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StartseiteSport AktuellDeutschland tritt mit 20 Athleten an09.03.2018

Paralympics 2018Deutschland tritt mit 20 Athleten an

Für die knapp 600 Sportler aus 49 Ländern sind die Paralympics im südkoreanischen Pyeongchang das Ereignis des Jahres. Deutschland nimmt mit 20 Athleten teil. Die sportlichen Ambitionen sind groß - und auch die Hoffnung auf faire Wettkämpfe.

Von Leonie von Hammerstein

Die Welcome Ceremony für die Deutsche Paralympische Mannschaft. Chef de Mission, Dr. Karl Quade führte das Team an.  (imago sportfotodienst)
Die Deutsche Paralympische Mannschaft bei der Welcome Ceremony in Pyeongchang. (imago sportfotodienst)
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"Mittlerweile wissen viele, wenn man sagt: 'Okay ich bin blind, ich mach Biathlon.' Und es ist nicht mehr so ein totales 'Hä, wie?'. Aber da ist noch Luft nach oben." Biathletin Clara Klug weiß, dass für sie und ihre Sportart in Pyeongchang die ganz große Bühne wartet.

Paralympics sind sportlicher Höhepunkt

Endlich die Aufmerksamkeit, die paralympischer Sport sich sonst schwer erkämpfen muss. Und auch sportlich hat sie große Ambitionen: Die zweifache WM-Zweite will bei ihren ersten Spielen ihre erste Medaille holen.

Ein Ziel, auf das auch Georg Kreiter lange hingearbeitet hat: "Die ganze Vorbereitung, die man vier Jahre lang macht, macht man eigentlich nur für die Paralympics, von daher ist es schon eigentlich das größte, was man als Behindertensportler erreichen kann. Und im Optimalfall auch noch eine Medaille abgreifen kann."

Georg Kreiter bei den IPC Weltmeisterschaften Ski Alpin 2017 in Tarvisio/Italien. (imago sportfotodienst)Georg Kreiter bei den IPC Weltmeisterschaften Ski Alpin 2017 in Tarvisio/Italien. (imago sportfotodienst)

Kreiter ist seit einem schweren Motorradunfall querschnittsgelähmt und tritt in Pyeongchang als Monoskifahrer an. Er ist Teil einer Image-Kampagne des Deutschen Behindertensportverbandes. Unter dem Titel "We came back stronger" werben deutsche Athleten für den Para-Sport und wollen gleichzeitig Menschen mit Behinderungen Mut machen.

Man müsse den paralympischen Sport endlich als das wahrnehmen, was er ist: Leistungssport auf höchstem Niveau, findet Anna Schaffelhuber. Sie ist das Gesicht des deutschen Teams: Fünfmal ging die querschnittsgelähmte Mono-Skifahrerin vor vier Jahren in Sotschi an den Start - fünfmal gewann sie die Goldmedaille.

(dpa / Jan Woitas)Anna Schaffelhuber freut sich über ihre 5. Gold-Medaille (Bild: dpa / Jan Woitas). (dpa / Jan Woitas)

Gegenüber dem Deutschlandfunk sagte sie am Telefon aus Pyeongchang: "Ich mache den Sport nicht weil, trotz oder obwohl ich diese eine Behinderung habe, sondern ich mache den Sport der Leistung wegen."

Schaffelhuber kämpft dafür, dass der Para-Sport professioneller wird. Ganz konkret geht es ihr dabei nicht nur um Aufmerksamkeit und mehr Geld, sondern auch um die Nachwuchsförderung. Und die könne nur Realität werden, wenn endlich mehr Vereine gehandicapte Sportler mitdenken - etwa bei barrierefreien Hallen und Spielfeldern.

Teilnahme Russlands ist "Schlag ins Gesicht"

Ein Thema sorgte vor den Spielen im deutschen Team für Unmut: Die Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees, IPC, über die Teilnahme russischer Athleten. Anders als noch vor zwei Jahren in Rio, als das russische Team komplett ausgeschlossen wurde, dürfen jetzt 30 russische Athleten unter neutraler Flagge an den Start gehen.

Die gleiche Linie, wie die des Internationalen Olympischen Komitees für die Spiele im Februar. Der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes nannte die Entscheidung einen "Schlag ins Gesicht". Auch Biathletin Clara Klug fordert vom IPC, "dass eben eine eindeutig Linie gefahren wird. Und nicht immer dieses 'Rauf runter, hin her, mal schauen. Heute so morgen so. Übermorgen entscheiden wir wieder anders.' Das ist einfach sehr unfair allen gegenüber."

Die sehbehinderte Biathletin Clara Klug mit ihrem Begleitläufer Martin Hartl bei den IPC-Weltmeisterschaften 2017. (imago - DBS-Akademie)Die sehbehinderte Biathletin Clara Klug mit ihrem Begleitläufer Martin Hartl. (imago - DBS-Akademie)

Jetzt überwiegt die Hoffnung auf faire Wettkämpfe - und bei Clara Klug und ihren Teamkollegen die Vorfreude - schließlich sollen auch die Paralympics Mut und Lust auf Sport machen: "Olympische Spiele inspirieren Kids zum Sport machen. Paralympische Spiele ganz genauso. Ich glaube nicht dass da eine besondere Unterschied besteht ob man jetzt eine Behinderung hat oder nicht."

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