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Startseite@mediasresGefangen am Bosporus14.08.2017

Pressefreiheit TürkeiGefangen am Bosporus

Seitdem Deniz Yücel vor genau einem halben Jahr inhaftiert wurde, hat sich die Situation für Journalisten in der Türkei nicht gebessert - im Gegenteil. "Wir betrachten Yücels Isolationshaft als Misshandlung", sagte Anne Renzenbrink von Reporter ohne Grenzen im Deutschlandfunk.

Anne Renzenbrink im Gespräch mit Henning Hübert

Demonstranten halten Schilder mit der Aufschrift "#FreeDeniz" in die Höhe. (dpa/Gregor Fischer)
Deniz Yücel ist seit sechs Monaten in Haft (dpa/Gregor Fischer)
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Anne Renzenbrink kritisierte die neue Verhaftungswelle in der Türkei, von der mehr als 35 Journalisten betroffen sind. Es sei absolut illegal, dass Journalisten, die eine bestimmte Messenger-App benutzten, als Kriminelle bezeichnet werden. Gleichzeitig bezeichnete es Renzenbrink als "sehr beunruhigend", dass mit Hamza Yalcin ein schwedisch-türkischer Journalist, der gar nicht mehr in der Türkei lebe, in Spanien verhaftet wurde. Erdogan wolle damit zeigen, dass er seine Kritiker auch außerhalb der Türkei erreichen könne.

Ob etwas Ähnliches auch türkischen Journalisten in Deutschland passieren könne, müsse man abwarten. Ein ägyptischer Journalist sei schon einmal am Flughafen in Berlin  verhaftet worden. Ein Gericht in Ägypten hatte ihn zuvor in Abwesenheit zu einer Haftstrafe verurteilt.

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