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StartseiteVerbrauchertippKeine Pestizidrückstände mehr und meistens lecker29.01.2020

Olivenöle im TestKeine Pestizidrückstände mehr und meistens lecker

Die Stiftung Warentest hat 28 Olivenöle nativ extra untersucht. Pestizidrückstände konnten entgegen früherer Tests nicht mehr nachgewiesen werden. Ein Drittel der getesteten Olivenöle erhielt ein gutes Ergebnis - auch Produkte vom Discounter. Ein Olivenöl jedoch fiel besonders negativ auf.

Von Dieter Nürnberger

Regal im Supermarkt mit verschiedenen Olivenöl-Flaschen (picture alliance / dpa/ Lars Halbauer)
Besonders Olivenöle mit Bio-Siegel schlossen beim Test gut ab (picture alliance / dpa/ Lars Halbauer)
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Gleich zu Beginn eine gute Nachricht: Der Handel verkauft heute meist bessere Olivenöle als früher - zumindest wenn man die Ergebnisse der Stiftung Warentest zugrunde legt. Birgit Rehlender kümmert sich bei der Stiftung um Lebensmittel.

"Wir haben 28 native Olivenöle extra untersucht. Und ein Drittel hat mit einem guten Gesamtergebnis abgeschnitten. So ein gutes Ergebnis hatten wir lange nicht mehr. Meistens war es so, dass die Produkte sensorisch - also: geschmacklich - fehlerhaft waren. Aber das ist hier die Ausnahme."

Trotz besserer Gesamturteile zweimal "mangelhaft"

Diesmal wurden auch keine Pestizidrückstände mehr nachgewiesen. Doch trotz eines besseren Gesamteindrucks gab es in Einzelfällen auch schlechte Beurteilungen: beispielsweise zweimal mangelhaft:

"Das 'Filippo Berio' war sensorisch mangelhaft, es hatte geschmackliche Fehler, es schmeckte ranzig und oxidiert. Zudem hatte es auch eine deutliche Belastung mit Schadstoffen. Und das mallorquinische Öl 'Solivellas' war deutlich mit Mineralölkohlenwasserstoffen und mit Weichmachern belastet. Und mit den mineralischen Kohlenwasserstoffen sogar hoch belastet. Diese sind potenziell krebserregend und deshalb hat das Öl auch am schlechtesten abgeschnitten."

Geschmacklich gehörte das eher teurere "Solivellas"-Produkt sogar zu den besseren im Test. Es wird sogar von einem bekannten Fernsehkoch beworben. Das Produkt trug zudem ein EU-Herkunftssiegel, was bei vorausgegangenen Untersuchungen meist mit guter Qualität einherging. Als bessere Verbraucherorientierung stellte sich diesmal aber das Bio-Siegel heraus. Warentesterin Birgit Rehlender:

"Neun Öle in unserer Untersuchung tragen ein Bio-Siegel. Keines schneidet schlechter als befriedigend ab. fünf sind sogar gut. Also ist Bio diesmal eine gewisse Garantie dafür, ein gutes Öl zu bekommen."

Die Olivensorte und der Erntezeitpunkt entscheiden über den Geschmack des Olivenöls (picture-alliance / dpa / Christian Volbracht)Traditionelle Olivenernte in Portugal (picture-alliance / dpa / Christian Volbracht)

Es kommt auf die Olivensorte und den Erntezeitpunkt an

Als entscheidend für ein geschmacklich gutes Olivenöl nativ extra gelten die Olivensorte und der Erntezeitpunkt. Ein hoher Preis hingegen bürgt nicht immer für eine gute Qualität. In der Untersuchung vorn lagen zwar mit "Castillo de Canena" und  "Soler Romero" auch zwei hochpreisige Produkte für 45 beziehungsweise 31 Euro je Liter, die geschmacklich punkten konnten. Doch auch im Supermarkt oder Discounter gibt es einige Öle mit guter Standardqualität, etwa von "Aldi", oder "Lidl". Oft sogar in Bio-Qualität. Preis pro Liter: Etwas mehr als sechs Euro.

Mozzarellakugeln, Tomatenscheiben und Basilikumblätter liegen auf einem weißen Teller. (picture-alliance/ dpa / Andreas Keuchel)Olivenöl sollte in der Ernährung eine wichtige Rolle spielen, denn das Öl kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugen (picture-alliance/ dpa / Andreas Keuchel)

Olivenöl ist gut für das Herz-Kreislauf-System

Fazit der Stiftung Warentest: Wohl dank besserer Qualitätskontrollen konnten in dieser Untersuchung gleich mehrere Olivenöle der höchsten Güteklasse gute Qualitätsurteile erreichen. Und gesund sind Olivenöle ohnehin, so Birgit Rehlender, zumindest wenn sie frei von Schadstoffen sind.

"Olivenöl hat einen hohen Anteil an Ölsäure. Das ist eine einfach ungesättigte Fettsäure. Und wenn in der Ernährung die gesättigten Fettsäuren - etwa aus tierischen Fetten und Ölen - durch Ölsäure ersetzt werden. Dann kommt das unserem Herz-Kreislauf-System zugute. Denn das schlechte LDL-Cholesterin wird dadurch vermindert."

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