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PolenNeue Diskussion über Missbrauch in der Kirche

Vor einem weißen Obergewand fällt eine Kette mit einem Kruzifix ab, eine Hand hält einen Rosenkranz. (CTK / dpa / Radek Petrasek)
Kritiker werfen der nationalkonservativen Regierung in Polen Absprachen mit der Katholischen Kirche vor. (CTK / dpa / Radek Petrasek)

In Polen hat der Dokumentarfilm "Sag es bloß niemandem" eine neue Debatte über sexuellen Missbrauch in der katholischen Kirche ausgelöst.

Der Film von Regisseur Tomasz Sekielski, der die Situation von Opfern und die Haltung von Tätern beschreibt, wurde seit seiner Veröffentlichung am vergangenen Samstag mehr als 14 Millionen Mal aufgerufen. "Der Kampf gegen die Pädophilie in der Kirche kann nicht damit enden, dass der eine oder andere Priester ausgeschlossen wird", erklärte Sekielski. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz Polens, Stanislaw Gadecki, bat die Opfer nach der Veröffentlichung des Films um Entschuldigung.

In der Dokumentation ist unter anderem der Fall eines straffällig gewordenen Priesters geschildert, der nach seiner Verurteilung weiter mit Minderjährigen arbeiten konnte. In Polen wurden zwischen 1990 und 2018 einem Bericht der Bischofskonferenz zufolge 382 Geistliche als Täter von Missbrauchsdelikten registriert.

Die polnische Regierungspartei PiS bereitet nach einem Bericht des Deutschlandfunk-Korrespondenten eine Verschärfung des Strafrechts vor.