Donnerstag, 22. Februar 2024

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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 07.02.2021

  • 00:05 Uhr

    Keine lange Zeit auf der Welt, aber eine gute
    Die Lange Nacht über William Faulkner
    Von Tom Noga
    Regie: der Autor

    Die Südstaaten waren sein Thema. Vor allem der Mississippi und die Universitätsstadt Oxford, der William Faulkner das fiktive Jefferson City nachempfunden hatte. Dort spielen die meisten seiner Romane. „Mississippi Goddam“, wie die Sängerin und Bürgerrechtlerin Nina Simone einst sang. Das verdammte Mississippi. Der Staat im Süden, in dem das Antebellum, die Zeit vor dem Amerikanischen Bürgerkrieg besonders verklärt wurde. Wo das gesellschaftliche Gift des Rassismus länger wirkte als anderswo. Wo sich eine weiße Elite länger, vehementer und brutaler gegen die Aufhebung der Rassentrennung stemmte, die Afroamerikanern fast ein Jahrhundert lang elementare Bürgerrechte verwehrte. Das ist die Welt seiner Romane: einst reiche, sich aristokratisch gebende und doch von Abenteurern und Emporkömmlingen abstammende Familien, deren Werte verrottet sind und deren Mitglieder verkommen. Und im Milieu des White Trash, wie man heute sagen würde, in der weißen Unterschicht, die der Südstaaten-Aristokratie erst den Spiegel vorhielt und sie dann sukzessive verdrängte. So entstanden epische Familiendramen, allem voran „Schall und Wahn“ und „Absalom! Absalom“, sein Opus Magnum - brillant erzählt in der damals bahnbrechenden Technik des Bewusstseinsstroms: Faulkner erzählte nicht linear, sondern zersplitterte die Handlung und schilderte sie aus der Haltung und der Sprache seiner Protagonisten. Sein virtuoser Umgang mit Form, Sprache. Inhalt und gesellschaftlichen Kontext brachte ihm im Jahr 1950 den Nobelpreis für Literatur. Bis heute sind seine Romane aktuell, weil sie die menschliche Seele, und die Ursprünge des Rassismus beschreiben, der die USA plagt.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Mason Bates
    „Resurrexit“ für Orchester

    Wolfgang Amadeus Mozart
    Konzert für Klavier und Orchester Nr. 22 Es-Dur, KV 482

    Igor Levit, Klavier
    Pittsburgh Symphony Orchestra
    Leitung: Manfred Honeck

    Aufnahme vom 8.11.2019 aus der Tonhalle Düsseldorf

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Ludwig van Beethoven
    Sinfonie Nr. 6 F-Dur „Pastorale", op. 68. Arrangiert für Klaviertrio

    Beethoven Trio Bonn

  • 06:05 Uhr

    Myanmar: Wenn die USA und die EU nicht handeln, profitiert China

  • 06:10 Uhr

    Komponist: Michael Praetorius
    „Erhalt uns Herr bey deinem Wort". Choralkonzert für 3 Soprane, Alt, Tenor und 2 Bässe, Instrumente, Kapellchor und Basso continuo
    Weser-Renaissance Bremen
    Leitung: Manfred Cordes

    Tomaso Giovanni Albinoni
    Sonata da chiesa für Violine und Basso continuo g-Moll, Nr. 5. Fassung für Oboe und Basso continuo
    Åsa Åkerberg, Violoncello
    Thomas C. Boysen, Theorbe
    Martin Müller, Cembalo

    Charles Tournemire
    Suite de morceaux pour orgue, op. 24
    Michelle Leclerc, Orgel

    Johann Sebastian Bach
    „Gleichwie der Regen und Schnee vom Himmel fällt". Kantate zu Sexagesimae für Soli, Chor und Orchester, BWV 18
    Nuria Rial, Sopran
    Makoto Sakurada, Tenor
    Dominik Wörner, Bass
    Chor und Orchester der J. S. Bach-Stiftung
    Leitung: Rudolf Lutz

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Das Rennen um den Impfstoff - Warten im Südlichen Afrika

    Die Seele in Coronazeiten - Ein Interview mit dem Psychotherapeuten Wolfgang Schmidbauer

    Gamestop, Hedgefonds und die Zukunft der Börse - Ein Interview mit dem Ökonomen Hanno Beck

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Zwei Menschen - zwei Konfessionen - eine Hochzeit. Wie Paare es miteinander aushalten
    Von Pfarrer Stephan Krebs
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 150 Jahren: Der Klavierbauer Heinrich Steinweg gestorben

  • 09:30 Uhr

    Die Besserwisser. 
    Über alternative Fakten, Wissenschaftsskepsis und Verschwörungsdenken in der Corona-Krise
    Von Eva Horn

    Was macht eigentlich die Einheit einer Gesellschaft aus? Eine gemeinsame Sprache, eine geteilte Kultur, ein Glauben oder Grundwerte, die eine Mehrheit verbinden? Auch wenn sie sich sonst ziemlich uneins ist. Das Aufweichen solcher kulturellen Gemeinsamkeiten - sei es nun die eine Landessprache oder die „christlich-abendländischen Werte” - haben die Gesellschaft vielfältiger gemacht, aber auch stärker segmentiert. Aber selbst unterschiedliche Sprachen, soziale Codes, Religionszugehörigkeiten, Wertsysteme und Interessen verhindern nicht die Diskussion darüber, was man als Gesellschaft will, was man duldet und was nicht. Und was überhaupt als politisches Problem wahrgenommen und diskutiert werden kann. „Der französische Philosoph Jacques Rancière hat argumentiert, dass genau in diesem Unvernehmen Politik besteht. Sie ist nicht das Lösen von Problemen, sondern besteht im ständigen Streit darüber, was überhaupt ein Problem sei, wer mitreden darf, welche Interessen repräsentiert werden müssen. So divers und kontrovers eine Gesellschaft sein mag, muss sie doch, um überhaupt streiten zu können, eines teilen: einen Konsens darüber, was als wirklich anerkannt wird und was nicht”, schreibt Eva Horn in einem Essay der „Berliner Zeitung”, den sie für den Deutschlandfunk weiter denkt. Eva Horn, geboren 1965 in Frankfurt am Main, studierte Literaturwissenschaften und Philosophie unter anderem in Bielefeld, Konstanz und Paris. Sie ist Professorin für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Wien. 2007 erschien „Der geheime Krieg. Verrat, Spionage und moderne Fiktion”. Im Herbst 2019 veröffentlichte sie ihr Buch „Anthropozän zur Einführung”.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Propsteigemeinde St. Gangolf in Heinsberg
    Zelebrant: Propst Markus Bruns
    Katholische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Britta Ernst, Kultusministerin in Brandenburg, SPD, und Vorsitzende der Kultusministerkonferenz

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Von Seesen in die Welt
    Die harzer Heimat des berühmten Klavierbauers Steinway
    Zum 150. Todestag des Heinrich Engelhard Steinweg

    "Die Behinderung des Geistes fallen lassen"
    Winterspaziergang am Fühlinger See in Köln

    Zwischen Verzweiflung und neuem Mut
    Die Kanareninsel Gran Canaria sucht Ihren Weg aus der Krise

    Ode an die Süße
    Die Zuckerbäckerläden Griechenlands

    Tun oder lassen?
    Reisen in Zeiten der Pandemie

    Am Mikrofon: Andreas Stopp

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Festivalleiter Stefan Reichmann im Gespräch mit Stephan Beuting

    Für die Veranstaltungsbranche war 2020 ein Schreckensjahr. Auch Stefan Reichmann und die Crew des Haldern-Pop-Festivals mussten ihre fast ausverkauften Open-Air-Veranstaltungen absagen. Dass sie aber allem Anschein nach nicht Pleite gehen, hat mit der besonderen DNA dieses niederrheinischen Festivals zu tun. „Festivals haben für uns eine andere Aufgabe, als nur Geld zu verdienen“, sagt Stefan Reichmann. Es gehe um Gastfreundschaft, ums Begegnen und die Wechselwirkungen, die dabei entstehen. Und das Publikum sieht das ganz offenbar auch so. Viele haben aus Liebe zum Festival ganz oder teilweise auf eine Rückerstattung verzichtet oder in diesem Jahr das „Zuhause-Ticket” gekauft. Gemeinschaft, Vertrauen und Solidarität sind Werte, die in der Krise viel Beachtung finden. In Haldern gehören sie schon seit über 35 Jahren dazu. Damals gehörte Stefan Reichmann, Jahrgang 1964 und gelernter Schriftsetzer und Lithograf, zum Gründungsteam.
    Wie kann man die Welt entdecken und doch auf dem Dorf bleiben? Stefan Reichmann und die Haldern-Crew haben einen Weg gefunden: Einfach ein Festival machen, das für die Gäste, die Musiker und Musikerinnen und die Veranstaltertruppe gleichermaßen funktioniert. Und von dem internationale Künstlerinnen und Künstler heute sagen, dass sie die einzigartige Stimmung dort schätzen, die Vertrautheit hinter der Bühne, die musikalische Offenheit des Publikums. Ein Gespräch mit Stefan Reichmann darüber, was gute Musik ausmacht, über Lagerfeuer, dörfliche Resilienz und eine neue Wertschätzung von Gemeinschaft.

  • 15:05 Uhr

    Das Magazin - Neues aus der Szene
    Am Mikrofon: Tim Schauen

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Jay Howard Geller: „Die Scholems“
    Aus dem Englischen von Ruth Keen und Erhard Stölting
    (Jüdischer Verlag im Suhrkamp Verlag, Berlin)
    Ein Beitrag von Hans-Martin Schönherr-Mann

    Am Mikrofon: Hubert Winkels

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt

    Lebt da was?
    Die Raumfahrt der Mikroben
    Von Karl Urban

    Für die Raumfahrt beginnt derzeit eine aufregende, neue Ära: Sonden bringen Staub von Kometen, Asteroiden und Planeten auf die Erde, um darin nach den Bausteinen des Lebens oder gar Mikroben zu suchen. Aber was würde so ein Fund bedeuten? 50 Jahre lang haben wir mit jedem Raketenstart ungewollt immer auch irdische Organismen ins All geschickt. Sie bewohnen die Internationale Raumstation, vielleicht haben sie mit Sonden längst den Mars erreicht. Und wenn Menschen in einigen Jahren tatsächlich auf dem Roten Planeten landen, wird auch das menschliche Mikrobiom aus Haut- oder Darmbakterien mit an Bord sein.
    Erst einmal aber landet in diesen Tagen der NASA-Rover Perseverance im Marskrater Jezero. Er soll verdächtige Gesteinsproben einsammeln, für einen baldigen Rücktransport zur Erde. Angenommen wir finden darin Spuren von Leben. Sind das dann wirklich Außerirdische?

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    Auf der Suche nach dem Wir VII
    Universale Werte für das 21. Jahrhundert
    Der Philosoph Markus Gabriel im Gespräch mit Karin Fischer

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Endlich mal erklärt - Wie hält der Tänzerkörper die Belastung bloß aus?

    Wer darf sprechen? Identitätspolitik auf der Bühne

    Hollywood-Ästhetik - Eine neue Publikation zur Bildsprache von Islamisten
    Ein Gespräch mit dem Islamwissenschaftler Christoph Günther

    "Die Kunst zieht um die Häuser"- Moderne Kunst in Cottbuser Schaufenstern

    Am Mikrofon: Michael Köhler

  • 18:40 Uhr

    Geschichte aktuell - Vor 50 Jahren: Der Computer hält Einzug beim Aktienhandel

  • 19:10 Uhr

    1. Fußball - Bundesliga, 20. Spieltag: Fußball - 1899 Hoffenheim unterliegt Eintracht Frankfurt mit 1:3

    Fußball - Champions League Partie RB Leipzig gegen Liverpool nun in Budapest
    Fußball - Wie die DFL-Vorschläge in Europa ankommen
    Fußball - DFB-Vize Rainer Koch droht neuer Ärger
    Fußball - Katar und die Club-WM

    Iran - Drei Sportler in vier Monaten - was steckt hinter den Hinrichtungen?

    Bob-WM - Francesco Friedrich holt Rekord-Gold, deutscher Dreifachsieg
    Ski nordisch - Erneuter Sieg für Vinzenz Geiger in Klingenthal
    Skispringen - Bundestrainer Stefan Horngacher

    Tennis - Australian Open: Vor dem Start des Grand Slam in Melbourne
    Tennis - Claudia Löber-Raabe über die Stimmung in Melbourne

    Football - Sarah Thomas: die erste Schiedsrichterin beim Super Bowl

    Am Mikrofon: Maximilian Rieger

  • 20:05 Uhr

    Musik aus dem Paralleluniversum
    Auf Tour mit Bernd Begemann
    Von Sascha Wundes
    Regie: Thomas Wolfertz
    Produktion: WDR 2020

    Bernd Begemann gilt als „Pionier deutschsprachigen Indie-Pops“ und als „musikalischster und hinterlistigster Frauenversteher der Republik“. Sein ganzes Leben ist eine ausgedehnte Tournee. Nur in den deutschen Charts taucht er nicht auf. Begemann hat über 20 Alben veröffentlicht und Hunderte von Songs geschrieben. In keinem Artikel über ihn fehlt der Verweis auf seine Herkunft: erst Bad Salzuflen, dann Hamburg. Sein Einfluss auf die sogenannte Hamburger Schule ebnete Bands wie Tocotronic, Die Sterne und Blumfeld den Weg. Einmal war er für zwei Wochen in den deutschen Singlecharts: „Du bist verhaftet wegen sexy“, eine Kollaboration mit Olli Schulz. Sonst taucht er dort nicht auf. Warum eigentlich nicht? Ist er gescheitert, wenn zu den Konzerten auch mal nur 30 Leute kommen? Woran misst sich Erfolg? Begemann kümmert das alles nicht. Er gibt jeden Abend Vollgas, Zugaben inklusive. Mal spielt er mit seiner Band Die Befreiung, mal solo, mal in der Elbphilharmonie und mal im Jugendzentrum in Kamen.

  • 21:05 Uhr

    4. Raderbergkonzert 2020/21

    Franz Schubert
    Sonate für Arpeggione und Klavier a-Moll, D 821

    Henri Dutilleux
    Trois strophes sur le nom de Sacher für Violoncello solo

    Sergej Rachmaninow
    Trio élégiaque für Violine, Violoncello Klavier Nr. 2 d-Moll, op. 9

    Johannes Brahms
    Quintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier f-Moll, op. 34

    Friedrich Thiele, Violoncello
    Can Çakmur, Klavier
    Neasa Ní Bhriain, Viola
    Stefan Zientek, Violine
    Nikita Geller, Violine

    Aufnahme vom 12.1.2021 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal, Köln

    Am Mikrofon: Norbert Hornig

    Auch in der Saison 2020/21 der Raderbergkonzerte stellen aufstrebende Talente ihr Können vielfältig unter Beweis. Zu ihnen gehört der aus Dresden stammende Cellist Friedrich Thiele, der 2019 als Gewinner des 2. Preises beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD und als Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbs im Rampenlicht stand. Im 4. Raderbergkonzert hat er sich mit ambitionierten Kolleginnen und Kollegen zusammengetan, den Geigern Stefan Zientek und Nikita Geller, der aus Irland stammenden Bratschistin Neasa Ní Bhriain und dem türkischen Pianisten Can Çakmur. Mit Schuberts „Arpeggione-Sonate“, Rachmaninows „Trio élégiaque“ und Brahms′ Klavierquintett am Schluss erleben wir die jungen Musiker in Meisterwerken der Klassik und Romantik. Mit den „Trois strophes sur le nom de Sacher“ für Violoncello solo von Henri Dutilleux setzt Friedrich Thiele einen delikaten, markanten zeitgenössischen Kontrapunkt.

  • 23:30 Uhr

    DFL-Taskforce: Wegweisende Empfehlungen oder Papiertiger?

    Christian Müller, Ex-DFL-Finanzchef
    Anna-Maria Hass, Fanvertreterin und
    Tanja Ferkau,Geschäftsführerin Impct.

    Die Fragen stellt Maximilian Rieger.