Die Nachrichten
Die Nachrichten

One Planet SummitDeutschland stellt knapp ein Drittel der Land- und Meeresflächen unter Schutz

Blick aufs Meer vom mit 65,3 Metern höchsten Leuchtturm Deutschlands in Campen, Deutschland, Niedersachsen, Ostfriesland. (picture alliance / Blickwinkel)
Wattenmeer bei Campen (picture alliance / Blickwinkel)

Deutschland hat sich bereiterklärt, bis zum Jahr 2030 jeweils 30 Prozent der Land- und Meeresflächen unter Schutz zu stellen. Das gab Bundeskanzlerin Merkel auf dem teils digital abgehaltenen "One Planet Summit" in Paris bekannt. Mit dem Bekenntnis tritt die Bundesregierung der High Ambition Coalition for Nature and People bei, einer Staatenallianz von mehr als 50 Regierungen.

Die Koalition will erreichen, dass der Naturschutz auf dem Land und im Meer für fast ein Drittel der Erde bis 2030 erreicht wird. Merkel rief auch andere Staaten dazu auf, sich der Allianz anzuschließen. Sie betonte, die Anstrengungen müssten verstärkt werden, um die biologische Vielfalt zu wahren. Fankreichs Präsident Macron, der die internationale Konferenz zusammen mit der UNO und der Weltbank initiiert hatte, kündigte an, sein Land wolle das gesetzte Ziel schon im kommenden Jahr einhalten.

Nachhaltigkeit und Sicherheit

Außerdem kündigte Macron an, dass die internationale Gemeinschaft rund zwölf Millarden Euro in der Sahelzone investieren will. Es geht um die Planzung von Bäumen über tausende Kilometer hinweg. Mit dem Vorhaben "Grüne Mauer" soll die Ausbreitung der Sahara und somit die Wüstenbildung gestoppt werden. Der jetzige Beschluss sei eine "Beschleunigung einer 15 Jahre alten Initiative", sagte Macron.

Macron betonte, die Sicherheit und Stabilität dieser Region sei nicht nachhaltig, wenn den Menschen dort keine Zukunft geboten werde. Deshalb müssten auch Arbeitsplatze geschaffen werden und sichergestellt sein, dass die Menschen in der Region genügend Essen hätten. "Die Vertreibung der Bevölkerung, die Krisen und die Pandemie haben das, was der Terrorismus der ganzen Region angetan hat, noch verschlimmert."

Frankreich ist in Westafrika im Einsatz gegen Islamistenmilizen. Das Land Mali ist dabei ein Schwerpunkt. In den Staaten der Sahelzone - einem Gebiet, das sich südlich der Sahara vom Atlantik bis zum Roten Meer erstreckt - sind zahlreiche bewaffnete Gruppen aktiv. Einige haben Terrorgruppen die Treue geschworen.

Kritik von Fridays for Future

Thema der Online-Konferenz, an der neben Macron und Merkel auch der britische Premier Johnson, Prinz Charles, UNO-Generalsekretär Guterres und EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen teilnahmen, waren die Themen Biodiversität und der Schutz von Ökosystemen.

Die führende Repräsentantin der Umweltbewegung "Fridays for Future", Greta Thunberg, warf den Staats- und Regierungschefs leeres Gerede vor. Damit werde nur Jahrzehnten der weiteren Umweltzerstörung der Weg bereitet, schrieb sie auf Twitter.

Diese Nachricht wurde am 14.01.2021 im Programm Deutschlandfunk gesendet.