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Olympische Spiele 2020Flaggenstreit zwischen Südkorea und Japan

In imperialen Marine-Uniformen zeigen japanische Veteranen des Zweiten Weltkriegs die Flagge des Kaiserreichs.  (dpa / picture alliance / Kazuhiro Nogi)
Umstrittene Flagge: Südkorea will das Hissen der japanische Fahne bei Olympia 2020 verhindern. (dpa / picture alliance / Kazuhiro Nogi)

Südkorea will verhindern, dass Japan bei den Olympischen Spielen in Tokio die "Flagge der aufgehenden Sonne" hissen darf.

Das südkoreanische Sportministerium hat einen Brief an das Internationale Olympische Komitee geschrieben, in dem es heißt, man sei enttäuscht darüber, dass die Flagge während der Wettbewerbe im nächsten Jahr gezeigt werden solle.

Südkorea sieht in der Flagge ein Symbol für das militaristische Japan

Die Fahne wird seit 1954 an nationalen Feiertagen oder bei Sportveranstaltungen gehisst. In dem Brief wird darauf verwiesen, dass der Fußball-Weltverband FIFA die Nutzung der Flagge untersagt habe.

Anders als die offizielle Fahne, die einen mittig angeordneten, großen roten Kreis zeigt, ist bei der kritisierten Flagge der rote Kreis von 16, ebenfalls roten, Strahlen umgeben. Südkorea betrachtet sie als Symbol des militaristischen Japans und der Kolonialisierung der koreanischen Halbinsel von 1910 bis 1945. Die "Flagge der aufgehenden Sonne" wurde vom japanischen Kaiserreich genutzt. Nach der Kapitulation wurde sie 1954 mit dem Aufbau der Selbstverteidigungstruppen reaktiviert.

Angespannte Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Südkorea und Japan sind seit dem vergangenen Jahr angespannt. Der Oberste Gerichtshof forderte damals in einem Urteil, dass japanische Unternehmen Schadenersatz für ehemalige Zwangsarbeiter während des Zweiten Weltkriegs zahlen müssen. Japan sieht das Thema durch einen Vertrag von 1965 als erledigt an. Inzwischen strich die Regierung in Tokio Südkorea von der Liste der bevorzugten Handelspartner. Seoul erwägt nun seinerseits, Handelsprivilegien für Japan zu streichen.