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Pisa-StudieDeutschland verschlechtert sich leicht

Ein Schüler einer 7. Klasse schreibt während einer Mathematik-Stunde Rechenergebnisse an die Tafel (AP)
Ein Schüler einer 7. Klasse schreibt während einer Mathematik-Stunde Rechenergebnisse an die Tafel (AP)

Schülerinnen und Schüler in Deutschland haben sich im internationalen Leistungsvergleich leicht verschlechtert. Das geht aus der neuen Pisa-Studie hervor, die die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung OECD in Berlin vorstellte. Doch es gibt auch Kritik an der Erhebung.

Sowohl im Lesen als auch in Mathematik und Naturwissenschaften ging der Punktwert im Vergleich zur vorherigen Pisa-Studie vor drei Jahren nach unten. Deutschland bleibt zwar über dem OECD-Durchschnitt, zählt jedoch weiterhin nicht zur Spitzengruppe. Dieser gehören Estland, Finnland, Irland, Kanada, Südkorea, Polen, Neuseeland, Singapur sowie Teile Chinas an.

Bundesbildungsministerin Karliczek zeigte sich besorgt über die Ergebnisse der Studie. Besonders bedenklich sei, dass jeder fünfte 15-jährige Schüler nicht einmal auf Grundschul-Niveau lesen könne. Das sei alarmierend, weil dadurch auch die Zahl von mehr als sechs Millionen funktionalen Analphabeten nicht sinken werde. Deutschland habe ein gutes Schulsystem, so die CDU-Politikerin, offenbar brauche es aber eine nationale Kraftanstrengung für bessere Bildung. Hier seien Bund und Länder gleichermaßen gefordert.

Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) veröffentlicht alle drei Jahre eine PISA-Studie. In der aktuellen Erhebung haben sich die deutschen Schülerinnen und Schüler in den drei untersuchten Feldern Lesekompetenz, Mathematik und Naturwissenschaften leicht verschlechtert. Die CDU-Politikerin forderte eine "nationale Kraftanstrengung für bessere Bildung".

"Schere geht auseinander"

Die Studie kritisiert, dass in Deutschland der soziale Hintergrund der Kinder für das Leistungsniveau bedeutend ist. Diese Kluft zwischen Arm und Reich habe sich seit 2009 noch vergrößert. An der Studie nahmen auf deutscher Seite rund 5.500 Schülerinnen und Schüler im Alter von 15 Jahren aus 223 Schulen teil.

Stephanie Gebert aus der Bildungsredaktion des Deutschlandfunks weist zudem auf einen weiteren Aspekt der Studie hin: "Dass die Anzahl sowohl der leistungsstarken aber auch die der leistungsschwachen Schülerinnen und Schüler steigt, zeigt, dass die Schere zwischen beiden Polen weiter auseinander geht."

"Zahlen beruhen auf Stichproben"

Doch es gibt auch Kritik an der PISA-Studie. Das "RWI - Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung" stufte die Erhebung als "Unstatistik" des Monats ein. Zur Begründung wird angeführt, dass die Ergebnisse international nur eingeschränkt vergleichbar seien: "Diese Zahlen beruhen auf Stichproben. Dagegen wäre auch nichts einzuwenden, würden diese in allen Ländern gleichmäßig nach den gleichen Standards der Statistik erhoben. Das geschieht aber nicht. In manchen asiatischen Ländern etwa, die bei PISA regelmäßig Spitzenplätze belegen, nehmen nur rund 80 Prozent der Schüler in den zufällig ausgewählten Schulen an den Testaufgaben teil, in Deutschland über 95 Prozent. Welche Schüler fallen durch den Rost?"