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StartseiteSprechstundeNicht selten, aber wenig bekannt21.11.2017

PolyneuropathieNicht selten, aber wenig bekannt

Taube Zehen, Kribbeln in den Beinen, Schmerzen beim Gehen: Seit circa zehn Jahren hat die heute 83-jährige Trude Hopmann mit diesen Symptomen zu kämpfen. Zunächst glaubte die Kölnerin, es handele sich um Arthrose. Ein Orthopäde stellte jedoch fest: Die Rentnerin leidet unter Polyneuropathie.

Von Lennart Pyritz

Pflegerin hält die Hand einer Seniorin. (imago / allOver-MEV)
Kribbeln in Händen und Füßen kann ein Anzeichen für Polyneuropathie sein. (imago / allOver-MEV)
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Polyneuropathie Kribbeln, Taubheit, brennender Schmerz

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"Meine Polyneuropathie hat angefangen vor – sagen wir mal – zehn Jahren. Hundertprozentig sicher bin ich mir seit zwei Jahren, da ich bei einem Neurologen war und der das festgestellt hat.

Ich bin selbst nicht darauf gekommen, sondern ein Orthopäde hat mich zu dem Neurologen hingeschickt, weil ich geglaubt habe, dass das orthopädisch bedingt ist.

Ich habe immer geglaubt, dass sind Arthrose-Schmerzen. Von Kribbeln in den Füßen bis an den Beinen, teilweise auch an den Händen. Beim Laufen habe ich oft sehr viel Schmerzen, im Ruhezustand ist es weniger. Die Füße sind auch taub, die Zehen sowieso. Und das ist ein sehr unangenehmes Gefühl. Das war eine schleichende Sache. Ich bin viel gelaufen, und dabei habe ich festgestellt, dass es nicht mehr so ist, wie es vorher war."

"Es ist noch keine Ursache gefunden"

"Ja, und bei mir ist es so: Es ist noch keine Ursache gefunden. Ich steh praktisch mitten im Raum und weiß nicht, wo es herkommt. Das ist auch nicht von einem Arzt bisher festgestellt worden.
Ich gehe jetzt seit diesen zwei Jahren alle Vierteljahre zum Neurologen, um sagen zu können, ist es was besser geworden oder weniger.

Ich komme eigentlich ganz gut damit zurecht, weil ich jetzt weiß, wie ich mich da verhalten muss. Wenn ich eben halt Schmerzen habe, kann ich nicht so viel laufen, dann muss ich eben die Beine hochlegen, und dann geht es wieder. Medikamente habe ich inzwischen abgesetzt, weil sie mir doch nichts gebracht haben."

Bewegung kann helfen

"Was ich auch dagegen tue, ist Bewegungsbad, einmal die Woche eine Stunde. Das tut mir sehr gut. Dann mach ich auch Gymnastik einmal die Woche.

Also es ist – sagen wir mal – nicht mehr heilbar. Ganz im Gegenteil. Es kann immer weiter fortschreiten. Ich geh da positiv eigentlich noch mit um. Warum? Weil es bei mir glaube ich noch nicht so schlimm ist, und ich gemerkt habe in der Selbsthilfegruppe, dass andere Betroffene noch ein bisschen schlimmer mit zu tun haben als ich."

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