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StartseiteCampus & KarrierePro-bono-Studierendenberatung16.03.2009

Pro-bono-Studierendenberatung

Rat und Tat auf Augenhöhe

Studentische Unternehmensberatungen sind heutzutage keine Seltenheit mehr. Viele arbeiten, wie professionelle Unternehmen, gegen Honorar. Das ist auch bei fuks e.V. in Karlsruhe so, der Fächerübergreifenden Unternehmensberatung Karlsruher Studenten. Doch seit kurzem haben sich die 105 fuks-Mitglieder am KIT, dem Karlsruher Institut für Technologie, auch dem pro-bono-Gedanken verschrieben.

Von Jürgen Essig

Studierende hören eine Vorlesung an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen, Baden-Württemberg. (AP)
Studierende hören eine Vorlesung an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen, Baden-Württemberg. (AP)

Der Verein IKARUS in Karlsruhe kümmert sich um arbeitslose Menschen:

"Wir beraten Arbeitslose, wir begleiten Arbeitslose, also alles was einen ganzheitlichen Ansatz hat, wird bei uns gewährleistet."

Erzählt Judith Shaker von Ikarus, in diesem Jahr feiert der Verein seinen 25 Geburtstag, die meisten Mitarbeiter sind seit rund 14 Jahren dabei und wir...

"...haben uns überlegt, dass wir unsere Strukturen jetzt ändern müssen. Wir haben sehr lange Öffnungszeiten. Also nach 14 Jahren, kann man platt sagen, fressen wir uns hier drin jetzt langsam gegenseitig auf."

Da kam das neue Angebot von fuks e.V., der Fächerübergreifenden Unternehmensberatung Karlsruher Studenten, wie gerufen, eine pro-bono- Aktion zu starten, erzählt Antorella Cavallo von fuks:

"Pro bono heißt "fürs Gemeinwohl" und unser Plan ab 2009 ist, kostenlose Beratungsprojekte für gemeinnützige Institutionen und Einrichtungen anzubieten.

Das Angebot stieß auf großes Interesse, freut sich Antorella Cavallo, die Wirtschaftsingenieurwesen in Karlsruhe studiert.

"Beworben haben sich Kindertagesstätten, Arbeitslosenvereine, auch national bekannte gemeinnützige Organisationen, Organisationen im Bereich von Konzerten und Theater, also ganz viele, ganz gemischt."

Am Ende des Bewerbungsverfahrens entschieden sich die Studierenden für IKARUS. Judith Shaker war durch einen Zeitungsartikel auf die Idee gekommen bei fuks mal anzufragen ...

"(Wir haben) Gleich recherchiert im Internet und haben gedacht, das könnte es sein. Erstens mal ne junge Truppe mit einer tollen Idee zu helfen, professionell zu helfen, und wir haben ein Erstgespräch hier gehabt, und das war sehr überzeugend."

Denn fuks arbeitet eben wie eine professionelle Unternehmensberatung, so der 2. Vorsitzende Stefan Boes, der Maschinenbau im fünften Semester studiert:

"Das geht von der Akquise-Abteilung über die Beratung letztendlich zu den Projektleitern, die zur Verfügung stehen; dann wird ein Projektteam zusammengestellt, der mit dem Kunden einen Projektplan ausarbeitet, und dann beginnt das Projekt."

Dabei achtet fuks darauf, dass Studierende unterschiedlichster Fachrichtungen und Erfahrungen zusammenarbeiten, sagt Helge Weber, der Wirtschaftsingenieurwesen studiert:

"Auf jeden Fall, das ist gerade unser Ansporn, auch heterogene Teams zusammenzustellen, dass wir sagen, wir haben alte Leute dabei, die schon viel Erfahrung haben, und wir möchten gerne jungen Interessenten Gelegenheit geben, Erfahrungen zu sammeln und da achten wir darauf, dass wir die Teams zusammenstellen mit alten und jungen Leuten."

Vorteil der studentischen Unternehmensberatungen: Sie sind immer auf dem neuesten Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden. Judith Shaker von Ikarus ist begeistert von der Arbeit der Studierenden und deren Plan, jetzt soziale Einrichtungen zu unterstützen.

"Sie möchten generell solche Projekte starten, um Leben mit zu gestalten, das war so ein Satz, der mich dann überzeugt hat, wo ich gedacht habe, das wäre es... "

Studierende zu finden, die bei einem pro-bono–Projekt mitarbeiten wollen, fiel Antorella Cavallo leicht.

"Wir werden die Begeisterung unserer Mitglieder ausnutzen, und wir werden auf jeden Fall unseren Mitgliedern die Gelegenheit geben, ein pro-bono-Projekt zu machen, weil wir haben gesehen, dass die Resonanz bei uns im Verein sehr groß ist."

Fuks hat für IKARUS in ersten Beratungsgesprächen einen Drei-Stufen- Plan erarbeitet. Zunächst werden die täglichen Abläufe in der Arbeitslosenhilfe neu strukturiert, dann wird die Außendarstellung überarbeitet, und zum Schluss wird die Spendenarbeit des Vereins überdacht, freut sich Judith Shaker, neuer Wind dank der studentischen Unternehmensberatung:

"Ich freu mich, ich finde es toll, junge Leute, die so was anpacken, die sehr professionell arbeiten, wo es bei uns immer ein bisschen wild zugeht, und es ist toll, dass wir ausgewählt wurden."

Judith Shaker freut sich zu Recht, denn viele soziale Einrichtungen rund um Karlsruhe haben sich beworben, und stehen nun auf der Warteliste für die kommenden Semester.

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