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StartseiteVerbrauchertippNeuer Glanz für alte Holzböden29.05.2019

Parkett abschleifenNeuer Glanz für alte Holzböden

In den 70er und 80er-Jahren legte man auf verschlissene Parkettböden oft Teppiche oder PVC. Heute kommen alte Holzfußböden häufig durch Abschleifen wieder zu neuem Glanz. Das kann eine Fachfirma machen. Mit etwas handwerklichem Geschick und richtigem Werkzeug kann man das aber auch selbst erledigen.

Von Stefan Römermann

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Ein Parkettleger verteilt am 23.01.2012 in einer Wohnung in Hannover nach dem Abschleifen des Parketts Holzkittpaste auf dem rauen Boden. (picture alliance / Kai Remmers)
Arbeit und Geld sind gut investiert bei der Aufarbeitung von Parkettböden (picture alliance / Kai Remmers)

Für Heimwerker-Trainer Michael Pommer von der DIY-Academy in Köln ist der Fall klar: Ein altes, abgenutztes Parkett lässt sich mit ein wenig Arbeit wieder in ein richtiges Schmuckstück verwandeln.

"Ein massives Parkett, das verklebt ist und das wirklich noch hält, also sprich: das sich nicht vom Boden gelöst hat, das kann man bis zu drei Mal schleifen. Wenn man also weiß, wie häufig schon geschliffen wurde und überhaupt, bekommt man also auch einen alten, kaputten Boden durch Schleifen und Wiederversiegeln hin wie neu."

Wichtig ist richtiges Werkzeug

Wichtig ist dazu das richtige Werkzeug: Die passende Profi-Schleifmaschine ist ungefähr so groß wie ein Rasenmäher und kann in vielen Baumärkten tageweise ausgeliehen werden. Für alle Arbeitsschritte sollte man damit dann pro Zimmer ungefähr ein Wochenende einkalkulieren, sagt Heimwerker-Trainer Pommer.

"Da muss ich ungefähr mit 200 bis 300 EUR rechnen. Da habe ich aber wirklich gute Maschinen. Und das Geld - investiert in die Aufarbeitung von einem Parkett bei einem Wohnzimmer oder Zimmer von circa 20 Quadratmeter - ist gut investiertes Geld."

Das Parkett wird dann in mehreren Schritten abgeschliffen und anschließend neu lackiert oder geölt. Die einzelnen Arbeitsschritte dafür werden beispielsweise in vielen Heimwerker-Handbüchern und YouTube-Videos ausführlich erklärt. Auf jeden Fall sollte man beim Abschleifen vorsichtig vorgehen, denn das Parkett selbst ist meist nur wenige Millimeter dick.

"Ja, hier sehen sie jetzt zum Beispiel eine Stelle, da ist das Parkett dunkel. Aber das Parkett ist dunkel, weil zu viel abgeschliffen wurde. Deswegen hat sich das Parkett verfärbt und der Kleber ist durchgekommen."

Schutzbrille, Gehörschutz und Atemschutzmaske sind Pflicht

Unbedingt achten solle man auch auf den Arbeitsschutz: Schutzbrille, Gehörschutz und vor allem die Atemschutzmaske sind Pflicht. Denn der feine Schleifstaub kann beispielsweise Krebs verursachen. Sinnvoll ist außerdem ein Staubsauger mit einem so genannten HEPA-Filter, der auch extrem kleine Partikel aus der Luft filtert und nicht wieder ausstößt.

Wer sich die Arbeit mit dem Abschleifen nicht selber machen möchte, kann natürlich auch eine Handwerker-Firma damit beauftragen. Die Preise pro Quadratmeter können dabei von Region zu Region unterschiedlich sein, sagt Heinz Kirion, der eine Parkettfirma in Köln-Sülz betreibt: "Also hier in der Region Nordrhein-Westfahlen sage ich mal grob, liegen wir im Moment um die 28-30 Euro netto. Aber da ist dann schon die Oberflächenbehandlung beinhaltet. Das heißt, der Kunde kann dann noch wählen, ob zum Beispiel Öl oder Lack."

Insgesamt kommen so für ein typisches Wohnzimmer schnell 800 bis 1.000 Euro zusammen. Aber das ist meist immer noch deutlich günstiger als ein neuer Parkettboden. Hat das Parkett nur kleinere Beschädigungen, beispielsweise, weil ein Schrank umgefallen ist, kann auch häufig mit deutlich weniger Aufwand die entsprechende Stelle ausgebessert werden.

Bei größeren Abnutzungen oder Verfärbungen geht das in der Regel nicht, sagt Parkettleger Kirion. "Das wäre so, als ob der Maler eine halbe Wand streicht oder nur ein Stück von der Türe neu weiß lackiert. Die Optik nachher ist das Problem. Leider ist es sehr oft so, dass man doch den Raum dann ganz machen muss."

Wer solche Kosten verhindern will, sollte seinen Fußboden regelmäßig pflegen, rät Kirion: Spezielle Pflegemittel können die Lebensdauer von Parkett verlängern und die typischen Abnutzungserscheinungen deutlich verzögern.

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