Sonntag, 15.09.2019
 
Seit 20:05 Uhr Freistil
StartseiteVerbrauchertippVorsicht vor Giftpilzen06.09.2019

Pilze sammelnVorsicht vor Giftpilzen

Jetzt im Spätsommer beginnt die Pilzsaison. Beim Suchen ist jedoch Vorsicht geboten: Einige Giftpilze sehen Speisepilzen zum Verwechseln ähnlich. Auch auf die richtige Ausrüstung kommt es beim Pilzesammeln an. Und für die Zubereitung gibt es ebenfalls ein paar Kniffe.

Von Margret Bielenberg

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Der Gelbe Knollenblätterpilz (Amanita citrina) (dpa/Jens Büttner)
Giftiger Knollenblätterpilz oder schmackhafter Champignon - das zeigt sich meist nur, wenn man genau hinschaut (dpa/Jens Büttner)
Mehr zum Thema

Pilze Das unsichtbare Potenzial

Pilze sammeln Achtung Verwechslungsgefahr!

Christian Mendt sammelt schon seit seiner Kindheit Pilze. Er schaut sie sich genau an, bevor er sie mitnimmt:

"Ich kenn mich ganz gut aus und wenn ich so einen besonderen leckeren Pilz sehe: Perlpilze! Da muss man natürlich genau gucken."

Giftige, ungenießbare und essbare Pilze

Ein Perlpilz zum Beispiel kann schnell mit dem giftigen Pantherpilz verwechselt werden. Pilzexperte Dieter Sydow aus Rellingen bei Hamburg kennt die Unterschiede:

"Zum Beispiel, dass der Pantherpilz immer ein Söckchen unten an der Knolle hat, niemals eine geriefte Manschette, niemals rötliche Stellen. Das bedeutet also, dass ich den Pilz in seiner Gesamtheit aus dem Boden nehmen muss, um ihn beurteilen zu können."

Wer Pilze sucht, sollte immer einen Korb dabei haben - keine Plastiktüte nehmen und keinen Einkaufsbeutel benutzen, erklärt Dieter Sydow. Außerdem sollte ein Küchenmesser und auch ein kleiner Pinsel eingesteckt werden, damit Pilze schon vorab grob gesäubert werden können.

Unterscheiden muss man giftige, ungenießbare und essbare Pilze. Champignons lassen sich roh essen, eventuell auch Steinpilze. Hier kann es manchmal zu individuellen Unverträglichkeiten kommen. Alle anderen essbaren Pilze müssen auf jeden Fall gekocht oder gebraten werden.

Genau hinschauen beim Champignon

Wer Champignons findet, muss genau hinschauen, denn sie sehen den tödlich giftigen Knollenblätterpilzen auf den ersten Blick sehr ähnlich:

"In dem Moment, wo ich ihn aus dem Boden raus hebe, sehe ich sofort, dass der Knollenblätterpilz wie sein Name schon sagt, unten eine Knolle hat mit einer Scheide und der Champignon nicht. Dass die Lamellen beim Knollenblätterpilz weiß sind und beim Champignon farbig, rosa bis, wenn er reif ist, schokoladenbraun."

Tritt die Giftwirkung eines Pilzes bei den meisten Giftpilzen eine halbe bis zwei Stunden nach Verzehr auf, so kann sich eine Reaktion beim Knollenblätterpilz erst 12 oder 24 Stunden später bemerkbar machen.

"Und dann ist die Zerstörung oder Schädigung von inneren Organen, Leber, Niere und so weiter so weit fortgeschritten, dass manchmal keine Hilfe mehr möglich ist."

Pilzvergiftungen erkennen

Symptome bei einer Pilzvergiftung können Magenkrämpfe, Schwindel, Durchfall oder Erbrechen sein. Ein Arzt oder die Giftnotrufzentrale sollte sofort kontaktiert werden. Außerdem empfiehlt Dieter Sydow:

"Zum Erbrechen reizen. Keine Milch geben, Erbrochenes aufheben, Putzreste aufheben, Essensreste aufheben."

Die Pilzreste geben dem Arzt Hinweise darauf, welcher Giftpilz gegessen wurde. Trotz alledem will der Pilzexperte keinem die Freude am Pilze suchen nehmen. Wichtig sei, die Gefahr zu kennen und sich richtig zu informieren. Am besten in einem Pilzkurs, der aus Theorie und Praxis besteht und nicht mehr als acht Teilnehmer haben sollte. In Büchern ist darauf zu achten, dass neben Fotos auch exakte Merkmalsbeschreibungen der Pilze angegeben werden.

Ein Tipp für den Pfifferling

Wer seine gesammelten Pilze zubereitet, sollte sie vorher trocken säubern. Man kann sie dann geputzt eine Nacht im Kühlschrank aufbewahren. Auch bereits gebratene Pilze dürfen einmal aufgewärmt werden. Noch ein Tipp von Pilzsammler Christian Mendt:

"Pfifferlinge braten. Bevor sie braun werden, ausstellen, abkühlen lassen und dann einfrieren. Die halten sich bis zu einem halben Jahr und dann wieder in die Pfanne geben."

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk