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StartseiteSport AktuellElektroschrott für die Medaillen28.03.2018

Olympia 2020Elektroschrott für die Medaillen

6 Gramm Gold. So viel Edelmetall muss eine olympische Goldmedaille mindestens enthalten. Das sind die Auflagen des Internationalen Olympischen Komitees. Tokio, der Gastgeber der Olympischen Sommerspiele 2020, will alle 5000 Gold-, Silber- und Bronzemedaillen aus speziellen Materialien herstellen.

Von Leonie Hammerstein

Die Goldmedaillen der Doppelsitzer-Rennrodler Wendl und Arlt. (picture alliance / dpa / Nicolas Armer)
Für viele Athleten das Objekt der Begierde: Olympische Goldmedaillen (picture alliance / dpa / Nicolas Armer)
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Smartphones, Kameras, Computer und andere gebrauchte digitale Geräte: Sie alle sollen zu olympischen Medaillen werden. Vor knapp einem Jahr startete die Aktion. Die Organisatoren von Tokio 2020 stellte im ganzen Land Sammelcontainer auf - und riefen die Japaner dazu auf, ihren Elektroschrott zu spenden.

Doch bisher ohne den erwarteten Erfolg: Wie die Nachrichtenagentur Kyodo berichtet, reichen die bisher gesammelten Materialien noch lange nicht für die acht Tonnen Edelmetall, die für die 5000 olympischen Medaillen gebraucht werden. Deshalb stellten die Veranstalter heute Morgen vor rund 3000 Postfilialen in ganz Japan weitere Sammelboxen auf.

Tokio will ein umweltfreundlicher Gastgeber sein

Mit dem Projekt wolle man die Nachhaltigkeit fördern und das Gefühl der direkten Beteiligung an den Spielen von Tokio 2020 stärken, sagte Tokyos Gouverneurin Yuriko Koike zu Beginn der Aktion.

Ein indigoblaues japanisches Karomuster aus unterschiedlich großen Rechtecken auf weißem Grund, die im Kreis angeordnet sind. (imago sportfotodienst)Das Organisationskomitee der Spiele hat mit steigenden Kosten zu kämpfen. (imago sportfotodienst)

Tokio will sich als umweltfreundlicher Gastgeber profilieren: Autos und Busse mit Brennstoffzellantrieb sind in Planung. Auch das olympische Dorf soll während der Spiele seinen Strom aus Brennstoffzellen beziehen.

Aktion soll helfen, die Kosten zu senken

Aber nicht nur das: Seit Sommer 2016 müssen die Organisatoren von Tokio 2020 einen rigiden Sparkurs verfolgen. Nachdem man bei der Bewerbung mit einem Budget von knapp sechs Milliarden Euro plante, wurde 2016 zeitweise befürchtet, dass sich die Gesamtkosten der Spiele vervierfacht hätten.

Mittlerweile wird mit einem Etat von 10,6 Milliarden Euro gerechnet. Da Japan selbst nur über relativ wenige Mineralrohstoffe verfügt, sollen die recycelten Medaillen auch das tun: Kosten senken. Ob das wirklich den erhofften Effekt erzielt, bleibt aber abzuwarten.

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