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ÖkosystemeEingeschleppte Ratten gefährden Korallenriffe

Graue Doktorfische an den Korallenriffen von Raja Ampat in Indonesien.   (imago / Ocean Photo)
Graue Doktorfische an Korallenriffen (imago / Ocean Photo)

Auf tropischen Inseln entwickeln sich eingeschleppte Ratten offenbar zur indirekten Bedrohung für Korallenriffe.

Das hat ein internationales Forscherteam in einer Untersuchung auf dem Tschagos-Archipel, einer Inselgruppe im Indischen Ozean, festgestellt. Auf den Inseln, auf die Nagetiere eingeschleppt wurden, leben deutlich weniger Seevögel, weil die Ratten deren Eier und Küken fressen. Dadurch können die Vögel eine wichtige Funktion im Ökosystem nicht mehr erfüllen: Normalerweise bringen sie mit ihrem stickstoffhaltigen Kot Nährstoffe auf die Inseln, die aus der Erde ins Meer ausgewaschen werden und dort als Nahrung für Algen, Schwämme und Fische dienen. Vor Inseln mit Ratten gibt es der Studie zufolge ein Drittel weniger Fische als vor Inseln, die nach wie vor rattenfrei sind. Das hat wiederum Auswirkungen auf die Korallenriffe: Wo weniger Fische leben, die abgestorbene Korallen fressen, wird die Selbsterneuerung des Riffes gestört.

Es sollte deshalb ein wichtiges Ziel sein, Ratten auf solchen Inseln wieder auszurotten, um das Ökosystem ins Gleichgewicht zu bringen, schreiben die Forscher.

Diese Nachricht wurde am 14.07.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.