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OECD-BerichtLob für deutsches Gesundheitssystem

Kardiologe und Assistentin bei der Untersuchung eines Herzpatienten. (dpa/Hans Wiedl )
Mit steigenden Gesundheitsausgaben nimmt die Lebenserwartung in den OECD-Ländern zu (dpa/Hans Wiedl )

Deutschland liegt in der neuen OECD-Studie über die Gesundheitssysteme der 35 Mitgliedsländer weit vorn. Die Ausgaben für Gesundheit liegen deutlich über dem Durchschnitt und der Service sei gut. OECD-weit ist die durchschnittliche Lebenserwartung weiter gestiegen. Verantwortlich dafür sind nach Ansicht der Forscher vor allem wachsende Gesundheitsausgaben und eine gesündere Lebensweise.

80,6 Jahre alt werden die Menschen in den OECD-Ländern im Schnitt. Die höchste Lebenserwartung haben sie in Japan und Spanien. Frauen leben im Schnitt gut fünf Jahre länger als Männer, und Menschen mit Hochschulabschluss werden durchschnittlich sechs Jahre älter als jene mit dem niedrigsten Bildungsgrad. Das sind weitere Einzelheiten, die aus dem neuen OECD-Bericht "Gesundheit auf einen Blick" hervorgehen.

Deutschland bei Gesundheitsausgaben auf Rang drei

Deutschland liegt bei den Ausgaben für Gesundheit auf dem dritten Platz. Gut elf Prozent des Bruttoinlandsproduktes fließen hierzulande in das Gesundheitssystem. Nur in der Schweiz und in den USA ist es mehr. Der OECD-Durchschnitt liegt bei neun Prozent. Die Patienten in Deutschland profitieren laut der Studie von relativ geringen Wartezeiten. Auch die Wahlmöglichkeiten, etwa des Arztes, seien viel ausgeprägter als anderswo.

Fast alle OECD-Länder verfügen über eine flächendeckende gesundheitliche Grundversorgung. Darüber hinaus hängt es aber stark vom Einkommen ab. Im Schnitt müssen OECD-Bürger ein Fünftel ihrer Gesundheitskosten selbst bezahlen. Am höchsten sind die Gesundheitsausgaben in den USA. Im Schnitt gab jeder Amerikaner fast 10.000 Dollar für Krankenhausaufenthalte, Arztbesuche, Medikamente oder Pflege aus. Jeder sechste Dollar fließt dort in das Gesundheitssystem.

Zahl der Raucher nimmt ab - Alkoholkonsum steigt

Die häufigsten Todesursachen in den OECD-Ländern sind Herz-, Kreislauferkrankungen und Krebs. Bei beiden Krankheitsbildern ist die Sterblichkeitsrate aber seit 1990 deutlich gesunken. Auch die Zahl der Raucher geht in den meisten OECD-Ländern zurück. 18 Prozent der Erwachsenen rauchen noch täglich, den höchsten Raucheranteil gibt es in Griechenland, Ungarn und der Türkei, den niedrigsten in Mexiko.

Eine Gefahr sieht die OECD im hohen Alkohol-Konsum. Er hat im Vergleich zum Jahr 2000 in 13 der 35 OECD-Länder zugenommen, am stärksten in Belgien, Island, Lettland und Polen. Im vergangenen Jahr waren 30 Prozent der Männer und zwölf Prozent der Frauen mindestens einmal im Monat stark betrunken. Im Schnitt entfielen auf jeden Bürger umgerechnet 100 Flaschen Wein pro Jahr.

Problem Fettleibigkeit

Noch stärker zugenommen hat die Fettleibigkeit. Mehr als die Hälfte der Erwachsenen und jeder vierte 15-Jährige in den OECD-Staaten sind übergewichtig, jeder fünfte Erwachsene gilt als fettleibig. Am größten ist der Anteil in Ungarn, Mexiko, Neuseeland und den USA.

In 21 OECD-Ländern sind mehr als 90 Prozent der Bevölkerung ungesunder Luftverschmutzung ausgesetzt.

(mw/am)

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