Donnerstag, 17.10.2019
 
Seit 11:35 Uhr Umwelt und Verbraucher
StartseiteInterviewDie neuen Stars auf dem Teller26.12.2018

"Plant-based Food"Die neuen Stars auf dem Teller

Für Ernährungsexpertin Hanni Rützler ist "Plant-based Food" die spannendste Entwicklung im Bereich der Essens-Trends. Dabei gehe es um einen neuen Blick auf pflanzliche Lebensmittel in ihrer gesamten Breite, sagte sie im Dlf. Dieser Trend mache auch vor Weihnachten nicht Halt.

Hanni Rützler im Gespräch mit Birgid Becker

Queller (Salicornia europaea), aufgenommen am 19.01.2018 auf der Internationalen Gruenen Woche in Berlin. Foto: Andrea Warnecke | Verwendung weltweit (dpa Themendienst)
Queller (Salicornia europaea) - Trendgemüse aus dem Watt (dpa Themendienst)
Mehr zum Thema

Wandel in der Mittagspause "Eine ganz neue Kantinenesskultur entsteht"

Grenzen der Landwirtschaft Wieviel Nahrung lässt sich nachhaltig produzieren?

Für Hanni Rützler, Ernährungswissenschaftlerin und Autorin des "Foodreport" ist "Plant-based Food" die spannendste Entwicklung im Bereich der Essens-Trends. Die Flexitarier, die bewusst, aber eben nicht jeden Tag Fleisch essen, seien mit einem Anteil von 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung in Deutschland schon Mainstream, sagte die Ernährungsexpertin im Dlf. Bei "Plant-based" gehe es um einen neuen, liebevollen Blick auf pflanzliche Lebensmittel und eine breitere Wertschätzung. Obst und Gemüse seien die neuen Stars, aber auch Hülsenfrüchte, Nüsse oder Pflanzen aus dem Meer.

Zugleich haben sich auch die Machtverhältnisse weiter zugunsten der Konsumenten verschoben, so Rützler. Die Lebensmittelindustrie könne in einem gesättigten Markt höchstens Trends erkennen, aber nicht mehr Trendsetter sein. Die Kunden wiederum nutzten die Angebotsvielfalt, um sich bewusster zu entscheiden und nicht mehr nur preisgetrieben einzukaufen, hier zeichne sich ein begrüßenswerter Wandel ab. 

Foodblogger - die neuen Fachleute

Neue Orientierungsgrößen seien hierbei auch erfolgreiche Foodblogger. Die Generation der Millenials sei viel neugieriger, alte Traditionen würden hinterfragt, dafür gehe es um die Suche nach neuen Qualitäten, stellt die Ernährungsexpertin fest. Dies sei eine wichtige Entwicklung in einer Zeit, mit dem verbreiteten Wissen, dass Essenskultur auch Auswirkungen auf das Klima habe, wie die Nachhaltigkeitsdebatte zeige. Foodblogger bildeten eine neue Mittelschicht und hätten etwa klassische Ernährungsfachorganisationen oder die Industrie abgelöst. Die professionellen Blogger würden zu Kochbuchautoren und wichtigen Meinungsbildnern.

Der Wandel beim Essen macht auch vor Weihnachten nicht Halt: Zwar gebe es immer noch regionale und familiäre Traditionen, die gepflegt würden, Kindheitserinnerungen und mächtige identitätsstiftende Elemente. Doch in den letzten Jahren, so die Food-Expertin, werde es immer schwieriger, mit einem Gericht alle glücklich zu machen, wenn jemand in der Familie kein Fleisch isst oder Unverträglichkeiten entwickelt hat.    

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk