Mittwoch, 19.09.2018
 
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StartseiteFormate des PolitischenProgramm 201812.09.2018

Programm 2018

09.11.17, Berlin, Germany, Formate des Politischen - Medien und Politik im Wandel. (Deutschlandradio / Marius Schwarz)
(Deutschlandradio / Marius Schwarz)

Zum vierten Mal laden der Deutschlandfunk, die Bundeszentrale für politische Bildung und die Bundespressekonferenz zur Konferenz "Formate des Politischen" ein. Im Saal der Bundespressekonferenz, einem der Zentren des politischen Diskurses in der Bundeshauptstadt, schafft die Konferenz einen Freiraum, um über das Verhältnis von Politik, Medien und breiter Öffentlichkeit nachzudenken. Akteure aus der Praxis, Wissenschaftler und interessierte Bürger diskutieren darüber, wie soziale Dynamiken, Digitalisierung und Globalisierung das Verständnis von Politik und politische Kommunikation verändern.

Leitthema der #formate2018: Glaubwürdigkeit und Legitimation

Politik und Medien müssen sich gleichermaßen gegen den Vorwurf verteidigen, Anliegen und Perspektiven von Teilen einer immer heterogeneren Bevölkerung nicht hinreichend wahrzunehmen und in ihrem Handeln aufzugreifen. Gefühle der Macht und Wirkungslosigkeit untergraben das Vertrauen in die Demokratie und stellen die Akzeptanz demokratischer Akteure infrage. Vor diesem Hintergrund werden Fragen der Legitimität und Repräsentanz (neu) aufgeworfen. Institutionen werden mit der "Machtfrage" konfrontiert.

Aus diesen Beobachtungen ergeben sich Leitfragen für die "Formate des Politischen 2018":

  • Wie lässt sich angesichts wachsender gesellschaftlicher Differenzen demokratische Legitimation erzeugen?
  • Inwiefern hängen Legitimitation und Glaubwürdigkeit mit Repräsentanz zusammen?
  • Worin materialisiert sich Legitimation und Glaubwürdigkeit politischen und medialen Handelns?
  • Wie können Formen der Repräsentanz in Medien und demokratischen Institutionen aussehen?

Donnerstag, 8. November 2018

10:00 Uhr

Begrüßung
Stephan Detjen, Chefkorrespondent, Deutschlandradio / Mitglied im Vorstand der Bundespressekonferenz

Gesamtmoderation der Konferenz
Bettina Schmieding, Chefin vom Dienst, Deutschlandfunk

10:10 Uhr

Die zerrissene Öffentlichkeit als Herausforderung an Medien und Bildungsinstitutionen

Medien und Bildungsinstitutionen sind zentrale Deutungsorte politischer und gesellschaftlicher Prozesse. Mehren sich die Vorwürfe, sie würden ihrer Rolle nicht gerecht und lediglich hegemoniale Meinungen widerspiegeln, leiden ihre Wirkung und Glaubwürdigkeit darunter. Nicht erst seit der Debatte um sogenannte Fake-News stehen sie vor der Aufgabe, ihre Prinzipien der Objektivität, Neutralität und Ausgewogenheit zu verteidigen. In einer in jeglicher Hinsicht diverser werdenden Gesellschaft nehmen auch Konflikte zwangsläufig zu. Es erhöht sich der Druck auf Medien und Bildungsinstitutionen, Raum für Diskurs und Widerspruch zu schaffen, ohne Prinzipien einer Gesellschaft der Freien und Gleichen über Bord zu werfen.

Gespräch zur Einführung

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung
Stefan Raue, Intendant des Deutschlandradios

10:30 Uhr

Hauptstädte: Beobachtungen zur politischen Öffentlichkeit in einer bewegten Gesellschaft

Gespräch zur Eröffnung

Robert Menasse, Schriftsteller, Wien
Wolfgang Schäuble, Präsident des Deutschen Bundestages
Moderation: Christine Heuer, Deutschlandfunk

11:15 - 12:30 Uhr

Ausgeblendete Realitäten?
Die Rolle der Medien in einer heterogenen Gesellschaft

Wie kann in der von wachsender Vielfalt geprägten Gesellschaft ein (gemeinsamer) Raum politischer Öffentlichkeit entstehen, in dem viele Stimmen präsent sind, in dem sich die unterschiedlichsten Meinungen und Positionen artikulieren können? Wie lässt sich Diversität in Medien und Institutionen politischer Bildung herstellen? Wie können marginalisierte Stimmen besser abgebildet werden? Welche Rolle spielen Medien und Bildungsinstitutionen in der Verhandlung gesellschaftlicher Konflikte?

Statements und Diskussion

Ferda Ataman, Vorsitzende, Neue Deutsche Medienmacher
Ina Bielenberg, Geschäftsführerin, Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten e.V.
Oliver Gehrs, Herausgeber, DUMMY-Magazin
Uwe Krüger, Kommunikationswissenschaftler, Universität Leipzig
Jasper von Altenbockum, Ressortleiter Innenpolitik, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Moderation: N.N.

12:30 - 13:30 Uhr

Mittagspause

13:30 Uhr

Repräsentation in der Demokratie und ihre Grenzen
Zur Legitimation von Parlamenten, Institutionen und Zivilgesellschaft

Die Konstruktion demokratisch legitimierter Institutionen folgt dem Gedanken, dass sie die Gesellschaft in ihrer Verschiedenheit und Vielfalt repräsentieren. Repräsentation kann durch Wahlen, die formale Einbeziehung von Interessenvertretungen, Quotenregelungen, Proporzvereinbarungen und andere Verfahren hergestellt werden. Sobald sich Anliegen und Perspektiven nicht oder nicht ausreichend in der wahrgenommenen Öffentlichkeit abbilden, können Entfremdungsprozesse gegenüber dem Gemeinwesen ausgelöst werden. Das Prinzip der Repräsentation als zentrales Gestaltungselement rückt in der Diskussion über moderne Demokratien stärker in den Fokus, um Ausgrenzung einerseits und hegemoniale Strukturen andererseits kritisch zu diskutieren. Institutionen müssen sich öffnen und durchlässiger werden, um zukunftsfähig zu sein. Doch wo liegen die Grenzen von Repräsentation?

Impuls

Raj Kollmorgen, Sozialwissenschaftler, Hochschule Zittau/Görlitz

14:00 Uhr

Panel

Markus Decker, Journalist, Berlin
Daniel Gyamerah, Projektleiter, "Vielfalt entscheidet – Diversity in Leadership"
Chris Hann, Sozialanthropologe und Ethnologe/ Direktor des Max Planck Instituts für ethnologische Forschung
Franz Mayer, Rechtswissenschaftler, Universität Bielefeld
Hedwig Richter, Historikerin, Hamburger Institut für Sozialforschung
Moderation: Ferdos Forudastan, Ressortleiterin Innenpolitik, Süddeutsche Zeitung

15:00 Uhr

Pause

15:30 Uhr

 "Berliner Blase" und das wirkliches Leben

Die Fragmentierung der Gesellschaft ist auch entlang der Linie Stadt/Land erkennbar. Ein Ausdruck dieser Spaltung ist die Chiffre von der "Berliner Blase". Sie steht für eine abgehobene Klasse von Politikern und Journalisten, denen vorgeworfen wird, den Blick auf die Lebenswirklichkeit außerhalb der Hauptstadt verloren zu haben. Ist der Vorwurf berechtigt? Wie nehmen Medien und Politiker politische Diskurse in und jenseits der Hauptstadt wahr?

Projektpräsentationen

Ländliche Räume in den Medien

"Hidden Champions". Reportageprojekt der Deutschlandfunk Landeskorrespondenten
Vanja Budde / Silke Hasselmann, Deutschlandfunk Landeskorrespondentinnen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern

Superkühe. Social Sensor Projekt des WDR
Thomas Hallet, Redakteur, Westdeutscher Rundfunk / Carolyn Braun, freie Journalistin

Deutschland spricht!
Philip Faigle, Redakteur, ZEIT ONLINE

16:15 Uhr

Panel

Patrick Dahlemann, Staatssekretär für Vorpommern, Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern
Bettina Freitag, Programmbereichsleiterin Hörfunk, NDR-Landesfunkhaus Schleswig-Holstein/ stellvertr. Direktorin, NDR Landesfunkhauses Schleswig-Holstein
Harmut Augustin, Chefredakteur Mitteldeutsche Zeitung*
Daniela Ludwig, MdB/ stellvertr. CSU-Generalsekretärin
Moderation: NN.

17:00 - 17:30 Uhr Pause

17:30 Uhr

Parlamentsjournalismus im technischen und ökonomischen Medienwandel

Deutschland ist nach wie vor durch eine unvergleichlich reiche Landschaft an Regional- und Lokalzeitungen geprägt. Um angesichts eines wachsenden ökonomischen Drucks auch in Zukunft eine fundierte politische Berichterstattung aus Berlin gewährleisten zu können, sind Verbundredaktionen entstanden, die jeweils eine Vielzahl von einzelnen Blättern bedienen. Während soziale Netzwerke die Gewohnheiten der Kommunikation weltweit revolutionieren, muss die "vierte Gewalt" um ihr Standing kämpfen. Kann sie ihre Rolle im politischen Kräfte-Gleichgewicht wahren? Wird der Verlust an Vielfalt durch die Bündelung der Kräfte ausgeglichen? Wie verändern sich die Arbeitsbedingungen, unter denen Parlamentskorrespondenten aus Berlin berichten?

Einführung

Ulrike Simon, Medienjournalistin, Berlin

Verlust von Vielfalt oder Bündelung der Kräfte?
Wie Zeitungen sich in Berlin organisieren

Gespräch

Cornelia Haß, dju-Bundesgeschäftsführerin/ Verdi
Anja Maier, Parlamentskorrespondentin, taz. die tageszeitung
Gordon Repinski, Leiter Hauptstadtbüro, RedaktionsNetzwerk Deutschland
Moderation: Stefan Koldehoff, Leiter Medienredaktion @mediasres, Deutschlandfunk

18:30 - 19:30 Uhr

Pausenimbiss

19:30 - 21:00 Uhr

Begrüßung zum Abend

Andreas Peter Weber, Programmdirektor Deutschlandradio

Das Jahr danach: Parlament, Medien und die politische Öffentlichkeit seit der Bundestagswahl

Einführung: Innen- und Außenbeobachtungen

Günter Bannas, ehem. Leiter Hauptstadtbüro, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Podium

Melanie Amann, Redakteurin Hauptstadtbüro, Der Spiegel
Kai Gniffke, Chefredakteur, ARD aktuell*
Wolfgang Kubicki, Vizepräsident des Deutschen Bundestages*
Gregor Mayntz, Rheinische Post, Vorsitzender der Bundespressekonferenz
Eva Schulz, Redakteurin, Funk – Deutschland3000
Moderation: Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung

Freitag, 9. November 2018

9:30 - 11:00 Uhr

Auf der Suche nach Zusammenhalt
Soziale Ungleichheiten und nationale Identitäten in der Demokratie

Die Diskussion über gemeinsame Werte und den Zusammenhalt der Gesellschaft ist von Fragen nach gerechter Teilhabe und Identitäten geprägt. Verlaufen die Konfliktlinien entlang bekannter Kategorien wie nationaler Herkunft, religiöser Zugehörigkeit und soziale Schicht? Oder zeichnen sich neue Gegensätze ab, etwa zwischen kulturellen Öffnungen und Schließungen von politischen und sozialen Milieus? Wie lassen sich aktuelle Konflikte lesen – für welche kollektiven Bedürfnisse stehen sie, welche gesellschaftlichen Verantwortlichkeiten ziehen sie nach sich?

Naika Foroutan, Sozialwissenschaftlerin, Humboldt-Universität zu Berlin
Alan Posener, Redakteur, Die Welt
Andreas Nölke, Politikwissenschaftler, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Moderation: N.N.

11:00 - 11:30 Uhr

Kaffeepause

11:30 - 13:30 Uhr

Parallele Workshops

Workshop 1

Korrespondenten-Speed-Dating: Redaktionsbesuche im Haus der Bundespressekonferenz

kuratiert vom Deutschlandfunk, Hauptstadtstudio

Workshop 2

Medienheimat – Heimatmedien? Über mediale, geistig-emotionale und geografische Heimaten

kuratiert von den Volontärinnen und Volontären der Bundeszentrale für politische Bildung

Workshop 3

Mobilisieren, Experimentieren, Animieren – Bürgerbewegung und Bürgerbeteiligung vor der Europawahl

kuratiert vom Deutschlandfunk, Studio Brüssel

Verena Humer, Bastian Kenn, Marie Rosenkranz, Laura Sofia Salas, The European Balcony Project, European Democracy Lab
Bettina Klein, Korrespondentin Brüssel, Deutschlandfunk
Katja Sinko, Kampagnenleiterin, The European Moment*
Vincent-Immanuel Herr/ Martin Sperr, Autoren- und Aktivistenteam, #FreeInterrail*

Workshop 4

Alternative Wahrheiten – Es gibt keine Alternative zur Wahrhaftigkeit
kuratiert von der Deutschen Welle
Ines Pohl, DW-Chefredakteurin und Journalisten aus der Türkei, aus Russland, China und Polen sprechen darüber, welche Hürden überwunden werden müssen, um Medienkonsumenten mit objektiver Information zu versorgen und weiterhin als glaubwürdige Quelle anerkannt zu werden.

Workshop 5

Möglichkeit zur Teilnahme an der Bundespressekonferenz und anschließendem Gespräch

Steffen Seibert, Regierungssprecher
Sprecherinnen und Sprecher der Bundesministerien

13:30 - 14:30 Uhr

Mittagspause

14:30 - 15:30 Uhr

Verfassung als Rahmen: Vielfalt, Gleichheit und Repräsentation in Politik und Medien

Gibt es ein Recht auf Repräsentation? Wie hängen Repräsentation und institutionalisierte Teilhabechancen zusammen? Welche Möglichkeiten ergeben sich aus den Grundrechten, um eigene Anliegen sichtbarer zu machen? Welche Rolle kann Recht in gesellschaftlichen Prozessen der Majorisierung und Marginalisierung spielen?

abschließendes Gespräch mit

Gertrude Lübbe-Wolff, Rechtswissenschaftlerin, Universität Bielefeld/ ehem. Richterin am Bundesverfassungsgericht
N.N.
Moderation: Sandra Schulz, Redakteurin, Deutschlandfunk und Sabrina Gaisbauer, bpb

15:30 Uhr

Ende der Tagung und Verabschiedung

(Name* = angefragt)

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