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StartseiteCorsoOpen Air Festival für Reggae- und Weltmusik05.07.2013

Open Air Festival für Reggae- und Weltmusik

Summerjam 2013 in Köln

Das Summerjam-Festival in Köln ist mit rund 30.000 Besuchern eines der größten in Europa. In den vergangenen Jahren hat es neben Reggae- und Weltmusik auch artverwandten Musikstilen wie Hip-Hop und Rap ein Forum gegeben. Heute startet am Fühlinger See die mittlerweile 28. Ausgabe.

Von Hakan Ekemen

Das Summerjam Festival in Köln zieht zahlreiche Reggae-Fans an. (AFP/Richard Bouhet)
Das Summerjam Festival in Köln zieht zahlreiche Reggae-Fans an. (AFP/Richard Bouhet)

"Free your mind" : Dieses Motto ist bei der diesjährigen Summerjam Programm. Genrebarrieren haben kaum noch eine Berechtigung, sagt Veranstalter Klaus Maack von Contour aus Stuttgart:

"Das sieht man an den neuesten Veröffentlichungen von zum Beispiel Gentleman oder von den neuen Acts, die aus Jamaika kommen. Da werden logischerweise alle möglichen Einflüsse verarbeitet. Auch die neue Elektronik nimmt Einzug. Da gibt es Bands, die mit Major Lazor zusammenarbeiten, die einen ganz neuen Dancehall-Sound machen. Vielfalt muss sein, Entwicklung muss sein, sonst bleibt das alles stehen."

So ist am Fühlinger See bis Sonntag von traditionellem Roots Reggae über schnellen Dancehall bis hin zu Weltmusik, Rap, Hip-Hop und Elektromusik alles vertreten. Die knapp 40 Gruppen kommen aus Frankreich, Italien, Jamaika, den USA, Neuseeland und Afrika. Zu den Hauptacts des Summerjam zählen mit Patrice und Gentleman auch zwei deutsche Lokalmatadoren. 20

Als Hauptsänger am Samstagabend präsentiert Gentleman natürlich seine neue CD "New day dawn". Mit dem Festival verbindet der Kölner schöne Erinnerungen:

Gentleman:
"Es ist in Köln in meiner Hometown, es ist am Fühlinger See, wo ich als Kind immer gespielt habe. Wir sind irgendwie als Kiddies von der Brücke ins Wasser gesprungen und so. Ich bin einfach sehr froh, ein Teil davon jetzt auch wieder sein zu dürfen. Ich freue mich drauf, dass ich am Samstag den ganzen Tag da bin und mir halt auch viele Acts angucken kann."

Auch der zweite deutsche Headliner Patrice kommt aus Köln. Für den Weltenbummler ist die Teilnahme am Summerjam wie eine Rückkehr in die Heimat:

Patrice:
"Auf jeden Fall. Ich bin hier geboren. Also ich stand da als Zuschauer sehr oft mit großen Augen und hab meine Helden bewundert. Und hab mir nicht vorstellen können, irgendwann selbst auf dieser Bühne zu stehen oder überhaupt mal Backstage sein zu dürfen. Und als das dann der Fall war, war das für mich voll krass. Und Summerjam ist auch immer so an meinem Geburtstag so. Das heißt, es ist ein Festival, was für mich immer eine Art Markierung darstellt so."

Patrice hat mit "The Rising of the son" ebenfalls ein neues Album im Gepäck. Der Kölner ist bekannt dafür, dass er sich in keine Schublade stecken lässt und verschiedene Musikstile, wie HipHop, Soul, Jazz und Reggae miteinander verbindet.

Insgesamt ist eine breite deutsche Reggae- und Hip-Hop-Delegation vertreten - darunter Ohrbooten, Blumentopf, Chima und Martin Zobel. Doch kein Summerjam ohne Top jamaikanische Bands! Richie Stephens, Ken Boothe und Morgan Heritage sind die Bekanntesten. Mit viel Spannung wird der Auftritt von Busy Signal erwartet. Wegen Drogenhandels und einer Flucht aus Amerika hat der zurzeit wohl gefragteste Reggae-Sänger aus Jamaika gerade eine sechsmonatige Haftstrafe abgesessen. Jetzt tritt er wieder das erste Mal auf einem Festival in Europa auf:

"Das ist keine lustige Sache. Für niemanden ist das ein Leben dort. Ich war da wegen einer Geschichte, die mir passiert ist, als ich noch jünger war. Zum Glück hat Gott das alles hinter mich gebracht. Das ist nun Geschichte. Jetzt geht es endlich wieder vorwärts, hoffentlich besser als vorher."

Mit dem weltberühmten Snoop Doog wird erstmals auch ein Superstar des Rap beim Summerjam auftreten. Doch der Amerikaner wird keine Gangsta-Sprüche klopfen, sondern als "Snoop Lion" lupenreinen Reggae performen. Auf diesen Namen hatte er sich nach einem längeren Jamaika-Aufenthalt von einem Rastafari-Priester taufen lassen, weil der Löwe unter den Anhängern dieses Glaubens als Symbol des Mächtigen gilt. Sein Auftritt am Freitagabend wird sicherlich eines der Highlights sein.

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