Montag, 14.10.2019
 
Seit 10:10 Uhr Kontrovers
StartseiteInterview"Gut ausgebildet, gut verdienend"14.01.2015

Pegida-Demonstranten"Gut ausgebildet, gut verdienend"

Es ist nicht die Angst vor dem sozialen Abstieg, die die Menschen der Pegida-Bewegung auf die Straße treibt. Eine Studie der Technischen Universität Dresden sieht die Demonstranten als gut ausgebildet und gut verdienend. "Vor allem sind sie unzufrieden mit der Politik", sagte der Leiter der Studie, Hans Vorländer, im Deutschlandfunk.

Hans Vorländer im Gespräch mit Peter Kapern

Pegida-Anhänger in Dresden (12.01.2015) (imago stock&people)
Pegida-Anhänger in Dresden (12.01.2015) (imago stock&people)
Weiterführende Information

Unwort des Jahres "Lügenpresse" - Pegidas völkische Fratze entlarvt 
(Deutschlandfunk, Kommentar, 13.01.2015)

Unwort des Jahres - Die "Lügenpresse" gewinnt
(Deutschlandfunk, Aktuell, 13.01.2015)

Anti-Pegida-Proteste - Zehntausende demonstrieren "für eine bunte Welt" 
(Deutschlandfunk, Aktuell, 12.01.2015)

Karikaturisten appellieren an die Dresdner - "Hau ab, Pegida!"
(Deutschlandfunk, Aktuell, 12.01.2015)

Reaktion auf Pegida - Raus aus der Schockstarre
(Deutschlandfunk, Corso, 12.01.2015)

Islamismus-Debatte - "Wir sind in der Minderheit"
(Deutschlandfunk, Interview mit Islamwissenschaftler Bassam Tibi, 12.01.2015)

Wenn man einen typischen Pegida-Demonstranten charakterisieren wollte, müsste man laut Vorländer sagen: "Er stammt aus des Mittelschicht, ist gut ausgebildet, nicht arbeitslos und in guten Berufen unterwegs. Verfügt auch über ein gutes, für Sachsen sogar überdurchschnittliches Nettoeinkommen, ist ganz überwiegend männlich, gehört keiner Konfession an und hat auch keine ausgeprägte Parteiverbundenheit."

Ein "generelles Einstellungsmuster" sei die Ablehnung der "etablierten" Politik der Massenmedien und deren veröffentlichter Meinung. "Wenn man dann nachfragt, dann sind sie auch kritisch gegenüber die Asylpolitik, die Integrationspolitk und manchmal auch gegen die Sozial- und Außenpolitik."

Man könnte fast von einer Parallelgesellschaft sprechen, sagte Vorländer. "Sie haben sich lange zurückgezogen und Wut aufgebaut - jetzt haben sie ihrer Wut eine Artikulationsmöglichkeit gegeben." Offen sei, ob die Menschen sich durch die aktuelle Aufmerksamkeit wieder angenommen fühlen könnten. 

Die Studie der TU Dresden finden sie hier.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk