Mittwoch, 28. September 2022

"Extinction Rebellion", "Letzte Generation", "Ende Gelände"
Politologe Straßner: Radikalisierung unter Klimaschützern erinnert an RAF-Entstehung

Der Extremismusforscher Alexander Straßner sieht Parallelen zwischen der Entstehungsgeschichte der einstigen linken Terrororganisation RAF und einer Radikalisierung in Teilen der heutigen Klimabewegung.

21.09.2022

    Eine Umweltaktivistin hält während einer Demonstration unter dem Motto «Trauerzug der toten Bäume» von Extinction Rebellion (XR) unweit des Bundeslandwirtschaftsministeriums ein Schild mit der Aufschrift «Aufwachen statt Aussterben». Für diese Woche hat Extinction Rebellion Protestaktionen gegen Umweltzerstörung und Klimawandel angekündigt.
    Proteste von Extinction Rebellion. (Archivbild) (picture alliance/dpa | Paul Zinken)
    Gruppen wie "Letzte Generation", "Ende Gelände" und "Extinction Rebellion" weigerten sich, den parlamentarischen Weg zu beschreiten, und behaupteten, dafür sei die Zeit zu knapp, sagte der Politikwissenschaftler von der Universität Regensburg der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Deren Blockaden von Straßen und Kohlekraftwerken erinnerten ihn "frappierend an die ersten RAF-Mitglieder, die in die Illegalität gegangen seien. Wie die Klimaaktivisten heute seien diese damals überzeugt gewesen, wer nicht mitziehe, den müsse man zwingen. Die Klima-Bewegung trage teilweise Züge einer Sekte und erhebe einen absoluten Wahrheitsanspruch. Die Aktivisten behaupteten von sich selbst, für eine ganze Generation zu sprechen. So diskriminierten sie systematisch andere Meinungen. Auch das sei ein Kennzeichen einer Radikalisierung, führte Straßner aus. Genau diese Argumentationslinien habe die RAF in den 1970er Jahren verfolgt.
    Bisher fehle es den Klima-Gruppierungen allerdings an einer Galionsfigur, die für Militanz stehe, führte der Professor aus. Allerdings muss man nach seinen Einschätzung mit weiteren Radikalisierungen rechnen.
    Diese Nachricht wurde am 21.09.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.