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StartseiteVerbrauchertippHaferdrinks als Alternative zur Kuhmilch11.05.2020

Pflanzliche GetränkeHaferdrinks als Alternative zur Kuhmilch

Als Alternativen zur Milch scheinen vegane Pflanzendrinks beliebt zu sein. Neben Sojaprodukten läuft der Verkauf von Haferdrinks gut. Die Stiftung Warentest hat sie untersucht und empfiehlt Haferdrinks auch aus ökologischen Gründen.

Von Dieter Nürnberger

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Hafermillch und andere pflanzliche Milchsorten auf einem Tablett (dpa-tmn/Zacharie Scheurer)
Hafermillch weist im Vergleich mit anderen pflanzlichen Milchsorten eine bessere Ökobilanz auf (dpa-tmn/Zacharie Scheurer)
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Für Verbraucher mit Laktose-Intoleranz oder auch einer Milcheiweiß-Allergie sind Drinks, die aus Getreide, Hülsenfrüchten oder Nüssen hergestellt werden, ohnehin die bessere gesundheitliche Alternative. Doch auch wer sich vegan ernähren will, kommt mit diesen rein pflanzlichen Drinks auf seine Kosten. In Deutschland sind derzeit Haferdrinks die erste Wahl bei den Alternativen zur traditionellen Kuhmilch. Sie konnten ihren Absatz innerhalb von zwei Jahren verdoppeln.

Die Drinks bestehen vor allem aus Wasser und lediglich bis zu rund 15 Prozent aus Hafer. Dazu kommen noch etwas Pflanzenöl und auch Salz, sagt Anke Kapels, Ernährungsexpertin bei der Stiftung Warentest.

"Sie sind nicht so eiweißhaltig wie beispielsweise Kuhmilch. Dafür aber haben sie viele Ballast- und Nährstoffe. Somit sind sie auch recht gesund. Es ist allerdings so, dass es einige Haferdrinks gibt, die mit Kalzium angereichert sind. Und Kalzium ist vor allem für Jugendliche recht wichtig - für das Knochengerüst."

14 von 18 Haferdrinks mit "gut" bewertet

Hafermilch dürfen sich die Produkte übrigens offiziell nicht nennen. Milch, so schreibt es eine EU-Verordnung vor, muss - von wenigen Ausnahmen abgesehen - schon aus dem Euter kommen. Und geschmacklich unterscheiden sie sich ohnehin von Kuhmilch. Die meisten kommen mit einer süßlichen Note daher - sie erinnern an Haferbrei oder Müsli. Und je nach Produkt ist auch ein röstiger, vanilliger oder leicht bitterer Nachgeschmack typisch.

14 von 18 Haferdrinks wurden mit "gut" bewertet. Im Labor gab es hinsichtlich der mikrobiologischen Qualität und auch bei der Schadstoffbilanz fast nichts auszusetzen:

"Das ist schon ein sehr bemerkenswertes Ergebnis. Lediglich bei einem Drink von "Kaufland"* haben wir etwas gefunden, der ist stark mit Nickel belastet. Deshalb auch auf den letzten Platz gelandet. Andere Schadstoffe haben wir nur in unbedenklichen Mengen nachgewiesen. Keime waren auch kein Problem."

Auch für Macchiato geeignet

In Aussehen und Konsistenz ähneln Haferdrinks der Kuhmilch, doch der Geschmack unterscheidet sich dann doch. Beim Kochen sollte man das bedenken, so Anke Kapels.

"Weil sie eben süßlich sind, passen sie nicht so richtig zu Herzhaftem - beispielsweise zu einer Béchamelsoße. Da sind sie nicht so geeignet. Auf alle Fälle eignen sie sich für einen Kaffee. Der ist dann entsprechend ein wenig süßlich. Manche machen auch einen ganz schönen Schaum. Da kann man dann auch den Hafer-Macchiato trinken."

Niedrige Umweltbelastung in der Herstellung

Für die Stiftung Warentest sind Haferdrinks aber auch aufgrund ihrer besseren Ökobilanz interessant. Konkret geht es um Treibhausgasemissionen, Wasserverbrauch und die Belastung von Gewässern bei Anbau und Verarbeitung. Die meisten Pflanzendrinks können hier punkten, doch es gibt Unterschiede:

"Die Umweltbelastung ist da schon niedriger, sie ist deutlich besser als die von Kuhmilch. Häufig stammt der Hafer auch aus Europa oder Deutschland - da sind dann auch die Transportwege nicht so weit. Das wirkt sich auf eine Ökobilanz ja ebenso positiv aus. Mandel- und Reisdrinks dagegen brauchen ziemlich viel Wasser."

Die meisten der Haferdrinks erhielten eine gute Gesamtbewertung - vorn in der Untersuchung lagen Produkte von "Oatly", "Provamel" und "Kölln". Ein Liter Haferdrink kostet meist um die zwei Euro, doch sind auch viele günstigere Discounterprodukte eine Empfehlung wert.

*Name korrigiert

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