Die Nachrichten

Deutschlandfunk24 Die Nachrichten

Die Nachrichten

Online-LexikonEin Drittel aller Autoren-Konflikte bei Wikipedia wird nicht gelöst

(imago | Sven Simon)
Wikipedia (imago | Sven Simon)

In der Wikipedia kommt es häufig zu Konflikten zwischen Autoren, die zum Großteil nicht beigelegt werden.

Forscher vom MIT in Boston haben untersucht, dass etwa ein Drittel aller Konflikte nicht gelöst wird. Unter anderem hatten die jeweiligen Autoren von Anfang an keine überzeugenden Argumente für ihre Vorstellungen. Stattdessen fingen sie unkonstruktive Auseinandersetzungen an oder es gab nicht genügend weitere Autoren, die Interesse an der Diskussion hatten beziehungsweise vermittelten.

Eine der wichtigsten Möglichkeiten, solche Streitigkeiten offiziell beizulegen, ist der sogenannte Prozess der "Request for Comment (RfC)". Streitende Autoren veröffentlichen ihre Überlegungen in einem Forum, in dem sich andere Wikipedia-Mitwirkende einschalten und ein neutraler Redakteur eine endgültige Entscheidung trifft.

Wikipedia hat aber auch noch andere Möglichkeiten zur Lösung redaktioneller Streitigkeiten. Dazu gehört, dass zwei Autoren ihre Probleme durch einfache Mehrheiten unter den Wikipedianern klären lassen oder ihre Debatte vor mehrere Moderatoren tragen. Frühere Forschungen zur Wikipedia haben sich mit diesen Kanälen und hin und wieder auftretenden sogenannten "Edit Wars" beschäftigt, wobei Autoren ihre Änderungen immer wieder gegenseitig rückgängig machen

Die MIT-Forscher haben zudem einen selbstlernenden Algorithmus entwickelt, der vorhersagen kann, ob ein Konflikt gelöst wird. Auf der Basis haben sie eine Website für Wikipedianer erstellt, die helfen soll, einen besseren Überblick über die Diskussionen im Forum zu bekommen. Sie hoffen, dass die Qualität der Wikipedia-Artikel so besser wird.