Freitag, 16.11.2018
 
Seit 14:30 Uhr Nachrichten
StartseiteVerbrauchertippWoran man einen "Fake-Shop" erkennt02.11.2018

Online-HandelWoran man einen "Fake-Shop" erkennt

Während Umweltschützer vor den ökologischen Folgen warnen, die durch den Versand von Online-Bestellungen entstehen, warnen Verbraucherschützer vor dubiosen Internet-Shops. Kunden sollten vor allem darauf achten, wie sie Rechnungen bezahlen - damit sie ihr Geld im Zweifel zurückbekommen.

Von Peter Dickmeyer

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Der Mousezeiger eines Computers zeigt  auf einer Seite des Internet-Handels von Amazon auf die Funktion Einkaufswagen (dpa / Carsten Rehder)
Gibt es ein sinnvolles Impressum? Steht dort eine deutsche Telefonnummer? Und welche Zahlungsmethoden werden angeboten? Darauf sollten Verbraucher achten. (dpa / Carsten Rehder)
  • E-Mail
  • Teilen
  • Tweet
  • Drucken
  • Podcast
Mehr zum Thema

Onlinehandel versus Einzelhandel Mehr Sofa statt City

Online-Marktplatz für Selbstgemachtes Abschied von Dawanda

Online-Geldgeschäfte Lockangebote mit hohen Renditen

Wer im Internet per Vorkasse zahlt, der geht ein Risiko ein. Denn hier werden Geld und Ware nicht Zug um Zug ausgetauscht, wie in einem realen Geschäft. Statt dessen muss der Käufer darauf vertrauen, dass der Verkäufer die Ware auch wirklich abschickt. Ein Vertrauen, dass auch schon mal enttäuscht werden kann, wie die junge Mutter Andrea Nolan feststellen musste.

"Ja, da hab ich dann lang gewartet, dass ich mal ein Reaktion bekomme. Aber letztendlich kam nichts. Und bezahlt hatte ich, aber habe keine Ware erhalten."

Achtung Vorkasse!

Tatsächlich laufen die meisten Betrügereien im Online-Handel nach diesem Muster ab: Es wird was bestellt und per Vorkasse bezahlt. Danach wartet der Kunde auf die Ware. Und mit zunehmender Wartezeit setzt sich so langsam die Erkenntnis durch, dass man wohl einem Betrüger aufgesessen sein könnte.

"Das ist die schlimmste Zeit überhaupt. Weil man wartet und wartet und wartet … und es tut sich nichts.

Und bis man dann realisiert hat, es tut sich wirklich gar nichts, da vergehen dann schon mal ein paar Tage. Das war nicht schön."

Und der Grund dafür, weshalb Michelle Jahn von der Verbraucherzentrale NRW vom Kauf per Vorkasse eher abrät.

"Es ist so, wenn sie im Internet kaufen, schließen sie Kaufverträge ab. Das heißt, der Verkäufer ist verpflichtet, ihnen die Ware zu überlassen und Sie sind verpflichtet, den Kaufpreis zu zahlen. Wenn sie jetzt vorab zahlen, haben sie das Risiko, die Ware hinterher noch zu bekommen. Natürlich können sie wegen des Kaufvertrages gegen den Verkäufer vorgehen – auch gerichtlich – nur tragen sie dann als Verbraucher auch das Prozessrisiko."

Das bedeutet, dass die Kosten eines Mahn- oder Gerichtsverfahrens erst mal auch zu Lasten des Verbrauchers gehen. Im schlimmsten Fall bleibt der dann auf auch diesen Kosten sitzen. Zum Beispiel wenn der Händler nicht aufzuspüren ist oder bei ihm nicht gepfändet werden kann.

Deutlich besser sieht es beim Bezahlen per Lastschrift-Einzugsverfahren aus. Hier haben die Kunden acht Wochen Zeit, um einer Abbuchung zu widersprechen und sich das Geld zurück zu holen. Beispielsweise wenn die Ware nicht geliefert wurde. Ähnliche Sicherheiten bieten auch einige Kreditkarten-Unternehmen.

Sichere Zahlmethoden garantieren Seriosität

"Oder am allerbesten, Kauf auf Rechnung. Bedeutet also, sie bekommen erst die Ware. Dann bekommen sie eine Rechnung. Und dann zahlen sie."

Wenn ein Online-Shop diese Möglichkeit erst gar nicht einräumt, oder es extrem schwer gemacht wird, weil man dafür zusätzliche Gebühren verlangt, ist Vorsicht geboten. Denn das ist ein typisches Indiz dafür, dass es sich um einen sogenannten "Fake-Shop" handelt könnte. Solche Läden drängen ihre Kunden dazu, Ware per Vorkasse zu bezahlen.

Und deshalb sollte man gerade bei kleinen, unbekannten Läden, mit denen man noch nie zu tun hatte, vorab kein Geld überweisen. Denn steckt wirklich ein Betrug dahinter, ist davon auszugehen, dass man sein Geld nie wieder sieht.

Um sich vor Schaden zu schützen, rät Michelle Jahn, sich die Website etwas genauer anzuschauen: Gibt es ein sinnvolles Impressum? Steht dort eine deutsche Telefonnummer? Und welche Zahlungsmethoden werden angeboten?

"Es sollte zumindest eine sicherere Zahlmethode angeboten werden. Also am besten Rechnungen, Lastschrift-Einzugsmandat, oder auch Zahldienste."

Andrea Nolan hat aus den schlechten Erfahrungen übrigens ihre Konsequenzen gezogen. Nämlich:

"Dass ich nur noch bei Shops kaufe, die tatsächlich schon jahrelang kenne. Oder eben per Paypal. Oder per Einzug vom Konto. Also, selber überweisen würde ich nicht mehr. Weil dann kann man das Geld nicht wieder zurück holen."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk