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StartseiteInterview"Enormer Autoritätsverlust an der Spitze der Volksparteien" 03.11.2019

Politikwissenschaftler von Lucke"Enormer Autoritätsverlust an der Spitze der Volksparteien"

Der Politikwissenschaftler Albrecht von Lucke sieht ein Vakuum an der Spitze der traditionellen Volksparteien. Die Führungswechsel bei CDU, SPD und CSU hätten nicht zu einer Erstarkung geführt, sagte er im Dlf. Das liege auch daran, dass die Inhalte der Parteien kaum unterscheidbar seien.

Albrecht von Lucke im Gespräch mit Birgid Becker

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Albrecht von Lucke, Publizistuns Politikwissenschaftler (Imago / Jürgen Heinrich)
Die Inhalte der großen Volksparteien seien nicht klar genug unterscheidbar, sagte Albrecht von Lucke, Publizist und Politikwissenschaftler im Dlf (Imago / Jürgen Heinrich)
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Alle drei großen Parteien, die man klassischerweise als die alten Volksparteien benennen würde - CDU, CSU und SPD - hätten im Verlauf der letzten zwei Jahre ihren Parteivorsitz gewechselt. Man habe es mit völlig veränderten personellen Strukturen an der Spitze dieser Parteien zu tun. Das Dramatische daran sei, so von Lucke, dass die Parteispitze damit noch schwächer geworden wäre. "Wir haben einen enormen Autoritätsverlust an der Spitze der Volkparteien." Dieses "Vakuum an der Spitze" sei eines der Krisenphänomene, das die Volksparteien derzeit kennzeichne.

Parteivorsitz-Wechsel kein Zeichen von Erstarkung

Im Fall der SPD habe man zum Beispiel über Monate hinweg eine kommissarische Führung. Es sei bereits jetzt absehbar, dass die neue Urwahl nicht zu einem "Parteivorsitz mit Autorität uneingeschränkter Art" führen werde. Vielmehr werde man es mit einer "hochgradig gespalteten Führung" zu tun haben. Das Ergebnis werde, so von Lucke, sehr knapp werden, gleichgültig ob Olaf Scholz und Klara Geywitz oder Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken gewännen.

Tieferliegende Schwächen der Großen Koaltion

Im Falle der CDU sehe man, dass Annegret Kramp-Karrenbauer von Friedrich Merz angegriffen werde. Dieser habe angekündigt auf dem Leipziger Parteitag wahrscheinlich eine programmatische Rede zu halten. Das zeige, dass "die schwache Führung, die es davor gab, nicht durch eine stärkere abgelöst wurde". Dies verweise auf tieferliegende Schwächen der Großen Koalition und ein inhaltliches-konzeptionelles Vakuum.

Die Inhalte der großen Volksparteien seien nicht klar genug unterscheidbar. Das führe dazu, dass auch ihre Führungen nicht hinreichend stark seien.

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