Donnerstag, 18.07.2019
 
Seit 00:05 Uhr Fazit
StartseiteVerbrauchertippSichere Überweisung ohne TAN?25.04.2019

Online-BankingSichere Überweisung ohne TAN?

Online-Überweisungen gehen bei manchen Banken inzwischen noch schneller. Denn in bestimmten Fällen verzichten die Geldinstitute jetzt auf die sonst übliche Bestätigung jeder Überweisung durch eine Transaktionsnummer. Doch es gibt Limits beim Banking ohne TAN.

Von Stefan Römermann

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Mann mit Kapuzenpullover sitzt im Schatten eines Tunnels an einem Laptop (imago / Jochen Tack)
Beim Online-Banking soll das Risiko, Opfer von Betrügern zu werden, gering gehalten werden (imago / Jochen Tack)
Mehr zum Thema

Direktbank N26 Erfolg und Risiken des "Smartphone-Bankkontos"

Digital Detox Ein Digital Native im Selbstversuch

Girokonten für Jugendliche Wenn das Kind ein Konto bekommt

Eigentlich soll die Transaktionsnummer oder TAN das Online-Banking sicherer machen: Selbst wenn Internet-Kriminelle die Zugangsdaten für ein Konto ausgespäht haben, können sie damit nur den Kontostand und die bisherigen Umsätze anschauen.

Für Überweisungen muss schließlich in den meisten Fällen zusätzlich noch eine Transaktionsnummer eingeben werden, beispielsweise von einer gedruckten TAN-Liste auf Papier oder als "mobile TAN" - zugestellt per SMS aufs Handy. Jede dieser TANs ist nur einmal gültig und verfällt danach. Das soll zusätzliche Sicherheit garantieren.

Inzwischen verzichten viele Banken aber zumindest bei kleinen Beträgen auf die separate Eingabe einer TAN, sagt Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen.

"Man hat 30 Euro pro Überweisung hier als Schwelle erst einmal festgesetzt. Man kann allerdings mehrere Überweisungen hier hintereinander weg tätigen, bis zu fünf Überweisungen."

Für die nächste Überweisung ist dann in jedem Fall wieder die Eingabe einer Transaktionsnummer nötig - selbst wenn es dabei dann nur um ein paar Cent geht. Manche Banken begrenzen außerdem die maximale Summe die hintereinander ohne TAN überwiesen werden kann auf 100 Euro.

Eine gewisse Bequemlichkeit

Für Bankkunden ist der Verzicht auf die ständige TAN-Abfrage durchaus praktisch, vor allem wenn sie häufiger kleine Beträge überweisen, sagen Verbraucherschützer.

Viele betroffene Bank-Kunden wurden über diese Änderung aber offenbar nicht ausreichend informiert, sagt Verbraucherschützerin Heyer - und wünscht sich hier eine bessere Aufklärung der Kunden.

"Dass erstmal die Verbraucher transparent und umfänglich informiert werden über dieses neue Verfahren. Und letztendlich, dass sie eine Wahlmöglichkeit haben, sich aktiv dafür oder dagegen zu entscheiden."

Denn der einzelne Kunde hat bisher keine Möglichkeit, die TAN-Abfrage für seinen Online-Banking-Zugang selbst festzulegen. Ob auch bei kleinen Überweisungen jedes Mal eine TAN angefordert wird, entscheidet letztlich die Bank für alle ihre Kunden.

Letztlich ist das Ganze eine Frage der Kundenfreundlichkeit, sagt Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken.

"Es wird also abgewogen: Sicherheit ist ganz wichtig. Aber es muss auch noch gewisse Bequemlichkeit da sein oder dem Kunden ein gewisser Komfort geboten werden."

Immer wieder Streit um Sorgfaltspflicht

Einige Institute erlauben ohne TAN neben den bereits erwähnten Überweisungen von Kleinbeträgen bis 30 Euro auch Überweisungen in unbegrenzter Höhe auf eigene Unterkonten bei der gleichen Bank. Also zum Beispiel vom eigenen Girokonto auf das eigene Tagesgeldkonto oder umgekehrt. Das Risiko ist auch hier beschränkt, denn Geld bleibt ja auf den eigenen Bankkonten.

Und selbst, wenn es doch zu Betrügereien kommen sollte, sei für Kunden das Risiko beim Online-Banking ja grundsätzlich gering, sagt Banken-Sprecherin Beller.

"Man kann sagen, dass das Haftungsrisiko für den Kunden wirklich auch schon stark beschränkt ist. Wird der Kunde Opfer eines Betrugs, dann ist seine Haftung immer auf maximal 50 Euro begrenzt. Wenn er eben selbst auch seine Sorgfaltspflichten eingehalten hat."

Gerade um die Frage, ob der Kunde tatsächlich seine Sorgfaltspflichten eingehalten hat, gibt es allerdings immer wieder Streit. In solchen Fällen sollten sich Kunden dann Hilfe beim Rechtsanwalt oder den Verbraucherzentralen holen oder sich an die unabhängige Schlichtungsstelle für die jeweilige Bankengruppe wenden, rät Verbraucherschützerin Heyer.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk