Programm: Vor- und RückschauSonntag, 12.01.2014

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  • 00:05 Uhr

    Hinter geschlossenen Vorhängen
    Eine Lange Nacht über die Psychoanalytikerin Marie Bonaparte
    Von Manfred Bauschulte
    Regie: Stefan Hilsbecher

    In ihrer Autobiographie „Hinter geschlossenen Vorhängen“ (1958) erzählt Marie Bonaparte, dass „Supermänner, Supermörder und Superanarchisten“ sie schon als Kind besonders angezogen hätten. Berüchtigte Bombenleger wie Ravachol und Henri Vaillant, die Ende des 19. Jahrhunderts in den Straßen von Paris Angst und Schrecken verbreiteten, faszinierten sie ebenso wie Jack The Ripper, der Frauenmörder, der in London sein Unwesen trieb. Viele Jahre später, bereits zur Psychoanalytikerin ausgebildet, sah sie es als ihre vordringliche Aufgabe an, die Taten von Mörderinnen und Mördern zu verstehen und zu erklären.
    Die Lange Nacht folgt chronologisch den Spuren dieser extravaganten Frau, die zunächst eine Patientin und Schülerin von Sigmund Freud war, dann seine wichtigste Unterstützerin und schließlich die Herausgeberin seiner Werke wurde. Es kommt eine schillernde Frauengestalt des 20.Jahrhunderts zu Wort, die berühmte Ärzte und Politiker zu ihren Liebhabern zählte. Wir berichten von den amourösen Eskapaden und dem sozialen Engagement der „letzten Bonaparte“, die der Kulturhistoriker Peter Gay treffend als „eine wandelnde Wunschphantasie“ charakterisierte.

  • 02:05 Uhr
    02:05 Uhr  Sinfonische Musik

    Gabriel Fauré
    'Pelléas et Mélisande', op. 80. Suite aus der Musik zu dem gleichnamigen Drama von Maurice Maeterlinck
    Jill Gomez, Sopran
    Rotterdam Philharmonic Orchestra
    Leitung: David Zinman

    Camille Saint-Saëns
    Konzert für Klavier und Orchester Nr. 5 F-Dur, op. 103
    Jean-Yves Thibaudet, Klavier
    L'Orchestre de la Suisse Romande
    Leitung: Charles Dutoit

    03:05 Uhr  Vokalmusik

    Opernarien und Lieder von

    Giacomo Meyerbeer
    Duett Hoel/Corentin (2. Akt) aus der Oper 'Dinorah oder die Wallfahrt von Ploermel'
    Jerry Hadley - Corentin
    Thomas Hampson - Hoel
    Orchestra of Welsh National Opera
    Leitung: Carlo Rizzi

    Zwei Arien der Dinorah aus der Oper 'Dinorah oder Die Wallfahrt von Ploërmel'
    Joan Sutherland - Dinorah
    Orchestre de la Suisse Romande
    Leitung: Richard Bonynge

    La chanson de maitre Floh

    'Sicilienne'. Lied

    'Le poete mourant'. Lied
    Thomas Hampson, Bariton
    Geoffrey Parsons, Klavier

    Szene der Semiramide und Rondo 'Se non naqui al miglior sesso' (2. Akt) aus der Oper 'Semiramide riconosciuta'
    Deborah Riedel - Semiramide
    Filippo Adami - Ircano
    Fiona Janes - Scitalce
    Wojtek Gierlach - Mirteo
    Olga Peretyatko - Tamiri
    Rossini-Chor Altensteig
    Württembergische Philharmonie
    Leitung: Richard Bonynge

    04:05 Uhr  Neue Musik

    Irinel Anghel
    Miro en mirroir
    Ion Bogdan Stefanescu, Piccoloflöte

    Carola Bauckholt
    mehr oder weniger
    Thürmchen Ensemble
    Leitung: Erik Oña

    Lois V Vierk
    Io
    Helen Bledsoe, Flöte
    Michael Weilacher, Marimbafon
    Seth Josel, E-Gitarre

    Kaija Saariaho
    ... sah den Vögeln
    Tuula-Marja Tuomela, Sopran
    Tapio Laivaara, Flöte
    Jouko Teikari, Oboe
    Eira Ojanen, Violoncello
    Margit Rahkonen, präpariertes Klavier
    Kaija Saariaho, Live-Elektronik
    Leitung: Atso Almila

    05:05 Uhr  Kammermusik

    Felix Mendelssohn Bartholdy
    Fantasie für Klavier fis-Moll, op. 28
    Matthias Kirschnereit, Klavier

    Ludwig van Beethoven
    Trio für Violine, Viola und Violoncello D-Dur, op. 9 Nr. 2
    Trio Zimmermann

    Leos Janáček
    Concertino für Klavier und Kammerensemble
    Ensemble Villa Musica

  • 06:05 Uhr

    Jan Freitag, Die Zeit:
    Gefahrenzonen in Hamburg - Konfliktstrategien in deutschen Großstädten

  • 06:10 Uhr

    Johann Sebastian Bach
    'Meinen Jesum laß ich nicht'. Kantate am 1.Sonntag nach Epiphanias, BWV 124
    Alan Bergius, Knaben-Sopran
    Stefan Rampf, Knaben-Alt
    Kurt Equiluz, Tenor
    Thomas Thomaschke, Bass
    Tölzer Knabenchor
    Concentus musicus Wien
    Leitung: Nikolaus Harnoncourt

    Samuel Scheidt
    Paduan für Instrumentalensemble
    Les Witches

    Nicolas de Grigny
    'Veni Creator Spiritus'. Hymnus für Chor und Orgel in 5 Versetten
    Marie-Claire Alain, Orgel
    Compagnie Musicale Catalane

    Felix Mendelssohn Bartholdy
    'Singet dem Herrn ein neues Lied' für Soli, Chor und Orchester, op. 91
    Evelyn Brunner, Sopran
    Naoko Ihara, Alt
    Alejandro Ramirez, Tenor
    Philippe Huttenlocher, Bariton
    Choeur et Orchestre de la Fondation Gulbenkian, Lissabon
    Leitung: Michel Corboz

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen
    "Radio für alle" - Wie syrische Exilanten aus der Türkei ihre Heimat mit unabhängiger Information versorgen

    Die Angst vor dem Fremden
    Über Vorurteile gegenüber Zuwanderern ein Interview mit dem Publizisten Norbert Mappes-Niediek

    Versunken im Bürgerkrieg
    Über die Lage im Südsudan ein Interview mit dem Politikwissenschaftler Winrich Kühne

    07:50 Uhr  Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Tabubruch? - Homosexualität im Leistungssport
    Ein Interview mit der Sportwissenschaftlerin Tanja Walther-Ahrens

    Denk ich an Deutschland: der Künstler und Designer Rolf Sachs

    Am Mikrofon: Birgid Becker

  • 08:35 Uhr

    „Nun singet und seid froh…“ - Von der neuen Gesangsvielfalt im neuen Gotteslob
    Von Joachim Opahle
    Katholische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 60 Jahren: US-Außenminister John Foster Dulles stellt seine "Strategie der massiven Vergeltung" vor

  • 09:10 Uhr

    Neue Musik
    Am Mikrofon: Egbert Hiller

  • 09:30 Uhr

    Beginn einer Aufarbeitung
    Der Frankfurter Auschwitz-Prozess (2/3)
    Der Historiker Devin O. Pendas im Gespräch mit Jochanan Shelliem
    (Teil 3 am 19.01.2014)

    Als der hessische Generalstaatsanwalt Fritz Bauer 1963 mit dem Auschwitz-Prozess den größten Strafprozess der deutschen Nachkriegsgeschichte initiierte, war die Adenauer-Republik für die Aufarbeitung des Holocaust noch nicht bereit. Erst die Klage des SS-Polizeiführers Fischer-Schweder auf Wiederherstellung seines Beamtenstatus machte die Exekutionen seines Kommandos bekannt. So kam es zum Ulmer Einsatzgruppenprozess von 1958 . Anschließend wurde eine zentrale Stelle der Justizverwaltung zur Ermittlung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg eingerichtet. Am 8. Mai 1960 war die Verfolgung aller Totschlagsdelikte verjährt, danach musste in jedem Einzelfall Mord nachgewiesen werden. In diesem Kontext begann das Frankfurter Verfahren als Lernprozess. „Gerichtstag halten über uns selbst“, das war Fritz Bauers Anliegen, der den „großen Auschwitz-Prozess“ von 1963 bis 1965 nach Frankfurt am Main holte. In unserer Gesprächsserie sollen die gesellschaftspolitische Rezeption und die rechtshistorischen Folgen der sogenannten „Strafsache gegen Mulka u.a.“ ausgeleuchtet werden. Ebenso steht die Frage nach der Bedeutung des Auschwitz-Prozesses für die Demokratisierung der Bundesrepublik im Mittelpunkt.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Johanneskirche in Olching
    Predigt: Pfarrer Harald Sauer
    Evangelische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Heinrich Hiesinger, Vorstandsvorsitzender von ThyssenKrupp

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt
    Warten auf das rosa Leuchten
    St. Ives und seine Künstler

    Unter Dampf
    Heinz Rühmanns Kindheit im Bahnhofsgebäude von Wanne-Eickel

    Auf den Spuren der Tiger in Bangladesch
    Eine Reise durch den größten Mangrovensumpf der Welt

    Modernes Erstlingswerk auf dem Jüdischen Friedhof
    Das Allensteiner Taharahaus des Architekten Erich Mendelsohn

    Keramik kreativ
    Ein Besuch im italienischen Faenza

    Am Mikrofon: Henning Hübert

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Die Filmemacherin Noemi Schneider im Gespräch mit Joachim Scholl

    Sie ist Filmemacherin, Autorin und preisgekrönte Essayistin: Noemi Schneider, Jg. 1982. Für ihr jüngstes Buch- und Filmprojekt hat sie über mehrere Jahre eine israelische Araberin begleitet. Es geht um eine Frauenfußballerin, die zugleich in Palästina und Israel erfolgreich spielt. In ihr spiegelt sich der Nahost-Konflikt auf der persönlichen, alltäglichen Ebene. Noemi Schneider lebt selbst auch in Tel Aviv - auch von diesem „Grenzgang“ wird sie in den „Zwischentönen“ erzählen.

  • 15:05 Uhr

    Wütend überdreht und unterhaltsam - das Leben der Lydia Lunch
    Von Paul Baskerville

    Lydia Lunch war eine Punk-Sängerin der ersten Stunde, die mit ihrem Dilettantismus kokettierte. Ihre erste Band war wichtiger Bestandteil der New Yorker No Wave-Bewegung. In Anspielung auf New Wave wurde die Kommerzialisierung der Punkmusik mit einer Mischung aus Punk, Funk, Jazz und Avantgarde abgelehnt. Lydia Lunch, Jahrgang 1959, war der Inbegriff einer zornigen jungen Frau und das hat sich bis heute nicht geändert. Sie hat diverse „Spoken Word-CDs“ aufgenommen, die als radikale Prosa eingestuft werden. Sie hat Rollen in pornografischen Underground-Filmen gespielt, Bücher geschrieben und Musik gemacht. Lydia Lunch ist immer noch aggressiv, immer noch wütend. Ihre Kunst war nie pflegeleicht, der hohe Unterhaltungswert ist aber unbestritten.

  • 16:10 Uhr

    Aus dem literarischen Leben
    Das Buch der Woche
    Barbara Vinken: Angezogen. Das Geheimnis der Mode
    (Klett-Cotta Verlag)

    Am Mikrofon: Denis Scheck

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt
    Preis des Überlebens
    Die späten Folgen einer Krebstherapie
    Von Katrin Zöfel
    Solange die Diagnose „Krebs“ fast gleichbedeutend war mit „Tod“, nahmen Ärzte und Patienten die Nebenwirkungen der Therapie in Kauf, trotzdem ging der Kampf oft verloren. Doch davon kann bei vielen Krebsarten längst nicht mehr die Rede sein: Rund 70, laut anderer Quellen sogar 80 Prozent aller Kinder mit Krebs werden geheilt, Erwachsene und Kinder zusammen genommen immerhin zu 50 Prozent. Das heißt: viele Patienten leben noch viele Jahre nach Ende der Therapie - und spüren die Folgen. Wie geht es diesen Überlebenden? Wie gehen die Mediziner mit ihnen um? Und wie verändert das Wissen um die Nachwehen die Therapie?

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente
    Schicksalsjahr für Afghanistan? Was nach dem Abzug der Truppen für das Land auf dem Spiel steht. Peter Schwittek, Projekt-Koordinator der deutschen Hilfs-Initiative 'Ofarin', im Gespräch mit Martin Gerner

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen
    "Small Town Boy" - Das neue Projekt von Falk Richter wird am Maxim Gorki Theater Berlin uraufgeführt

    Wie realistisch dürfen Museumsobjekte sein? Zur Debatte über die Ausstellung der „Weiße Rose“-Guillotine

    Dynamik des Mordens - Stefan Ruzowitzkys Dokumentarfilm „Das radikal Böse“ über die Judenmassaker deutscher Einsatzkommandos hinter der Ostfront nach 1941

    Polizisten und Journalisten - Zur Außenwirkung bestimmter BerufsgruppenSinnieren über den Stress - Der Journalismus rangiert 2014 unter den anstrengendsten Berufen

    Umea, die Saami und eine belastete historische Beziehung - Die Nachfahren der Ureinwohner in Schweden äußern Kritik am Kulturhauptstadtkonzept

    Am Mikrofon: Doris Schäfer-Noske

  • 18:40 Uhr

    Unerfüllte Hoffnung - Israel, zwei Jahre nach den Sozialprotesten

  • 19:10 Uhr

    DFB-Hallenpokal der Frauen in Magdeburg

    Biathlon-Weltcup in Ruhpolding - Verfolgung Frauen und Verfolgung Männer

    Skispringen: Weltcup in Tauplitz

    Eisschnelllauf Mehrkampf-EM in Hamar

    Bob-Weltcup in St. Moritz

    St. Moritz wirbt mit nachhaltigem Wintersport. PR-Kampagne oder ernsthafter Umweltschutz?

    Rodel Weltcup und EM in Oberhof

    Alpiner Ski-Weltcup Frauen in Altenmarkt

    Alpiner Ski-Weltcup der Männer in Adelboden - Slalom

    Stand bei den Rodlern vor Sotschi und Stand bei den Skispringern vor Sotschi

    Olympiaserie: Wie alles immer größer wurde. Die Geschichte des Olympischen Gigantismus

    Protestzonen in Sotschi: meinen Putin und Bach dasselbe? Wer darf wann, wo, wie protestieren? Wie war das In Peking?

    Interview Nadine Müller, beste deutsche Diskuswerferin zu Homosexualität im Sport und dem Ende des „Versteckens“

    10 Jahre „Torwort“: eine fußball-literarische Veranstaltung

    Interview mit Ralf Jägersberg, Präsident des VfL Eintracht Hannover, letztjähriger Gewinner des „Großen Stern des Sports“

    Vorbericht zu den Australian Open 2014 in Melbourne

    Moderation: Andrea Schültke

  • 20:05 Uhr

    "Neulich haben wir einen Zufall erlebt"
    Unerwartete Unvorhersehbarkeiten
    Von Jürgen M. Thie
    Regie: der Autor
    Produktion: DLF 2013

    "Ein Weiser schätzt kein Spiel, wo nur der Zufall regieret", dichtete der junge Lessing um 1750, wenn auch weniger im Sinne eines Felix Magath, der sich 2004 unter die Fußballphilosophen mit der Erkenntnis einreihte: "Eine schöne Kombination auf dem Fußballplatz ergibt sich nicht einfach so! Schönheit ist die Abwesenheit von Zufällen." Aber was genau ist eigentlich der Zufall, von dem Voltaire annahm, dass er ein Wort ohne Sinn sei, und der dennoch bis heute Natur- wie Geisteswissenschaftler beschäftigt? Das Feature geht dieser Frage nach, vor allem unter den Gesichtspunkten einer ins kollektive Bewusstsein gerückten "Big Data Welt", in der Begriffe wie "Schicksal" oder "Freier Wille" in immer größerem Maße algorithmischer Voraussagbarkeit unterliegen. Manche denken bereits über ein "Ende des Zufalls" nach.

  • 21:05 Uhr

    25 Jahre Festival ‘Laus Polyphoniae’ Antwerpen

    ‚The Virgin Queen‘ - Eine musikalische Hommage an Königin Elisabeth I.

    The Triumphs of Oriana
    Vox Luminis
    Leitung und Bariton: Lionel Meunier

    Mezzaluna
    Leitung und Blockflöte: Peter Van Heyghen

    The Tears and Lamentations of a Sorrowful Soul
    Carlos Mena, Countertenor
    Ricercar Consort
    Leitung und Viola da gamba: Philippe Pierlot

    Aufnahmen vom 27. und 28.8.13 aus dem AMUZ Antwerpen

  • 23:30 Uhr

    “Die Männer haben sich bedroht gefühlt“

    Frauen und Macht im Fußball mit Britta Steilmann und Katja Kraus

    Die Fragen stellt Andrea Schültke