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StartseiteForschung aktuellPrämierte Stammzellforschung17.12.2003

Prämierte Stammzellforschung

Ronald McKay erhält die Max-Delbrück-Medaille

<strong>Stammzellenforschung. - Die Rede ist von embryonale Stammzellen. Während die öffentliche Debatte noch immer zwischen Faszination und Ablehnung schwankt, werden sie weltweit in den Laboren immer genauer untersucht. Einer der die Erforschung der Embryonalen Stammzellen von Anfang an geprägt hat ist Prof. Ronald McKay. Er wurde jetzt mit der Max-Delbrück-Medaille der Schering Forschungsgesellschaft geehrt. Ronald D. G. McKay untersucht am amerikanischen Nationalen Institut für Erkrankungen des Nervensystems in Bethesdas, wie aus den embryonalen Stammzellen Nerven entstehen, die sich vielleicht einmal als Reparaturmaterial einsetzten lassen. </strong>

von Volkart Wildermuth

Stammzellenforschung (AP)
Stammzellenforschung (AP)

Das Gehirn fasziniert Prof. Ronald McKay. Hier arbeiten Dutzende von Zelltypen zusammen, die mit Hilfe von Hunderten von Molekülen Signale austauschen. Schon als Student wollte er begreifen, wie ein so komplexes System entstehen kann. Der Biologe begann deshalb nach den Baumeistern des Gehirns zu suchen, nach den neuronalen Stammzellen. Nach Jahren der Laborarbeit gelang es Ronald McKay sie aus dem fetalen Gewebe von Mäusen zu isolieren und in der Zellkultur zu vermehren.

You can control the differentiation of the cell by adding single factors to the medium. So the cells are very sensitive to the input. The way, I would suggest to think about them is, they are smart. How they pull it of, that is a good question, but I would think of them as very smart little machines and the question is, how do they do this.
(Übersetzung: Man kann die Entwicklung dieser Zellen über Botenstoffe steuern. Sie reagieren sehr empfindlich auf solche Informationen. Ich denke, sie sind ausgesprochen klever. Es sind kluge kleine Maschinen und die Frage ist, wie sie funktionieren.)

Ronald McKays Labor ist führend im Verständnis dieser Baumeister des Gehirns. Mit allen Tricks der Gentechnik und der Mikroskopie verfolgen die Forscher am Nationalen Institut für die Erkrankungen des Nervensystems in den USA den Werdegang der neuronalen Stammzellen, stellen fest, aufgrund welcher Signale sich die Zellen entscheiden, diese oder jene Aufgabe zu übernehmen. Dank dieser Informationen lassen sich inzwischen viele Zelltypen des Gehirns im Reagenzglas heran züchten. Kombinieren die Wissenschaftler dann solche selbstgemachten Neurone und Hilfszellen, bilden sich kleine Nervennetze, die in der Zellkultur spontan einen primitiven Informationsaustausch beginnen. Besonders stolz ist Ronald McKay, dass es ihm gelungen, ist die Dopamin Neurone des Mittelhirns zu züchten, jene Zellen, die bei der Parkinsonschen Krankheit zugrunde gehen und dadurch zur Schüttellähmung führen. Spritzt man solche gezüchteten Dopamin-Neurone ins Gehirn von Ratten, die an Parkinson leiden, verschwinden die Symptome und die Tiere können wieder normal laufen. Theoretisch sollte das auch beim Menschen funktionieren. Aber leider lassen sich die Stammzellen des Nervengewebes nur begrenzt vermehren. Deshalb eignen sie sich zwar hervorragend, um die Parkinsonsche Krankheit besser zu verstehen, aber nicht dazu, sie auch zu behandeln. Aus diesem Grund hat Ronald McKay begonnen, mit embryonalen Stammzellen zu arbeiten.

Here are the cells that are potentially the most interesting cells in the universe. There are pluripotent they can make every cell in your body. And we had all this trouble with the somatic stem cell, but for ES cell somebody in position of authority smiled and said we are going to make this one easy. These cell grow. Remarkably we can make Dopamin neurons through pathways which seem very similar to the pathways that operate normally in development. So here is a TH positive neuron with lots of nice synapses around and then you say, how complicated is this and the answer is not very complicated.
(Übersetzung: Das sind wahrscheinlich die interessantesten Zellen des Universums. Sie können sich in jede Zelle des Körpers verwandeln. Mit den anderen Stammzellen hatten wir all diese Probleme bei der Vermehrung. Aber bei den embryonalen Stammzellen hat jemand mit Einfluss gelächelt und gesagt: diese da, die machen wir einfach. Diese Zellen wachsen. Wir können sie in Dopamin-Neurone umwandeln, sie bilden jede Menge Verbindungen. Sie fragen, ist das kompliziert, nein das ist nicht sehr schwierig. )

Zumindest nicht in den Händen von Ronald McKay. Seine Kollegen waren anfangs eher skeptisch, doch inzwischen konnte er mit umfangreichen Experimenten belegen, dass sich aus menschlichen embryonalen Stammzellen wirklich genau die Nerven erzeugen lassen, die bei der Parkinsonschen Krankheit fehlen. Wenn es nach ihm ginge, würde er lieber heute als morgen mit der Behandlung von Patienten beginnen.

Right now you have to say that Embryonic stem cells are the cell of choice for studies in Parkinsons disease that fetal cell have promise but they have this problem that you cant grow them enough and to keep live simple we will just cut the adult story down and say there is no compelling evidence that there is an adult source of a stem cell with theses properties that are so important to Parkinsons patients. 1:20 I do want to stress, that I am a big fan of somatic stem cells from the fetus or from the adult. I just want to make a case here that as a part of our studies in modern medicine and biology I believe we really do need access to these human ES cells. Not unlimited access or unethical access but measured access to answer questions like this that could in the end take us to a completely different approach which might be a somatic cell that grows indefinitely and has very important clinical features.
(Übersetzung: Zur Zeit sind die embryonalen Stammzellen die Zellen der Wahl bei der Parkinsonschen Krankheit. Zellen aus abgetriebenen Feten lassen sich nur schlecht vermehren und bei den Stammzellen des Erwachsenen gibt es bis heute keine überzeugende Hinweise dafür, dass sie sich in die richtigen Nerven umwandeln lassen. Ich bin ein großer Fan von adulten Stammzellen. Ich bin nur davon überzeugt, dass wir zur Zeit in der modernen Medizin und Biologie Zugang zu den embryonalen Stammzellen benötigen. Keinen unbegrenzten Zugang und keinen unethischen Zugang, sondern einen genau geregelten Zugang. damit wir wichtige Fragen beantworten können. Auf diesem Weg wird es vielleicht auch möglich sein, herauszufinden, wie sich adulte Stammzellen für die Anwendung in der Medizin züchten lassen.)

Nicht alle Forscher sind davon überzeugt, dass die Arbeit mit menschlichen embryonalen Stammzellen der einzige Weg zu diesem Ziel und zu einer neuen Behandlung für die Parkinsonsche Krankheit sind. Ronald McKay aber argumentiert mit dem Faktor Zeit. Embryonale Stammzellen lassen sich schon heute in die fehlenden Nervenzellen umwandeln, bis das verläßlich auch bei adulten Stammzellen gelingt, werden noch Jahre vergehen. Deshalb hält er es für gerechtfertigt, einige wenige Embryonen zu opfern um die Möglichkeit zu erproben, den Parkinsonpatienten mit den Baumeistern des Gehirns zu helfen.

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