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StartseiteKulturfragen„Europa hat seine Zukunft noch vor sich" 07.04.2019

Politikberaterin Ringler über die EU„Europa hat seine Zukunft noch vor sich"

Die österreichische Politologin Verena Ringler kann das Gerede von einer Krise der EU nicht mehr hören. Die Fakten würden eine andere Sprache sprechen. Die besten Tage der EU stünden noch bevor, "wenn Politiker, Wirtschaft und Zivilgesellschaft kühne Allianzen für Reformen bilden", sagte sie im Dlf.

Verena Ringler im Gespräch mit Günter Kaindlstorfer

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Die Flaggen der Mitgliedsstaaten der EU sind zusammen mit der EU-Flagge auf einem Tisch im Europäischen Informationszentrum aufgestellt, fotografiert am 08.02.2017 in Erfurt (Thüringen). (picture-alliance / dpa / Jens Kalaene)
Europaflaggen vor dem Gebäude der Europäischen Kommission in Brüssel (picture-alliance / dpa / Jens Kalaene)
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Verena Ringler ist Europa-Enthusiastin, das zeigen die vielfältigen Aktivitäten der gebürtigen Tirolerin in den letzten Jahren. Für die "Stiftung Mercator" baute sie ein ambitioniertes Europaprogramm auf, im Kosovo entwickelte sie eine EU-Kommunikationsabteilung, in einer "Projektboutique" namens "European Commons" entwickelt Ringler innovative Projekte für ein gemeinsames Europa.

"Ich bin fest davon überzeugt, dass Europa seine Zukunft noch vor sich hat", erklärt die Politikwissenschaftlerin. Die Debatten um den Brexit begreift sie als Weckruf, der die verbindenden Kräfte in der EU stärken würde. Die Europäische Union sollte die Tür zu Großbritannien in jedem Fall offen halten, meint sie: "Das Unmögliche ist oft das Unversuchte." 

Die fünf großen Stärken Europas

Die EU ist in Verena Ringlers Augen jetzt schon eine globale Supermacht, auch wenn sich das noch nicht überall in Europa herumgesprochen hat. Die EU habe fünf gewaltige Stärken, analysiert die Politikberaterin:

1. Die Union ist groß. Eine halbe Milliarde Menschen bilden einen gewichtigen demografhischen Faktor, auch im globalen Wettbewerb.

2. EU-Vereinbarungen weisen eine größere Festigkeit aus als multilaterale Abkommen in der UNO oder WTO. Der Grund: Die EU ist eine Rechtsgemeinschaft.

3. Die EU hat Geld. "Dieses Geld soll in Zukunft allerdings weniger in Autobahnen investiert werden, als in die Sicherung des Rechtsstaats, der Demokratie und des "Civic-Space", also des Spielraums für zivilgesellschaftliche Akteure", fordert Ringler.

4. Die EU ist eine intellektuelle Supermacht. Eine Vielzahl bedeutender Forschungseinrichtungen und Universitäten und starke Zivilgesellschaften in vielen Ländern verleihen der EU eine "kollektive Intelligenz", die die Union zu einem selbstbewussten globalen Player machen sollte.

5. Die EU hat die Macht, globale Normen und Standards durchzusetzen.

Verena Ringler zitiert den amerikanischen Politikwissenschaftler Steven Hill: "Die Europäische Union ist eine Supermacht. Sie darf sich auch so benehmen."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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