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StartseiteVerbrauchertippGrößere Geldsummen richtig anlegen19.10.2018

Private AltersvorsorgeGrößere Geldsummen richtig anlegen

Mit der gesetzlichen Rente allein lässt sich der vorherige Lebensstandard oft kaum bewahren. Wer Geld aus einer Erbschaft oder kapitalbildenden Lebensversicherung zu Verfügung hat, kann es für eine private Altersvorsorge nutzen. Welche Möglichkeiten gibt es, das Geld für den Ruhestand sinnvoll anzulegen?

Von Klaus Deuse

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Vier Senioren gehen im Herbst auf der Bodenseeinsel Mainau spazieren. (picture-alliance / dpa / Patrick Seeger)
Geldrente oder Auszahlplan: Es gibt die unterschiedlichsten Möglichkeiten, für seinen Lebensabend vorzusorgen (picture-alliance / dpa / Patrick Seeger)
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Viel konnten Bettina Wagner und ihr Mann bislang nicht nebenbei für ihren Ruhestand auf die hohe Kante legen. Doch drei Jahre vor dem Eintritt ins Rentenalter gab es unerwartet eine Erbschaft in einer fünfstelligen Größenordnung.

"Mit dem nun zusätzlich erworbenen Geld der Erbschaft versuchen wir nun, unsere Altersrente aufzustocken", erzählt Wagner. "Es ist nur die Frage, welche Geldanlagen da möglich sind. Auf dem Sparbuch bringen mittlerweile Zinsen ja gar nichts mehr."

Dieses Geld könnte Bettina Wagner in eine Leibrente stecken, sagt Finanzexperte Thomas Hentschel von der Verbraucherzentrale NRW:

"Eine Leibrente ist eine Rentenversicherung, die, bezogen auf eine Person, regelmäßige Auszahlungen bis zum Tod gewährleistet." Also unabhängig davon, wie alt man wird. Ob 80 oder 90 Jahre und mehr. "Selbst wenn das Kapital eigentlich aufgebraucht ist, wird die Leibrente noch weiter gezahlt."

Der monatlich ausgezahlte Leibrentenbetrag hängt dabei von der angelegten Summe ab. Eine solche Leibrente kann vor allem für jene geeignet sein, die darüber hinaus keine weiteren sicheren Alterseinkünfte haben.

Absicherung für die Erben

Sollte der Tod jedoch früh eintreten, wäre das übrig gebliebene Geld verloren. Darum rät Thomas Hentschel, mit dem Versicherungsunternehmen vorsorglich eine Rentengarantiezeit zu vereinbaren:

"Diese Rentengarantiezeiten sind möglich für fünf Jahre, zehn 15, 20, durchaus auch 25 Jahre."

Mit einer solchen Absicherung erhalten die Erben bis zum Ablauf der Garantiezeit die Restzahlungen. Als zweite Möglichkeit, privat für das Alter vorzusorgen, kommt ein Bankauszahlungsplan in Betracht. Dabei erhält man in einer vereinbarten Laufzeit einen festgelegten Betrag. Die Höhe des monatlichen Betrages hängt nicht nur vom eingebrachten Kapital, sondern auch von der Länge der Laufzeit ab, betont Finanzfachmann Hentschel:

"Je kürzer der Anlagezeitraum ist, desto höher ist auch der Betrag, den ich entnehmen kann."

Umgekehrt gilt: Je länger der Zeitraum, desto niedriger der Auszahlungsbetrag. Stirbt der Kunde vor Ende der Laufzeit, erhalten die Erben das verbliebene Kapital.

Nicht ohne Risiko: Der Fondsauszahlungsplan

Bei der dritten Möglichkeit, einem Fondsauszahlungsplan, kann sich der Anleger nicht auf monatlich feste Beträge verlassen. Denn bei einem Aktienfonds können die Börsenkurse steigen oder fallen. Es kommt also auf die richtige Mischung aus sicheren und vielversprechenden, aber etwas riskanteren Fondsanteilen an. Gehen die Kurse nach oben, erzielt man eine höhere Rendite und kann sich dadurch höhere Auszahlungen bewilligen. Bei sinkenden Kursen müsste man dagegen auf Auszahlungen zeitweise verzichten oder sich von Aktien trennen.

"Wenn ich dann eben in einer längeren Durststrecke des Fonds bin, dass er niedrige Werte hat, dann werden natürlich viele Anteile verkauft, sodass das Fondsvermögen dann auch sinkt", erklärt Hentschel.

Das heißt, dann fallen die Auszahlungen auch in Zukunft geringer aus. Der Rat des Finanzexperten Hentschel lautet: Vor einer Entscheidung für eine dieser Anlageformen sollte man genau überlegen, über welche gesicherten Einkünfte man sonst noch verfügt.

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