Dienstag, 07. Dezember 2021

Programm: Vor- und RückschauDienstag, 21.12.2021

  • Mon
    Tue
    Wed
    Thu
    Fri
    Sat
    Sun
  • 00:05 Uhr
    00:05 Uhr  Fazit

    Kultur vom Tage
    (Wdh.)

    01:30 Uhr  Tag für Tag

    Aus Religion und Gesellschaft
    (Wdh.)

  • 05:05 Uhr

    Berichte, Interviews, Reportagen

    06:35 Uhr  Morgenandacht

    Pfarrerin Melitta Müller-Hansen, München
    Evangelische Kirche

    08:50 Uhr  Presseschau

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 30 Jahren: Die „Gemeinschaft unabhängiger Staaten" wird gegründet

  • 09:10 Uhr
  • 09:35 Uhr

    Aus Religion und Gesellschaft

  • 10:08 Uhr

    In schwierigen Zeiten
    Lebenskrisen

    Gast:
    Dr. Wolfgang Schwachula, Internist, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, Bonn
    Am Mikrofon: Martin Winkelheide

    Hörertel.: 00800 4464 4464
    sprechstunde@deutschlandfunk.de

  • 12:10 Uhr

    Berichte, Interviews, Musik

  • 15:05 Uhr
  • 15:35 Uhr

    Das Medienmagazin

  • 16:10 Uhr
  • 17:35 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

  • 18:40 Uhr
  • 19:15 Uhr

    Der verlorene Frieden
    Deutschlands Einsatz in Afghanistan
    Nation Building (1/6)
    Terror und Taliban (2/6)
    Feature-Serie von Marc Thörner
    Regie: Matthias Kapohl
    Produktion: Deutschlandfunk 2021
    (Teil 3+4 am 28.12.2021)

    Schulen und Universitäten öffnen ihre Tore, Frauenrechte werden gestärkt, Afghanistans Zivilgesellschaft blüht. - Das ist die Vision der internationalen Schutztruppe, an der sich Ende 2001 auch Deutschland beteiligt. Nach dem chaotischen Abzug 2021 und der Rückkehr der Taliban an die Macht ist davon nichts geblieben. Nirgendwo hat sich Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg militärisch stärker engagiert. Mit einer - so die Selbsteinschätzung - wegweisend neuen „zivilmilitärischen“ Strategie: Bundeswehrsoldaten treten nicht als Besatzer auf, sondern als Freunde der Einheimischen. Nach jahrzehntelangem Krieg und den Terroranschlägen des 11. Septembers soll Afghanistan von den Taliban befreit und wieder aufgebaut werden. Nie wieder soll das Land zur Basis des internationalen Terrorismus werden. Doch viel schneller als man wahrhaben will, wird die vermeintliche Entwicklungshilfemission zum Kriegseinsatz. Marc Thörner war seit 2006 immer wieder in Afghanistan. Die Serie entstand im Winter 2020/21 kurz vor dem angekündigten Abzug der internationalen Truppen. Thörner hat mit Deutschen, Entscheidungsträgern und Zeitzeugen gesprochen. Vieles, was zu diesem Zeitpunkt noch düstere Prognose war, ist wenige Monate später eingetreten.

    Nation Building: Aufbrüche prägen Anfang der 2000er-Jahre am Hindukusch das Bild. Die Bundeswehr übernimmt die Sicherheitsverantwortung für neun Provinzen, baut Brunnen, Brücken, Schulen als Teil der ISAF, der International Security Assistance Force, wie die internationale Afghanistan-Schutztruppe sich nennt. Ahmed Hashemi gründet eine Zeitung, beschäftigt 50 Mitarbeiter, später arbeitet er im Bildungsministerium für die Regierung Karsai. Bundeswehroberst Reinhard Erös sammelt bei Unterstützern Geld und beginnt überall im Land, Schulen und Krankenstationen zu bauen. Der Autor kommt 2006 zum ersten Mal ins Land und besucht das deutsch geführte Regionalkommando Nord, die größte Bundeswehrbasis außerhalb des Staatsgebiets. Da sind die ersten Kameraden bereits gefallen, der Anschlag wird da noch als Unfall bezeichnet. Und auch sonst gibt es erhebliche Verständigungsprobleme.

    Terror und Taliban: Anders als angenommen haben die Taliban niemals aufgegeben. 2008 nehmen sie das vormals ruhige deutsche Feldlager in Kundus bereits wieder nach Belieben unter Beschuss und legen Deutschlands uniformierte Aufbauhelfer lahm. Die Taliban verfügen weiter über Kraftquellen jenseits der Grenze, in Pakistan. Dort erzählt Maulana Sami ul Haq in seiner Madrassa, wie er die Taliban als „Friedensbewegung der Studenten“ konzipierte. Mit ihrem mittelalterlichen Islam gelingt es ihnen, den jahrelangen Bürgerkrieg zwischen den unterschiedlichen Ethnien Afghanistans in kurzer Zeit zu beenden. Die Taliban sind vor allem Paschtunen - so wie die meisten Pakistanis, die ihnen seit Jahren Unterschlupf gewähren und auch nach dem 11. September 2001 ihre Unterstützung niemals eingestellt haben.

  • 20:10 Uhr

    "Her Mothers Voice"
    Eine Art Selbstbetrachtung
    Hörspiel nach dem gleichnamigen Künstlerbuch von Lilian Lijn
    Bearbeitung und Übersetzung aus dem Amerikanischen: Gaby Hartel
    Regie: Giuseppe Maio
    Mit Liliane Lijn, Corinna Kirchhoff, Frauke Poolman
    Komposition: zeitblom
    Ton und Technik: Boris Wilsdorf
    Produktion: Deutschlandfunk 2021
    Redaktion: Sabine Küchler


    LILIANE LIJNS REISE IN DIE EIGENE MIGRATIONSGESCHICHTE
    Liliane Lijn, 1939 in New York geboren, gehört seit Mitte der 1960er-Jahre zu den herausragenden Protagonistinnen zeitgenössischer Kunst. Ihre Kindheit verbringt sie im vitalen Umfeld von sechs Sprachen. Diese Vielstimmigkeit hat ihr Werk geprägt.

    Liliane Lijn beschäftigt sich seit 50 Jahren mit Spoken Word Literature, ihr besonderes Interesse gilt der Körperlichkeit der Stimme, Sprachmagie und Wortklang. Dies mag biografische Gründe haben, denn Lijn, die 1939 in New York im Umfeld jüdischer Flüchtlinge geboren wurde, wuchs in einem Klangraum von sechs Sprachen auf. Die früh erlebte Vielstimmigkeit schlug sich etwa in Lijns visionärem Künstlerbuch „Crossing Map“ von 1974 nieder. Das auditive Sprachkunstwerk „Her Mother’s Voice“ basiert auf Interviews der Künstlerin mit ihrer Mutter, in denen sie nicht nur der eigenen Vergangenheit auf die Spur kommen will, sondern dem Wesen der Mutter als migrantischer Existenz. Der starke Akzent dieser Mutter-Sprache erzählt ebenso viel über deren Fluchtbewegung quer durch Europa wie die berichteten Ereignisse selbst oder deren sprechende Auslassung.
    Liliane Lijn, geboren 1939, gehört zu den herausragenden Protagonistinnen der zeitgenössischen Kunst. Neben kinetischen Skulpturen, Soundarbeiten und Performances entwickelt die Künstlerin seit ihrer Zeit im Paris der 50er-Jahre eine sehr eigene Sprachkunst, die sie nach „Crossing Map“ (Deutschlandfunk Kultur 2015) nun zum zweiten Mal im Deutschlandfunk zu einem Hörspiel weiterentwickelt hat. 2023 wird ihr Werk im Münchner Haus der Kunst gezeigt.

  • 21:05 Uhr

    Gereiftes Wunderkind
    Der Pianist A Bu
    Aufnahme vom 18.9.2021 beim Klavierfestival Ruhr 2021 in Hagen
    Am Mikrofon: Michael Kuhlmann

    Dass ein junger Chinese als Klavier-Wunderkind gehandelt wird, ist schon häufiger vorgekommen. Ungewöhnlich aber, wenn das im Jazz passiert. Der 1999 geborene A Bu konzertierte schon als 14-Jähriger an der Seite Chick Coreas. Mit 15 gewann er den Klavier-Solowettbewerb von Montreux und begann ein Studium in New York. Als Kind hörte er begeistert Jazz; später ließ er sich von lateinamerikanischen Klängen inspirieren. Heute nennt er als eines seiner großen Vorbilder Keith Jarrett. Inzwischen beschäftigt er sich auch mit der Musik seiner chinesischen Heimat. Seit Jahren geplant war ein Auftritt beim Klavier-Festival Ruhr, wie er im September 2021 wahr wurde. A Bu spielte dort ein facettenreiches Repertoire aus freien Improvisationen und auskomponierten Stücken, mit Anklängen an Musik von Fats Waller bis John Coltrane.

  • 22:05 Uhr

    Musik fürs Auge
    Die „Kunst der Fuge“ als immersives Erlebnis
    Von Bettina Mittelstraß

    Johann Sebastian Bachs „Kunst der Fuge“ gespielt von einem Streichquartett inmitten einer Videoinstallation - das ist das Projekt „Insight“ des delian::quartett. Zwei Jahre Vorbereitung hat das Quartett in einen mehrdimensionalen Konzertabend gesteckt. Das Ergebnis ist eine „Bildkunst nach Bach“: Alle vierstimmigen Kontrapunkte werden simultan und in Echtzeit mit einer beeindruckenden Videoinstallation begleitet. Dafür ließ das Quartett die „Kunst der Fuge“ in wissenschaftliche Analysedaten zerlegen, diese in grafische Algorithmen übersetzen und anschließend vom spanischen Videokünstler Marc Molinos in dessen surreale Bildsprache verwandeln. Die Premiere dieses audiovisuellen Abends fand wegen der Corona-Beschränkungen vor nur einer Person statt.

  • 22:50 Uhr
  • 23:10 Uhr

    Journal vor Mitternacht