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PolenPräsident Duda kritisiert Abtreibungsgesetz

Ultraschallbild eines zwölf Wochen alten Kinds im Mutterleib (imago / YAY Images)
Ultraschallbild eines zwölf Wochen alten Kinds im Mutterleib. (imago / YAY Images)

Der polnische Präsident Duda hat das verschärfte Abtreibungsgesetz kritisiert.

Er reagiert damit auf die anhaltenden Proteste und stellt sich gegen die herrschende Meinung in seiner Partei. Duda sagte in einem Interview, es könne nicht sein, dass das Gesetz einer Frau diese Art von Heldentum abverlange. Frauen sollten das Recht haben, Föten mit angeborenen Gendefekten abzutreiben. In der vergangenen Woche, als das Oberste Gericht solche Schwangerschaftsabbrüche für verfassungswidrig erklärte, hatte Duda die Entscheidung noch begrüßt.

Das Abtreibungsrecht in Polen ist eins der restriktivsten in Europa. Die Demonstrationen dagegen offenbaren tiefe gesellschaftliche Spaltungen. In Breslau und Posen attackierten Rechtsextreme Frauen, die sich an Protesten beteiligten. Vize-Regierungschef Kaczynski rief vor einigen Tagen dazu auf, auf die Straße zu gehen, um die Kirchen um jeden Preis zu schützen. Zuvor hatten Aktivisten Gottesdienste gestört. Der Zorn über das Abtreibungs-Urteil richtet sich in Polen auch gegen die Kirche.

Diese Nachricht wurde am 29.10.2020 im Programm Deutschlandfunk gesendet.