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Post-Instrumentalismus Wenn Künstler ihre Instrumente selbst bauen

Ob Vierteltontrompeten, elektronische Saxofone oder iPad-gesteuerte Orgeln: Der Instrumentenbau hat in den letzten Jahrzehnten alle möglichen Neuheiten hervorgebracht. Doch viele Künstler gehen heute einen Schritt weiter und entwickeln absonderlichste Objekte und Gerätschaften in Eigenregie.

Von Leonie Reineke | 16.02.2019

Andreas Oskar Hirschs „Carbophon“
Andreas Oskar Hirschs "Carbophon“ (Leonie Reineke)
Das Erfinden und Weiterentwickeln von Instrumenten ist in der neuen Musik längst keine Seltenheit mehr. Was passiert aber, wenn Komponisten Ideen haben, die so exzentrisch sind, dass kein Instrumentenbauer sie verwirklichen kann? Ganz einfach: Sie bauen sich ihre Klangerzeuger selbst.
Zunehmend unübersichtlich
Dabei entstehen die faszinierendsten Musikinstrumente – vom "Carbophon" über die "Gameleste" bis hin zum "Lokkur". Teils sehen sie aus wie Werkbänke, andere gleichen Spinnrädern, wieder andere erinnern an Modelle aus dem Physikunterricht.
Andere Bühnensettings gleichen der Umgebung eines Rechenzentrums. Eines aber ist all diesen Neuerfindungen gemeinsam: Mit traditionellen Musikinstrumenten haben sie höchstens noch entfernt etwas zu tun. So sind Musiker nicht länger Spezialisten für einzelne Instrumente; sie werden zu Chamäleons in einem immer unübersichtlicher werdenden Klangerzeuger-Urwald.
Diese Sendung finden Sie nach Ausstrahlung sieben Tage lang in unserer Mediathek.