Dienstag, 07. Dezember 2021

Programm: Vor- und RückschauSamstag, 04.12.2021

  • Mon
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    Sat
    Sun
  • 00:05 Uhr

    Kultur vom Tage
    (Wdh.)

  • 01:05 Uhr

    Lied & Chanson
    Zu Gast: Susana Baca
    Liederbestenliste: die Platzierungen im Dezember
    Global Sound: neue internationale Singer-Songwriter-Alben
    Original im Ohr: ungewöhnliche Coverversionen
    Am Mikrofon: Anna-Bianca Krause

    Susana Baca ist die Grande Dame der afro-peruanischen Musik. Die 76-jährige Künstlerin mit der Samtstimme blickt inzwischen auf 50 Jahre Musikleben zurück, in denen sie anfangs Autorin und Musiklehrerin war, dann Musikethnologin, später sogar Kulturministerin, aber eben auch immer Singer-Songwriterin. Baca ist für das Revival der afro-peruanischen Kultur mitverantwortlich, das sie mit Unterstützung von David Byrne auch in die Welt tragen konnte. Ihr aktuelles Album „Palabras Urgentes“ - übersetzt: „Dringende Worte” - ist eine Art Protestalbum und Menschen gewidmet, die für eine freiere, sozial gerechtere, rassismusfreie Welt gekämpft haben.

  • 06:10 Uhr

    Berichte, Interviews, Reportagen

    08:50 Uhr  Presseschau

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

    Am Mikrofon: Thielko Grieß

  • 09:05 Uhr

    Vor 50 Jahren: In Montreux bricht während des Jazz Festivals ein Brand aus

  • 09:10 Uhr

    Lautstark und radikal
    Der Kampf ums Klima wird härter 

    Am Mikrofon: Manfred Götzke

    Im Kampf um das Klima werden jungen Menschen immer ungeduldiger: Viele demonstrieren nach wie vor Freitag für Freitag, sie kämpfen mit Mitteln des zivilen Ungehorsams für eine wirksamere Klimapolitik. Andere wählen den juristischen Weg,  indem sie Bundesländer und Konzerne verklagen. Einige wenige setzen fürs Klima sogar ihr Leben aufs Spiel, die radikalste Form des Protestes. Vor der Bundestagswahl sind junge Menschen in einen Hungerstreik getreten, um ein Gespräch mit den Spitzenkandidaten zu erzwingen. Was diese jungen Klima-Aktivisten eint, ist die Enttäuschung über die Klima-Pläne der entstehenden Ampel-Koalition. Manfred Götzke war für das Wochenendjournal bei FFF-Demos, hat Hungerstreikende und Klimakläger getroffen und mit einem Protestforscher über die Dynamik des Klima-Aktivismus gesprochen.

  • 10:05 Uhr

    Am Mikrofon: Die Schauspielerin Maren Eggert

    Maren Eggert beherrscht alle Tonlagen. Die in Berlin lebende Schauspielerin kann Dialoge vorantreiben, Pointen setzen, ihre Gegenüber aus der Reserve locken. Bis 2010 hat sie diese Schlagfertigkeit jahrelang im Duett mit Axel Milberg in den Kieler Tatorten bewiesen. Auch in der Komödie „Ich bin dein Mensch” von Maria Schrader spielt Eggert ihr komisches Talent aus, wenn sie den Verführungsversuchen eines Androiden widersteht. Für die Rolle der Kunstwissenschaftlerin Alma, die testweise mit einem Cyborg zusammenlebt, wurde sie auf der Berlinale als beste Schauspielerin ausgezeichnet. In den Filmen der Regisseurin Angela Schanelec, mit der sie seit 2003 zusammenarbeitet, lernen wir Maren Eggert von einer anderen, eher zurückgenommenen Seite kennen. Kontinuität ist der Absolventin der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München wichtig - deshalb bleibt sie dem Theater treu. Seit 2010 ist sie festes Ensemblemitglied des Deutschen Theaters in Berlin.

  • 11:05 Uhr

    Die Alpen in Bergnot - Folgen des Klimawandels, Versuche der Anpassung
    Von Gerwald Herter

    Gemessen an Größe und Pracht der Alpen wirkt der Mensch klein. Doch unser Einfluss auf das, was in den Bergen geschieht, ist gewaltig. Der menschengemachte Klimawandel wirkt sich dort besonders früh und drastisch aus. Er lässt Gletscher verschwinden, Permafrost tauen und Bergmassive auseinanderbrechen. Eine Sendung über die Folgen des Klimawandels in den Alpen und ganz unterschiedliche Versuche, damit zurecht zu kommen.

  • 12:10 Uhr

    Berichte, Interviews, Musik

    Protest mit Fackeln vor dem Wohnhaus von Sachsens Gesundheitsministerin Köpping

    Tut Sachsen genug gegen Querdenker? - Interview mit André Hahn, Linken-MdB

    Sonderparteitag der SPD zur Abstimmung über den Koalitionsvertrag

    Der Ruf wird lauter - Debatte um allgemeine Impfpflicht

    Washington Post: US-Geheimdienste warnen vor russischem Angriff auf Ukraine

    Kandidat der konservativen französischen Partei LR für die Präsidentschaftswahlen 2022 wird bekannt gegeben

    "Franziskus-Moment "auf Zypern - Papst geißelt spontan den Umgang mit Flüchtlingen

    Demokratietest in Westafrika - Gambia wählt einen neuen Präsidenten

    Sporttelegramm

    Am Mikrofon: Dirk-Oliver Heckmann

  • 13:10 Uhr

    Triage - Warum es nicht auf die Impfung ankommen darf

    Ausgegrenzt wegen Omikron - Südafrikas Wissenschaft ist zurecht sauer

    US-Justiz - Recht auf Abtreibung in Gefahr

    Wahlkampf in Frankreich - Europa als Gewinnerthema

    Am Mikrofon: Melanie Longerich

  • 13:30 Uhr

    Zu wenig! Zu spät? Covax für Westafrika: Beispiel Nigeria

    Großzügige Impfstoffspende? Wie sich China in Afrikapositioniert

    Hindufanatiker gegen Muslime: Religiöse Hetze in Indien

    Eskalation in Äthiopien: Über die Rolle von Facebook

    Am Mikrofon: Andreas Noll

  • 14:05 Uhr

    Das Bildungsmagazin

    „Bildung und Chancen für alle“
    Was von den bildungspolitischen Plänen der Ampel zu erwarten ist
    In „Campus & Karriere“ gehen wir diesen Fragen nach: Was genau plant die neue Regierung im Bildungsbereich? Worin unterscheiden sich die Vorstellungen von der Vorgängerregierung? Wie viel Veränderung ist zu erwarten? Wie müssen die Vorhaben personell und pädagogisch gestaltet werden, damit sie tatsächlich zu mehr Bildungsgerechtigkeit beitragen? Welchen politischen, aber auch finanziellen Spielraum hat die Ampel-Koalition bei der Umsetzung ihrer Pläne?

    Gesprächsgäste:
    Jürgen König, Korrespondent für Kultur und Bildung im Deutschlandfunk-Hauptstadtstudio
    Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, GEW
    Matthias Anbuhl, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks
    Jens Brandenburg, FDP-Bundestagsfraktion und designierter Staatssekretär im Bundesbildungsministerium
    Am Mikrofon: Regina Brinkmann

    Hörertel.: 00800 - 4464 4464
    campus@deutschlandfunk.de

    Voraussichtlich in der nächsten Woche wird Olaf Scholz zum Kanzler gewählt und die neue Ampel-Koalition wird dann zeigen müssen, was sie von den im Koalitionsvertrag festgehaltenen Maßnahmen auch umsetzen kann. Im Bereich Bildung zieht sich dabei ihr Anspruch, endlich Bildungsgerechtigkeit zu schaffen, wie ein roter Faden durch die entsprechenden Kapitel. „Von Bildung und Chancen für alle“ ist da die Rede. Erreicht werden soll dieses Ziel unter anderem mit einer Reform des BAföG und der Förderung von insgesamt 8.000 Schulen „mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Schülerinnen und Schüler“. Doch die designierte Ministerin für Forschung und Bildung, Bettina Stark-Watzinger, findet erst einmal die Grundbedingungen für ihr politisches Handeln vor, die auch ihre Vorgängerin im Gepäck hatte. So kann sie als Bundesministerin viele Reformen nur mit Einverständnis und finanzieller Beteiligung der Länder umsetzen.

  • 15:05 Uhr

    Das Musikmagazin

    Women to the front! - Vivien Goldman über feministische Musikgeschichte
    „Wie Frauen sein sollten, das haben Männer entschieden.“ sagt die britische Musikjournalistin Vivien Goldman. Zu lange hätten männliche Labelbosse und Manager entschieden, welche Entfaltungsmöglichkeiten weibliche Künstlerinnen in der Musikindustrie haben. Und dann, kam Punk. Frauen nahmen sich, was sie wollten, schrieben eigene, neue Regeln und ermächtigten sich selbst. Doch wie sah der Weg dahin wirklich aus? Darüber schreibt Goldman in ihrem neuen Buch „Die Rache der She-Punks“

    Die unheilige Dreifaltigkeit: Arca mit KICK ii, KicK iii & kick iiii
    „Diva Experimental“ - so nennt sich die venezolanische Musikerin und Sounddesignerin Arca. In dieser Woche liefert sie gleich drei neue Alben ab und schließt damit die 2020 gestartete KiCk-Anthologie. Schließlich habe sie den Mutanten versprochen, im Jahr 2022 eine neue Ära zu starten. Arcas Sound ist ein sinnlicher und emotionaler Overload: experimentelle Club-Musik im Future-Pop-Korsett, die queere Befreiungsschläge möglich macht. Fast schade, dass diese Ära jetzt zu Ende sein soll

    „Ich bin großer Fan von Verletzlichkeit“ - Yousef Kekhia und sein zweites Album „Polylog“
    Yousef Kekhia ist vor dem syrischen Bürgerkrieg aus Aleppo nach Berlin geflohen und fand dort ein neues Zuhause. Sein Debütalbum „Monolog“ war eine innere musikalische Auseinandersetzung mit dieser Fluchtgeschichte. Sein neues Album „Polylog“ beschreibt das Leben danach, die vielen neuen Eindrücke und Erfahrungen. Klassisches Songwriting gibt es bei ihm nicht, im Interview erzählt der Musiker: „Ich arbeite mit Erinnerungen.“ - seine Songs seien nicht nur Songs, sondern viel mehr Gefühle

    Am Mikrofon: Bernd Lechler

  • 16:05 Uhr

    Bücher für junge Leser

    DIE BESTEN 7
    Die Deutschlandfunk-Bestenliste im Dezember mit den Juroren Ines Dettmann und Andre Kagelmann

    Annette Pehnt (Hrsg.) und Felicitas Horstschäfer (Illustration): „Book Rebels. 75 Heldinnen aus der Literatur“
    (Hanser Verlag, München)

    Timothy Snyder und Nora Krug (Bilder): „Über Tyrannei“
    Aus dem Amerikanischen von Andreas Wirthensohn
    (Verlagshaus Ch. Beck, München)

    Britta Teckentrup: „Von Raben und Krähen“
    (Verlagshaus Jacoby & Stuart, Berlin)

    ZO-O: „Die Ecke“
    Aus dem Englischen von Michael Stehle
    (Verlag Urachhaus, Stuttgart)

    Michael Roher: „Kali kann Kanari“
    (Verlag Jungbrunnen, Wien)

    Sarah Jäger: „Die Nacht so groß wie wir“
    (Rowohlt Verlag, Hamburg)

    Greg Neri: „Tru & Nelle. Eine Weihnachtsgeschichte“
    Aus dem Englischen von Sylvia Bieker & Henriette Zeltner-Shane
    (Verlag Freies Geistesleben, Stuttgart)

    Am Mikrofon: Ute Wegmann

  • 16:30 Uhr

    Computer und Kommunikation

    Digital-Euro:
    Die Europäische Zentralbank digitalisiert das Bargeld

    Transformationsgeld:
    Die Industrie 4.0 braucht neuartige Zahlungssysteme

    Mobildaten:
    Mit OCROSS sollen Verkehrsdaten leichter genutzt werden können

    Das Digitale Logbuch
    Q

    Info-Update

    Sternzeit 04.12.2021
    Wilhelm Tempel, der „illegale“ Astronom


    Am Mikrofon: Manfred Kloiber

  • 17:05 Uhr

    Keine Kompromisse in Krisenzeiten?
    Die Journalistin Alice Hasters und der Philosoph Jörg Phil Friedrich im Gespräch
    Am Mikrofon: Anja Reinhardt

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Schaufenster des arabischen Films - Das Filmfestival in Kairo unter neuer Leitung

    Für eine neue Museumsethik - eine Diskussion im Rautenstrauch-Joest-Museum Köln

    Kleist-Preisträger Lars Werner - "Feinstoff. 4 Versuche in Seide" in Cottbus

    Bilderschlacht in Belgrad - Ärger um Graffiti des Kriegsverbrechers Ratko Mladic

    Zeitgemäß oder unpassend? Der Zapfenstreich für Angela Merkel

    Am Mikrofon: Jörg Biesler

  • 18:10 Uhr
    18:35 Uhr  Sporttelegramm
  • 18:40 Uhr

    Zögerlicher Abschied von Papierakten: Die Digitalisierung der deutschen Justiz

  • 19:10 Uhr

    Sportpolitik - Der DOSB wählt eine neue Führung

    Fußball - Bundesliga, 14.Spieltag
    Bayer 04 Leverkusen - SpVgg Greuther Fürth
    TSG Hoffenheim - Eintracht Frankfurt
    1. FSV Mainz 05 - VfL Wolfsburg
    FC Augsburg - VfL Bochum
    DSC Arminia Bielefeld - 1. FC Köln
    Borussia Dortmund - FC Bayern München

    Fußball - 2. Liga, 16. Spieltag
    1. FC Nürnberg - Holstein Kiel
    Hannover 96 - Hamburger SV
    SV Sandhausen - SC Paderborn 07
    FC Hansa Rostock - FC Ingolstadt 04
    FC St. Pauli - FC Schalke 04

    Fußball - Crouch-Report in England: kommt 50+1?

    Handball - WM der Frauen in Spanien: Slowakei - Deutschland

    Biathlon - Weltcup in Östersund: Verfolgung Frauen + Staffel Männer
    Ski Nordisch - Wisla und Lillehammer
    Ski Alpin - Speedrennen in USA und Kanada
    Bob- und Skeleton - Weltcup in Altenberg

    Tennis - Davis-Cup Halbfinale: Deutschland - Russland

    Schach-WM - Online-Boom durch Corona

    Formel 1 - "Großer Preis von Saudi-Arabien" in Dschidda: Qualifying

    Am Mikrofon: Maximilian Rieger

  • 20:05 Uhr

    Hörspiel des Monats
    Das große Heft
    Von Agota Kristof
    Bearbeitung und Regie: Erik Altorfer
    Mit Libgart Schwarz, Kristof Van Boven
    Komposition: Martin Schütz
    Ton und Technik: Franz Baumann
    Produktion: Deutschlandfunk/HR/SRF 2021
    Länge: 113'

    Hörspiel nach Agota Kristof
    Bei ihrer Großmutter auf dem Land sind die zwei Brüder der Grausamkeit des Kriegs ungeschützt ausgesetzt. Die Zwillinge erfahren, dass sie sich nur auf sich selbst verlassen können. Ihre Beobachtungen schreiben sie nieder im großen Heft. 

    Begründung der Jury der Akademie der Darstellenden Künste:
    „Beunruhigend“, „Großartig“, „Stark“: So lauteten die ersten Kommentare der Jury zu dieser Hörspieladaption von Ágota Kristófs Romanbestseller „Das große Heft“. Natürlich bietet ein starker Ausgangstext eine gute Grundlage für eine gelungene akustische Umsetzung. Erik Altorfer hat es aber geschafft gemeinsam mit dem Komponisten Martin Schütz eine atmosphärische Dichte zu kreieren, die das Werk über den Text hinaus zu einem beeindruckenden Hörerlebnis macht.
    Zwei Brüder werden zu Kriegsbeginn der Obhut der Großmutter übergeben. Es sind Zwillinge, deren Stimmen im Hörspiel von Libgart Schwarz und Kristof van Boven gesprochen werden. Sie erzählen in schonungsloser Genauigkeit und im sachlichen Ton von der Gefühlskälte, Verarmung und Gewalt, der sie von nun an ausgesetzt sind.
    Die beiden Geschwister beginnen sich an diese Umgebung anzupassen. Sie versuchen sich mental und körperlich abzuhärten, unterrichten sich selbst und legen ein Heft mit allen Erlebnissen an. Für ihr Überleben werden sie zu Dieben, Bettlern, Rächern und Mördern. Lernen aber auch anderen zu helfen und nach eigenen Moralvorstellungen zu handeln.
    Kristófs unverwechselbarer Schreibstil bleibt im Hörspiel erhalten. Kurze Sätze in einfacher Sprache und größter Direktheit entfalten gemeinsam mit einer klaren Musiksprache einen vielschichtigen Hörraum. Die ruhigen Melodien drängen sich nie vor die beklemmenden Zustandsbeschreibungen einer verrohten Gesellschaft, bleiben jedoch immer präsent und geben den Rhythmus des Stücks vor. Es sind aber vor allem die beiden Stimmen von Schwarz und van Boven, von denen man unweigerlich gefangen wird. Die eindringlichen Berichte in direkter und indirekter Rede, im Duett gesprochene Sätze und Satzwiederholungen wechseln sich mit kunstvoll gesetzten Pausen ab. Besonders diese Momente der Stille verleihen der Brutalität des Gesagten noch mehr Nachdruck. Auch die formale Strenge der Originalvorlage bleibt im Hörspiel erhalten, der dramaturgisch gut strukturierte Text greift kein Wort zu viel und kein Bild zu wenig aus Kristófs Roman heraus. Mit der Hörspielfassung von ‚Das große Heft‘ ist eine perfekte Komposition aus Sprache, Stimmen, Stille und Musik gelungen.“

    Die Deutsche Akademie der Darstellenden Künste in Frankfurt am Main zeichnet jeden Monat ein Hörspiel aus den Produktionen der ARD-Anstalten aus. Die Entscheidung über das HÖRSPIEL DES MONATS trifft eine Jury, die jeweils für ein Jahr unter der Schirmherrschaft einer ARD-Anstalt arbeitet. Am Ende des Jahres wählt die Jury aus den zwölf Hörspielen des Monats das HÖRSPIEL DES JAHRES.

  • 22:05 Uhr

    Revisited Forum neuer Musik 2014
    Aufbrüche, Ahnungen - das Jahr 1914

    Werke von Ethel Smyth, Cécile Chaminade, Luigi Russolo, Giacomo Balla, Henry Cowell, Alexej Stanchinsky, Arthur Lourié
    ensemble 20/21
    Leitung: David Smeyers

    Aufnahme vom 3.4.2014 im Museum Ludwig, Köln

    Am Mikrofon: Frank Kämpfer

    Was verbindet den Amerikaner Henry Cowell, den Russen Arthur Lourié, die Französinnen Lili Boulanger und Cécile Chaminade sowie die Italiener Luigi Russolo und Giacomo Balla? Was bewegt sie, welchen Zeitgeist spiegelt ihr künstlerisches Tun? Im Eröffnungskonzert eines dem Jahrhundertgedächtnis des Ersten Weltkrieges gewidmeten Forums neuer Musik waren sie alle mit einer Komposition aus dem Kriegsjahr 1914 vertreten. Nostalgisches und radikal Neues stießen dabei aneinander; Fragen nach heutigem Empfinden brachen auf. Für das Programm und den Auftritt im Kinosaal des Museum Ludwig hatte David Smeyers gesorgt. Sein ensemble 20/21 der Kölner Musikhochschule interpretierte die musikalischen Miniaturen in Instrumentierungen aus der Hand von Studierenden, die sich ein Semester lang sowohl mit ästhetischen wie gesellschaftspolitischen Fragen auseinander gesetzt hatten.

  • 23:05 Uhr

    Nicht zu früh an die Kamera denken!
    Eine Lange Nacht über Stanley Kubrick
    Von Rainer Praetorius
    Regie: Fabian von Freier
    (Wdh. v. 2./3.3.2019)

    „Ich habe Angst, Dave!“, „Das hier bin ich, Alex, und meine drei Droogs.“ Zwei Sätze - und schon startet in vielen Köpfen das Kino des Regisseurs Stanley Kubrick (1928 -1999). Der erste Satz stammt von einem Computer, der um sein Leben fürchtet. Die andere zitierte Filmfigur ist ein jugendlicher Schläger, der erst Täter und dann Opfer wird. Doch es ist nicht in erster Linie die menschliche Sprache, die Kubricks Kinowelt ausmacht. Kaum einem anderen Regisseur ist es so gelungen, Bild und Musik zu einer vollständigen Einheit zu verschmelzen. Kubricks Perfektionismus ist berühmt-berüchtigt. Viele hielten dieses Streben nach Vollkommenheit für überzogen. Kubrick-Fans sind dem Regisseur von Filmen wie „2001: Odyssee im Weltraum”, „Uhrwerk Orange” und „Shining” bis heute dankbar, dass er nicht davor zurückschreckte, ein Filmhandwerk zu praktizieren, das so konsequent gründlich war. In der griechischen Mythologie schwang sich Ikarus mithilfe einer Flügelkonstruktion aus Vogelfedern in den Himmel. Die Federn waren durch Wachs verbunden. Als er immer höher stieg und der Sonne zu nahe kam, schmolz das Wachs. Ikarus stürzte ab. „Versuche nicht, zu hoch zu fliegen!”, lautet die gängige Moral dieser Geschichte. Zwei Jahre vor seinem Tod zog Stanley Kubrick eine ganz andere Erkenntnis aus dem alten Mythos. In einer letzten öffentlichen Video-Ansprache erklärte er: „Vergesst Wachs und Federn. Baut bessere Flügel!”