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Pisa-StudieLeseforscherin gegen eigenes Fach "Medienkompetenz"

Aufgeschlagenes Buch (Deutschlandradio / Bettina Straub)
"Lesen lernt man lesend." (Deutschlandradio / Bettina Straub)

Um die Lesekompetenz im Internet zu verbessern, empfiehlt die Leseforscherin Irene Pieper, mehr Wert auf die klassische Leseförderung zu legen.

"Die bisherigen Studien sind da ziemlich eindeutig: Diejenigen, die sehr gut lesen können, können das auch im digitalen Raum", sagte die Professorin für Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik im Deutschlandfunk. Pieper sprach sich darum dagegen aus, ein eigenes Fach "Medienkompetenz" einzuführen. Sie habe das Gefühl, dass es für die Schulen wichtiger sei, verlässliche Strukturen und eine verlässliche Ausstattung zu haben und in Ruhe arbeiten zu können.

Die jüngste Pisa-Studie hatte ergeben, dass jeder fünfte getestete Jugendliche in Deutschland nur auf Grundschulniveau lesen kann. Zum ersten Mal wurde auch die Lesekompetenz im digitalen Raum geprüft. Pieper, die an der Universität Hildesheim das Institut für deutsche Sprache und Literatur leitet, forderte vor diesem Hintergrund mehr "gemeinsames Know-how" in den Lehrerkollegien. Alle Lehrer müssten die Schwierigkeit von Texten richtig einschätzen können, etwa wenn sie Textaufgaben in Mathematik stellten: "Als Lehrkraft muss ich wissen, was meine Schüler und Schülerinnen sprachlich draufhaben müssen, um diese Texte zu verstehen. Das ist ein ganz wichtiger Punkt." Pieper betonte aber auch, dass es nicht die Lösung sein könne, die Texte zu einfach zu gestalten und das Niveau damit noch mehr zu senken: Denn das Lesen lerne man nur lesend.