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Politikpsychologe"Gesundheit ist Privatsache"

Berlin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sitzt neben der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen beim Empfang vor dem Kanzleramt. (dpa/ Michael Kappeler)
Empfang vor dem Kanzleramt: Bundeskanzlerin Merkel sitzt beim Spielen der Nationalhymnen neben der dänischen Ministerpräsidentin Frederiksen. (dpa/ Michael Kappeler)

Nach Ansicht des Politikpsychologen Thomas Kliche ist der Gesundheitszustand von Politikerinnen und Politikern deren Privatangelegenheit.

Eine Berichterstattung darüber sei quasi eine "unpolitische Art, auf Politik zu schauen", sagte Kliche im Deutschlandfunk. Hintergrund der Debatte sind die inzwischen bereits drei Zitteranfälle von Bundeskanzlerin Merkel bei offiziellen Anlässen in den zurückliegenden Wochen. Kliche zufolge lenkt eine Thematisierung der Gesundheit in den Medien von den eigentlich wichtigen Themen wie Klimawandel oder Migrationspolitik ab. Es sei auch nicht angebracht, die Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit Merkels in Frage zu stellen. Sie habe in der Vergangenheit nicht einen Termin abgesagt und habe selbst betont, ihr gehe es gut. Permanente anderslautende Spekulationen stellten eine "unseriöse Stigmatisierung" der Regierungschefin dar.

Beim Abspielen der Nationalhymnen hatte Merkel zuletzt am Mittwoch einen Zitteranfall erlitten, als sie den finnischen Regierungschefs Rinne mit militärischen Ehren empfing. Anschließend versicherte sie, es gehe ihr gut, man müsse sich keine Sorgen machen. Erstmals zitterte die Kanzlerin Mitte Juni beim Empfang des neuen ukrainischen Präsidenten Selenskyj. Wenige Tage später erlitt sie bei der Ernennung der neuen Justizministerin Lambrecht erneut einen Anfall. Den Empfang der dänischen Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Donnerstag abslovierte Merkel nun teilweise im Sitzen.