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ParisChristie's versteigert trotz Protesten nigerianische Artefakte

Das Auktionshaus Christie's in Paris. (Jean-Pierre Muller/AFP)
Das Auktionshaus Christie's steht in der Kritik (Archivbild) (Jean-Pierre Muller/AFP)

Das Pariser Auktionshaus Christie's hat trotz Protesten Kunstobjekte unter anderem aus Nigeria versteigert.

Zuvor hatten unter anderem Chika Okeke-Agulu, Professor für Kunstgeschichte an der Universität Princeton, und Nigerias Kommission für Museen und Denkmäler versucht, die Auktion mit dem Titel "Arts d'Afrique, d'Océanie et d'Amérique du nord" zu verhindern. Ihre Kritik richtete sich insbesondere gegen den Verkauf zweier hölzerner Statuen. Ihrer Ansicht nach waren diese Ende der 1960er-Jahre während des Biafra-Krieges in Nigeria entwendet worden. Okeke-Agulu sprach in diesem Zusammenhang von einem "gewaltsamen Akt". Mehr als 3.000 Menschen unterzeichneten eine Online-Petition gegen die Versteigerung. So heißt es unter anderem: "Wir müssen uns immer daran erinnern, dass nicht nur der schwarze Körper, sondern auch schwarze Kultur, Identität und Kunst missbraucht werden."

Der Biafra-Krieg dauerte rund 30 Monate, zwischen 500.000 und drei Millionen Menschen kamen ums Leben. In der erdölreichen Region lebten vor allem Igbo, das ist eine von Nigerias größten Bevölkerungsgruppen. Okeke-Agulu sagte im Gespräch mit der BBC, dass mit der Entwendung der Artefakte den Menschen auch ein Teil ihrer Identität verloren gegangen sei.

Wie auf der Webseite des Auktionshauses zu lesen ist, wurden die zwei Statuen für 212.500 Euro versteigert. Christie's hatte im Vorfeld erklärt, dass der Verkauf der Gegenstände rechtmäßig sei. Sie seien in den Jahrzehnten vor der Auktion bereits ausgestellt und verkauft worden. Insgesamt hat die Auktion rund 1,4 Millionen Euro eingespielt.