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StartseiteVerbrauchertippVorsicht bei gefärbten Eiern 15.04.2019

OsternVorsicht bei gefärbten Eiern

Herkunft, Haltung, Haltbarkeit: Normalerweise sind Eier in Deutschland sehr gut gekennzeichnet. Doch ausgerechnet zu Ostern gibt es Ausnahmen: Auf bereits gekochten und gefärbten Eiern suchen die Kunden solche Angaben vergeblich.

Von Claudia Rometsch

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Bunte Ostereier im Eierkarton (picture alliance / imageBROKER / Dietmar Plewka)
Wer die Herkunft seiner Ostereier kennen möchte, sollte sie roh kaufen und selbst färben (picture alliance / imageBROKER / Dietmar Plewka)
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"Es gibt keine Kennzeichnungspflicht für gefärbte Eier."

Sagt Britta Klein vom Bundeszentrum für Ernährung. So erfährt der Kunde oft nicht, aus welchem Land die Eier kommen. Sie können auch aus Nicht-EU-Staaten importiert sein. Und es bleibt auch offen, aus welcher Haltungsform das bunte Ei stammt.

"Und dann müssen Sie auch damit rechnen, dass man für diese Eier die letzten verbliebenen Käfighaltungseier nimmt."
Käfighaltung ist in Deutschland eigentlich seit 2016 verboten. Aber rund zehn Prozent der deutschen Eierproduktion kommt noch von Käfig-Hennen, weil derzeit eine Übergangsfrist läuft.

Roher Eier sehr gut gekennzeichnet

Wer genau wissen möchte, woher das Oster-Frühstücksei stammt, sollte also frische Ware kaufen und selbst färben. Denn rohe Eier sind sehr gut gekennzeichnet. Durch einen Zahlen-Code auf jedem Ei lässt sich die Herkunft bis in den Stall zurückverfolgen. Die erste Ziffer des Codes verrät außerdem die Haltungsform. 

"Wenn eine 0 drauf ist, ist das Ei aus dem ökologischen Landbau, wenn eine 1 drauf ist, ist das Ei aus der Freilandhaltung, eine 2 ist aus der Bodenhaltung, eine 3 wäre dann eines von den Eiern, die noch aus der Kleingruppenhaltung im Großkäfig stammen würden, aber das sind nicht mehr so viele."

"Bruderhahn"-Eier: Männliche Küken werden nicht getötet 

Darüber hinaus findet man seit einigen Monaten in immer mehr Supermärkten auch noch eine weitere Sorte von Eiern: sogenannte "Bruderhahn"-Eier. Sie werden auch unter Bezeichnungen wie "Hahn im Glück" oder "Spitz & Bube" angeboten. Die Produzenten dieser Eier werben damit, bei der Zucht ihrer Legehennen auch die männlichen Küken mit aufzuziehen. Normalerweise werden diese Küken getötet, weil sie für die Eierproduktion nicht gebraucht werden. Und auch für die Fleischmast sind sie nicht gut geeignet:

"Weil man die nicht so mästen kann, wie sich die Menschen hier ein Masthähnchen wünschen. Die setzen zu langsam Fleisch an und sie setzen zu wenig Fleisch an."

Damit sich die Mast der Hähnchen dennoch für die Betriebe lohnt, werden die sogenannten "Bruderhahn"-Eier teurer verkauft.

Abgeschreckte Eier weniger lang haltbar

Ganz gleich, aus welcher Haltungsform die Eier im Osternest aber stammen: Für ihre Zubereitung gelten immer die gleichen Regeln. Wer die Ostereier lagern möchte, sollte sie auf jeden Fall zehn Minuten kochen. Besonders gut pellen lassen sich die Eier, wenn sie danach abgeschreckt werden. Denn durch das kalte Wasser bildet sich eine Luftschicht zwischen Ei und Schale. Doris Gräfe von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen warnt aber:

"Durch den Luftsauerstoff ist es jedoch auch so, dass Bakterien schneller in die Schale eindringen können, und von daher sind diese Eier nicht so lange haltbar."

Die abgeschreckten Eier halten im Kühlschrank etwa zwei Wochen.

"Schreckt man die Eier dagegen nicht ab, lässt sie ganz normal auch abkühlen, entsteht diese Luftschicht nicht und die Eier können bis zu vier Wochen gelagert werden."

Das geht auch bei Zimmertemperatur. Die Verbraucherzentrale rät aber, diesen Zeitraum vorsichtshalber nicht auszureizen und ältere Eier möglichst kühl zu lagern. Platzt die Schale beim Kochen, dann sollten die Eier in jedem Fall sofort verbraucht werden.

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