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StartseiteNachrichten vertieftBP droht 14-Milliarden-Dollar-Strafe16.01.2015

ÖlpestBP droht 14-Milliarden-Dollar-Strafe

Der Ölkonzern BP muss wegen der Katastrophe im Golf von Mexiko keine Maximalstrafe von knapp 18 Milliarden Dollar mehr fürchten. Anlass ist das Urteil eines US-Bundesrichters, der die Menge des ausgelaufenen Öls festgelegt hat - danach bemisst sich die Höchststrafe für BP.

Die brennende Ölplattform Deepwater Horizon im April 2010. (picture alliance / dpa / US Coast Guard)
Die brennende Ölplattform Deepwater Horizon im April 2010. (picture alliance / dpa / US Coast Guard)
Weiterführende Information

Deepwater Horizon - Von der Welt vergessen
(Deutschlandradio Kultur, Weltzeit, 08.12.2014)

Deepwater Horizon - Wie das Öl die Korallenriffe im Golf von Mexiko angreift
(Deutschlandfunk, Forschung aktuell, 29.07.2014)

Das Erbe der Ölpest
(Deutschlandfunk, Forschung aktuell, 19.04.2013)

Für wie viel ausgetretenes Öl im Golf von Mexiko kann der Konzern BP verantwortlich gemacht werden? Für 3,19 Millionen Barrel oder umgerechnet rund 507 Millionen Liter. Das ist nun die offizielle Zahl, die juristische Geltung in den USA hat. Bundesrichter Carl Barbier hat sie in New Orleans festgelegt und damit Befürchtungen des Ölkonzerns BP etwas gemildert. Für den Konzern bedeutet diese Zahl, dass er nun mit einer Strafzahlung von gerundet höchstens 14 Milliarden Dollar (rund 12 Milliarden Euro) belegt werden kann.

Die US-Regierung wollte BP für eine deutlich ausgedehntere Verschmutzung verantwortlich machen. Ihrer Schätzung nach ist der Konzern für rund 650 Millionen Liter Rohöl im Golf von Mexiko verantwortlich - die Strafzahlung hätte dann bei 15,4 Milliarden Euro liegen können.

Am 20. April 2010 kam es auf der Bohrinsel "Deepwater Horizon" zu einer Explosion. (picture alliance / dpa-Grafik)Am 20. April 2010 kam es auf der Bohrinsel "Deepwater Horizon" zu einer Explosion. (picture alliance / dpa-Grafik)

Richter Barbier erklärte, BP könne nicht für die gesamte ausgetretene Menge verantwortlich gemacht werden, schließlich hätten die Verantwortlichen nicht während der gesamten Ölpest grob fahrlässig gehandelt. Barbier hatte im September geurteilt, dass mangelnde Umsicht bei den Bohrarbeiten auf der Plattform "Deepwater Horizon" das Unglück auslöste.

Die genaue Strafzahlung für den Ölkonzern wird ab nächster Woche verhandelt. BP hat schon jetzt bereits mehr als 20 Milliarden Euro an Entschädigungszahlungen zugesagt.

Im April 2010 hatte sich auf der Bohrplattform eine Explosion ereignet, bei der elf Arbeiter ums Leben kamen. Die Plattform versank schließlich im Meer. Aus dem Bohrloch traten bis zum Juli Millionen Liter Öl in den Golf von Mexiko aus.

(pr/swe)

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