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PaläontologieBauer in Frankreich entdeckt Rüsseltier-Schädel

Mammuts auf einer Illustration (imago / Science Photo Library)
Mammuts auf einer Illustration (imago / Science Photo Library)

Im Südwesten Frankreichs hat ein Bauer auf seinem Acker einen Schädel eines Pyrenäen-Mastodons - einer prähistorischen Rüsseltierart - gefunden.

Bei dem Fund handelt es sich nach Einschätzung des Naturhistorischen Museums Toulouse um den einzig bekannten vollständigen Schädel der ausgestorbenen Rüsseltiergattung Gomphoterium. Die Tiere sind mit dem heutigen Elefanten verwandt und hatten vier Stoßzähne im Ober- und Unterkiefer. Gomphoterien kam ursprünglich in Afrika vor, der älteste Skelettfund aus Äthiopien wird auf rund 28 Millionen Jahre datiert. In Europa verbreitete sich die Gattung vor etwa 18 Millionen Jahren, bevor sie vor etwa 1,5 Millionen Jahren verschwand.

Der Bauer war bei Arbeiten auf seinem Grundstück bereits 2014 auf den Schädel gestoßen. Aus Sorge vor "einer Horde neugieriger Menschen auf seinem Grundstück" hatte er den Fund aber erst im vergangenen Jahr gemeldet. Vier einzelne Stoßzähne, die vermutlich zu dem Schädel gehören, wurden bereits 1857 in der Nähe von dessen Fundort entdeckt. Jetzt könne man die Anatomie dieser Art klären, sagte ein Archäologe des Museums.

Bis der Schädel vollständig ausgegraben ist, werden aber vermutlich noch sechs bis neun Monate vergehen. Die Fossilien stecken im Fels fest und müssen Zentimeter für Zentimeter freigelegt werden.

Diese Nachricht wurde am 14.07.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.