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StartseiteVerbrauchertippHistorische Fahrzeuge als Hobby und im Alltagseinsatz03.05.2018

OldtimerHistorische Fahrzeuge als Hobby und im Alltagseinsatz

Als Oldtimer gelten Autos, die alter als 30 Jahre sind. Sie bekommen das H-Kennzeichen für historische Fahrzeuge. Und damit sind sie manchmal auch im Unterhalt sehr attraktiv für den Alltagseinsatz - viele Spezialfirmen helfen auch mit Ersatzteilen aus.

Von Bernd Debus

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Ein alter VW-Bus fährt in einer Straße in Berlin im Bezirk Schöneberg. (Wolfram Steinberg / dpa)
Ein alter VW-Bus: Die Reparaturen können teuer sein, Steuern und Versicherungen sind aber oft günstig. (Wolfram Steinberg / dpa)
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Oldtimer und Youngtimer Ein Schatz in der Garage

- "Die modernen Autos, die sehen alle gleich aus. Das sind alles so rundgelutschte Dinger. Keine Ecken, keine Kanten, kein Gesicht."

- "Das hat sehr viel mit Gefühlen zu tun. Für mich hat ein altes Auto auch eine Seele."

- "Der 1200er-Käfer, den habe ich jetzt 21 Jahre. Den werde ich auch niemals abgeben. Der gehört zur Familie."

Es gibt viele Gründe, einen Oldtimer zu fahren. Aber etwas Leidenschaft gehört auf jeden Fall dazu. Offiziell als Oldtimer gelten in Deutschland alle Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind und sich in einem guten Pflege- und Erhaltungszustand befinden. Ist das erfüllt, können die Besitzer ein Nummernschild mit einem 'H' hinter der normalen Zeichenfolge beantragen. Der Vorteil: Mit einem H-Kennzeichen lassen sich ältere Autos sehr günstig versichern. Und bei der Kfz-Steuer gilt ein pauschaler Satz von 191,73 Euro jährlich. Hier können die Besitzer also sparen. Auf der anderen Seite verursachen die Autos aber auch zusätzliche Kosten, erklärt Mario Theissen, Oldtimer-Referent des ADAC:

"Man muss sich darüber klar sein, dass der Wartungsaufwand höher ist als bei einem neuen Auto. Und sollte dann eben selbst in der Lage sein, die eine oder andere Kleinigkeit auch zu erledigen.

Eine eigene Garagen- oder Scheunenwerkstatt ist deshalb praktisch, aber nicht Voraussetzung, um einen Oldtimer fahren zu können:

"Das hat längst nicht jeder und das braucht man auch nicht. Es gibt mittlerweile genügend Spezialisten, die so etwas machen."

Ersatzteile sind meistens kein Problem

Auch für Nachschub an Ersatzteilen ist bei vielen Modellen gesorgt: "Inzwischen ist das Oldtimer-Hobby zu einem richtigen Geschäft geworden. Es gibt also sehr wohl Betriebe, die sich auf die Nachfertigung von Teilen spezialisiert haben."

Grundsätzlich gilt die Regel: Je seltener der Oldtimer, desto länger kann die Suche nach einem bestimmten Ersatzteil dauern. Dafür sind viele der Autos, die in den 70er-und 80er-Jahren massenhaft unterwegs waren, heute für vergleichsweise wenig Geld zu haben und zu unterhalten.

Oldtimer sind deshalb längst kein Hobby nur für Millionäre, sagt der ADAC-Experte: "Die Preise fangen natürlich an bei wenigen 100 Euro, für ein Krümelmonster, dass sie gleich mit dem Besen wegräumen können. Aber sie kriegen sehr wohl fahrtüchtige Oldtimer im Bereich von fünf-, sechstausend Euro."

Mit einem Krümelmonster meint Mario Theissen ein Auto, dem der Rost böse zugesetzt hat. Ein Thema, das Kerstin nicht ganz unbekannt ist. Als sie ihren Opel Kadett B, Baujahr 1974 kaufte, kam der dieser Beschreibung ziemlich nahe:

"Ich fand den toll, weil er rot war. Aber ich wusste auch, es ist eine Menge Arbeit dran. Und wir haben auch wirklich einen ganzen Sommer gebraucht, dass er fahrfähig ist, dass er geschweißt wird, dass er lackiert wird, dass er zum TÜV kommt."

Wer sich, anders als Kerstin, nicht mit alten Autos auskennt, sollte zum Oldtimerkauf unbedingt jemanden vom Fach mitnehmen, um Enttäuschungen und teure Fehlkäufe zu vermeiden. Solche Leute findet man, gegen Bezahlung, in Oldtimer-Werkstätten oder, wenn man nett fragt, in Oldtimer-Internetforen.

Kerstins Opel Kadett parkt vor der Tür. Er hat kleine Macken im Lack und ist etwas staubig. Aber das stört sie nicht. Schließlich soll der Wagen ja nicht nur nett aussehen:

"Den habe ich jetzt fünf Jahre und fahre damit jeden Tag zur Arbeit. Perfektes Alltagsauto."

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