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StartseiteSport am WochenendeSchwedens Hoffnung auf die Spiele16.02.2019

Olympia 2026Schwedens Hoffnung auf die Spiele

Für die Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2026 sind nur noch zwei Kandidaten im Rennen: Cortina d´Ampezzo in Italien und Stockholm. Es wäre allerdings unklug, nur von der aktuellen Ski-WM in Åre darauf zu schließen, dass Schweden ein geeigneter Olympia-Gastgeber sein könnte.

Von Erich Wartusch

Die norwegische Snowboarderin Silje Norendal im Sprung beim Slopestyle-Wettbewerb vor den Olympischen Ringen. (dpa / AP / Patrick Semansky)
Die Entscheidung über die Olympischen Spiele 2026 fällt das IOC im Juli. (dpa / AP / Patrick Semansky)
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Zum achten Mal bewirbt sich Schweden um die Olympischen Winterspiele, ausgerichtet hat sie das Land noch nie. Alfons Hörmann, Präsident des DOSB, gibt dem Land dennoch gute Chancen:

"Es wird ja viel darüber diskutiert, dass der Sport insbesondere im Winter wieder ein stückweit mehr in die Regionen heimkehren sollte, wenn es um olympische und paralympische Spiele geht, in denen der Wintersport zuhause ist. Und ich denke, dass Schweden zweifelsohne ein solches Land mit hoher Tradition ist."

Düsseldorf: Alfons Hörmann, Präsident DOSB, spricht nach seiner Wiederwahl auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes. (Guido Kirchner/dpa/picture-alliance)Alfons Hörmann, Präsident des DOSB. (Guido Kirchner/dpa/picture-alliance)

Und genau diese Wintersport-Tradition wollen die Schweden in den Mittelpunkt ihrer Bewerbung stellen. da macht es gar nichts, dass der Ort, an dem die alpinen Ski-Wettbewerbe stattfinden sollen, Åre, nah an der Grenze zu Norwegen, nur 1400 Einwohner hat. Das sagt zumindest Tomas Fogdö, ehemaliger schwedischer Skirennläufer:"Åre, das kann das Gefühl eines alten ehrwürdigen Skiortes wecken. Das mag ich. Und natürlich werden viele Leute hierherkommen. Das wird ein richtiges Volksfest werden."

Von einem Volksfest war die Ski-WM weit entfernt. Zu manchen Disziplinen kamen nur einige hundert Zuschauer. Die Gegend ist dünn besiedelt. Die anderen für Olympia geplanten Wettkampforte in Schweden sind hunderte Kilometer entfernt, Rodeln und Bob würden sogar in Lettland stattfinden – einer der großen Kritikpunkte der Bewerbung:

"1992 in Albertville waren das ja auch so lange Distanzen zwischen den Orten und es kam kein so richtiges Olympisches Dorf-Gefühl auf. Aber wenn man die weltweiten Herausforderungen sieht, z.B. den Klimawandel, dann ist es notwendig, etwas zu verändern. Ansonsten hätte ein kleines Land wie Schweden nie mehr die Chance, olympische Spiele auszurichten."

Ein Olympia der weiten Wege

Bei den Verantwortlichen der Bewerbung für 2026 hofft man, dass im Internationalen Olympischen Komitee ein Meinungswechsel stattfindet – und ein Olympia der weiten Wege dort nicht negativ gesehen wird, meint Alfons Hörmann:

"Thomas Bach hat ja nicht ohne Grund rund um die Agenda 2020 genau diese Option eröffnet. Wenn man es unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit sieht, wenn man es unter dem Aspekt des Bewahrens der Traditionen, gerade auch im Wintersport sieht, dann ist es sicher richtig. Für Besucher und für all diejenigen, die in der Organisation sind, stellt natürlichen stark dezentrales Konzept eine große Herausforderung dar."

Richard Brisius, Chef der Stockholmer Bewerbung, verweist auf die Nachhaltigkeit auch in anderer Hinsicht: "Das ist eine einzigartige Möglichkeit hier in Schweden, denn wir haben in den vergangenen Jahrzehnten die Infrastruktur, die Stadien und die Hotels gebaut, die für die Spiele gebraucht werden. Und damit folgen wir auch der olympischen Agenda 2020, die unter anderem besagt, dass nichts Neues gebaut werden soll."

Ski-WM in Åre jedenfalls konnte nicht überzeugen

Doch die Unterstützung für die Bewerbung ist in Schweden dennoch nicht besonders groß. Die Politik hält sich auffallend zurück, die Umfragen bei der Bevölkerung sind eher negativ. Obwohl es heißt: die Spiele werden komplett privat finanziert, der Steuerzahler soll nicht belastet werden.

"Wenn die Spiele dann stattfinden, ich denke, das zeigt in aller Regel die die Erfahrung, dann wächst auch dort die Begeisterung, die man braucht. Wohlwissend, das haben wir zuletzt auch wieder in Südkorea gesehen, dass die Sportarten, die in einem Land hohe Tradition haben, in aller Regel dann besser besucht sind als die, die vielleicht nicht so ganz zuhause sind." Das ist die Hoffnung des DOSB-Präsidenten.

Die Ski-WM in Åre jedenfalls konnte nicht gerade überzeugen, was auch an den großen Wetterproblemen lag. Wolfgang Maier, Alpinchef des DSV: "Das ist sicher jetzt hier eine WM der Extreme. Prinzipiell Olympische Winterspiele mal wieder in Europa stattfinden zu lassen, ist sicher auf jeden Fall unterstützenswert. Es muss jetzt nicht immer so extrem sein wie in diesem Jahr. Man hat auch hier schon sehr gute Veranstaltungen durchführen können."

Spiele im Zeichen der Nachhaltigkeit 

Wenigstens organisatorisch hat die WM schon mal eine Richtung gezeigt, in die es dann auch bei Olympia gehen soll: Hunderte freundlicher Helfer, ein Schwerpunkt auf Recycling, geringer Papierverbrauch, Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Ski-Olympiasiegerin Anja Pärson sieht das als großes Plus für die Entscheidung, wer die Spiele 2026 ausrichten darf:

"Schweden als Veranstalterland ist sehr fleißig. Man stellt an das Land aber auch aus Erfahrung extrem hohe Anforderungen. In anderen Ländern werden alle Bauwerke für Großveranstaltungen kaum fertig. Hier sollte das nicht passieren."

Ein aktueller Ski-Superstar hat sich auch schon klar positioniert: Die US-Amerikanerin Mikaela Shiffrin sagte in einem Zeitungsinterview, sie will angesichts der Wetterkapriolen keine Olympischen Spiele in Schweden. Die Entscheidung fällt das IOC im Juli.

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