre alt. Ein Motto von Augustinus habe ihn sein Leben lang begleitet, so Rauhe: "Nur wer selber brennt, kann andere entzünden." Nach dem seinem Abitur sah es gar nicht so aus, als fände er einen Platz im Hochschulbereich: Die Hamburger Musikhochschule lehnte ihn ab, er begann stattdessen eine Ausbildung als Beamter bei der Post. Erst im zweiten Anlauf nahm ihn die Musikhochschule: Klavier, Komposition, Schulmusik, Germanistik und Musikwissenschaft waren seine Fächer, später kamen noch Literatur, Erziehungswissenschaft, Philosophie und Psychologie hinzu. "Das Studium musste ich mir selber finanzieren", erzählt Rauhe. Ein Jurastudium hätten seine Eltern zwar unterstützt, für eine brotlose Kunst wie Musik jedoch gab es kein Geld von zuhause. 1965 wurde er Professor an der Hamburger Hochschule für Musik, seit 1978 ist er Präsident der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Wie ein roter Faden zieht sich das interdisziplinäre Forschen durch seine Arbeit. "Ich habe immer nach interessanten Gebieten zwischen den Wissenschaften gesucht", so Rauhe. Dabei war ihm auch die gesellschaftliche und pädagogische Relevanz der Themen wichtig. Karriere als Selbstzweck bedeute ihm gar nichts, erklärt Rauhe: "Was macht mir Spaß, wo liegen Themen, die mich faszinieren - das war mir immer wichtig. Man muss den Beruf zum Hobby wählen und sich auf das freuen, was man zu tun hat." Als Präsident legte er großen Wert auf den Praxisbezug des Studiums: "Sehenden Auges Arbeitslose auszubilden, halte ich für unverantwortlich." Beim Entwurf der Studienziele müsse man die Berufschancen der späteren Absolventen mitbeachten. "Entsprechend habe ich immer wieder Studiengänge reformiert, ohne mich an Dinge anzupassen, die ich für falsch halte. Dazu habe ich Berufsfeldforschung betrieben und neue Berufsfelder wie Kultur- und Medienmanagement entwickelt."

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