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StartseiteVerbrauchertippOhne "Platten" von A nach B21.05.2019

Pannenschutz für FahrräderOhne "Platten" von A nach B

Ein Pannenschutz verringert das Risiko von platten Reifen, weil das Material unter der Lauffläche wesentlich dicker ist. Dabei muss es nicht unbedingt das teuerste Modell sein. Von Kunststoffbändern als Alternative, die zwischen Schlauch und Mantel gelegt werden, raten Experten jedoch ab.

Von Janne Görlach

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Ein Fahrradschlauch liegt während einer Reparatur eines Fahrradreifen neben dem Fahrrad. (dpa-Zentralbild/ZB/Arno Burgi)
Ein Fahrradschlauch wird repariert. (dpa-Zentralbild/ZB/Arno Burgi)
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Auf dem Weg zur Arbeit, zum nächsten Termin oder bei der Fahrt ins Grüne, ein "Platter" kommt selten zur rechten Zeit. Ein Reifen mit Pannenschutz soll das vermeiden. Mit Reißzwecken, die im Fahrradmantel stecken, veranschaulichen die Hersteller wie der Pannenschutz den empfindlichen Schlauch schützen soll. Soweit die Theorie. Und Stephan Behrendt, Technikexperte beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club ADFC, bestätigt den Nutzen:

"Der Pannenschutz verringert das Risiko von platten Reifen, weil das Material unter der Lauffläche wesentlich dicker ist. Sie haben dort eine sehr zähe Kautschukschicht, die erst einmal verhindert, dass Gegenstände sich schnell durch den Reifen durcharbeiten, aber die sind auch so dick, dass kürzere Gegenstände gar nicht durchkommen."

Die pannensichere Variante sei allerdings mit höheren Kosten verbunden, erklärt Stephan Reinen, Fahrradladenbesitzer in Köln:

"Also so im Verhältnis, ein einfacher Standardreifen von einem bestimmten Hersteller, der kostet 19 Euro, dann für einen besseren Pannenschutz, der nächste kostet 26 Euro, dann der nächste mit dem besten Pannenschutz, kostet 36 Euro."

Ein Rennradfahrer in Funktionskleidung fährt auf der Obersalzbergstraße in Berchtesgaden (dpa / imageBROKER / Norbert Eisele-Hein)Ein guter Pannenschutz kann bis zu 12.000 Kilometer bei normalem Gebrauch halten (dpa / imageBROKER / Norbert Eisele-Hein)

Pannensichere Markenreifen sind eine sinnvolle Investition

Er findet aber, die Investition in pannensichere Reifen lohne sich:

"Die Höherwertigen halten auch länger. Von daher lohnt sich der Preis auch schon von der Haltbarkeit."

Ein mittlerer Pannenschutz, das heißt eine etwa drei Millimeter dicke Schutzschicht, reiche für die meisten Fälle schon aus. Nur wenn der Radweg häufig an Gefahrenquellen, zum Beispiel Glascontainern, vorbeiführt, lohnt sich der Griff zum höheren Pannenschutz mit einer Schutzschicht von etwa fünf Millimetern, sagt Radladenbesitzer Reinen.

"Ich erkaufe mir die Pannensicherheit natürlich auch mit kleinen Nachteilen. Der Reifen ist wesentlich schwerer und ist auch schwerer aufzuziehen", sagt Behrendt vom ADFC.

"Es gibt aber zum Aufziehen auch Hilfe. Einerseits Aufziehflüssigkeiten von den Herstellern. Aber ein bisschen Spüli auf die Felge oder auf die Reifenflanke getupft tut es meistens auch."

Der richtige Luftdruck im Reifen ist ein wichtiger Pannenschutz

Wie sich ein "Platter" mit Pannenspray beheben lässt, hat ADFC-Technikexperte Behrendt ausprobiert:

"Bei den meisten Pannensprays ging alles in die Gegend und neben das Ventil, aber nicht in das Ventil und in den Reifen hinein. Problem bei einigen war auch, dass sie das Ventil verklebten und man hinterher keine Luft mehr in den Reifen pumpen konnte."

Mit pannensicheren Reifenmodellen von Markenherstellern, wie Schwalbe oder Continental, sei man gut beraten. Kunststoffbänder, die zwischen Schlauch und Mantel gelegt werden, können hingegen schnell zur Ursache von "Platten" werden, wenn sie bei zu niedrigem Luftdruck den Schlauch aufreiben.

Ein ausreichend hoher Luftdruck ist wichtig, damit der Reifen lange hält. Auch wenn bei einem dickeren Reifen leicht der Eindruck entstehe, dass genügend Luft vorhanden ist:

"Man kann den nicht einfach mit dem Daumen prüfen. Weil so eine dicke Schicht da ist, kann man den nicht eindrücken. Man muss wirklich mit einem Luftdruckprüfer prüfen."

Für den normalen Gebrauch, sind sich die Experten einig, bieten die Modelle mit eingearbeitetem Pannenschutz die beste Maßnahme gegen einen "Platten". Außerdem helfe es, den Mantel immer mal nach Fremdkörpern abzusuchen, damit die sich nicht zum Schlauch vorarbeiten. Bei schonender Behandlung, das heißt regelmäßig Aufpumpen, Schutz vor Sonneneinstrahlung und je nach Belastung könne ein Markenreifen bis zu 12.000 Kilometer halten.

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