Dienstag, 21. Mai 2024

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Programm: Vor- und RückschauMontag, 13.04.2020

  • 00:05 Uhr

    Kultur vom Tage
    (Wdh.)

  • 01:05 Uhr

    Jazz
    ,The Sideman's Journey' - Herbie Hancock zum 80. Geburtstag
    Am Mikrofon: Karl Lippegaus

    Am 12. April konnte Herbie Hancock seinen 80. Geburtstag feiern. Er ist als Pianist, Komponist und Bandleader eine zentrale Figur in der Geschichte des zeitgenössischen Jazz. Ein selten im Zusammenhang beleuchtetes Kapitel sind seine zahlreichen Auftritte als Sideman in den 60er-Jahren. Berühmt wurde Herbie Hancock an der Seite von Miles Davis. Doch seine Plattenkarriere begann mit einem anderen Trompeter, Donald Byrd, mit dem er ab 1961 fünf Alben für Blue Note aufnahm. Sie ebneten ihm nicht nur den Weg für eine steile Solokarriere, beim Blue Note-Chef Alfred Lion galt Hancock bald als first call musician. Weitere große Jazztrompeter luden ihn ein: Lee Morgan, Freddie Hubbard und Kenny Dorham. Das junge Genie aus Chicago konnte als Sideman für starke Solisten wie Jackie McLean, Grant Green, Hank Mobley, Bobby Hutcherson und Sam Rivers fungieren und definierte durch sein Können die Rolle des Begleitpianisten neu. Alle wussten um seine Spielmacher-Qualitäten und nutzten sie. Ob straight ahead oder völlig free - Herbie Hancock machte mit. Zum enigmatischen Saxofonisten Wayne Shorter entstand die produktivste künstlerische Beziehung, die in eine lange Kette großer Aufnahmen mündete. Hancock ging mit Wayne durch dick und dünn - vom akustischen zum elektrischen Jazz. Und wieder zurück. Die „Radionacht Jazz“ zum 80. Geburtstag des Pianisten und Keyboarders richtet den Fokus auf sein weitgespanntes Werk mit anderen. Weitere Themen: neue Bücher zu Ornette Coleman, Charlie Parker und Keith Jarrett.

  • 06:05 Uhr

    Philipp Heinrich Erlebach
    'Ich will euch wiedersehen'. Kantate zum 2. Ostertag
    Dorothee Mields, Sopran
    Alexander Schneider, Altus
    Andreas Post, Tenor
    Matthias Vieweg, Bass
    Les Amis de Philippe
    Leitung: Ludger Rémy

    Johann Sebastian Bach
    'Erfreut euch, ihr Herzen'. Kantate am zweiten Osterfesttag, BWV 66
    Kai Wessel, Countertenor
    James Taylor, Tenor
    Peter Kooy, Bass
    Chor und Orchester Collegium Vocale
    Leitung: Philippe Herreweghe

    Joseph Haydn
    Konzert für Orgel und Orchester C-Dur, Hob XVIII:8
    Harald Hoeren, Orgel
    Kölner Kammerorchester
    Leitung: Helmut Müller-Brühl

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

  • 08:35 Uhr

    Aus Religion und Gesellschaft
    Gebrochenes Halleluja
    Leonard Cohen und die Religionen
    Von Gerald Beyrodt

  • 09:05 Uhr

    Vor 150 Jahren: Das Metropolitan Museum of Art wird in New York gegründet

  • 09:10 Uhr
    09:30 Uhr   Essay und Diskurs

    Ins Licht geschrieben (3/3)
    Dunkelkammer - Über den Fotografen Daniel Schwartz
    Von Navid Kermani

    Einige Bilder von Daniel Schwartz zeigen schmelzende Gletscher. In ihnen spiegelt sich das Sterben der Erde insgesamt. Navid Kermani nimmt die Fotografien zum Anlass nachzudenken: über die Vergänglichkeit und das Hell-Dunkel unserer Existenz. Über mehrere Monate hat Navid Kermani in seinem Tagebuch Notizen zum Fotografen Daniel Schwartz gemacht. Seine Werke, unter anderem Bilder aus Afghanistan, sind für den Schriftsteller Sinnbilder der Vergänglichkeit. Im dritten Essay an den Osterfeiertagen entfaltet Navid Kermani einen Assoziationsraum, in dem es um existenzielle Fragen ebenso geht wie um weltpolitische Fragen. Zum einen entfacht beispielsweise das ausbleibende Wasser der Gletscherschmelze in der Region Verteilungskämpfe. Zum anderen erscheinen dem Schriftsteller die Gletscher, bar des Schnees, entblößt wie einst der sterbende Vater im Krankenhaus. Und die riesigen, monochromen Bergpanoramen lassen Wanderer dort geradezu demütigend winzig erscheinen. Es ist vielleicht derjenige der drei Oster-Essays, der am meisten von mystischer Erfahrung kündet: Der Fotograf Daniel Schwartz erschafft mit Licht Kunst; in seiner Dunkelkammer erspürt Navid Kermani eine Aura, wie es sie in kaum einer Kirche noch gibt. So sind es bestimmte Orte, an welchen Kermani zufolge Extase, Freiheit und Ewigkeit erfahren werden können, ganz unabhängig von der Frage, ob man an Gott glaubt: Die Weite und Helligkeit der Natur kann eine regelrechte Trance erzeugen. Navid Kermani, geboren 1967 in Siegen, lebt als freier Schriftsteller in Köln. Er ist habilitierter Orientalist und Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung sowie des 1. FC Köln. Für seine Romane, Essays, Reportagen und Monografien wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Kleist-Preis, dem Joseph Breitbach-Preis und dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Zuletzt erschien von ihm „Morgen ist da. Reden“ sowie seine Auswahl aus dem Werk von Friedrich Hölderlin, „Bald sind wir aber Gesang“, beide im Verlag C. H. Beck.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Klosterkirche St. Anna im Lehel in München
    Zelebrant: Pfarrer Pater Hans-Georg Löffler
    Katholische Kirche

  • 11:05 Uhr
    11:05 Uhr   Sonntagsspaziergang

    Vom Eise befreit….             
    Goethes Osterspaziergang aus „Faust“
                                                          
    Hörererlebnis: China  
    Meine Suche nach Chinas großen Mauern

    Der Semmel-Segen   
    Vom Osterbrauchtum in Attendorn (Sauerland)

    Getrennt Zusammen Singen
    Ein Wiener „dislozierter“ Chor

    Jetzt wären wir gerne bei euch
    Hörergrüße weltweit

    Zurück aus Lima
    Die Rückholflüge des Lufthansa-Piloten

    In aller Munde - Die Internationale Gesprächsrunde
    Gedanken zu Ostern aus Italien und Deutschland


    Am Mikrofon: Andreas Stopp

  • 13:30 Uhr
    13:30 Uhr   Musik-Panorama

    Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

    Dmitri Kabalevsky
    Preludes op. 1, op. 5 und op. 38 für Klavier
    Präludien und Fugen op. 61 für Klavier

    Michael Korstick, Klavier

    Aufnahmen vom Februar 2017 und 2018 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

    Am Mikrofon: Klaus Gehrke

    Seit Johann Sebastian Bachs epochalem zweibändigen Werk „Das wohltemperierte Klavier“ griffen nachfolgende Komponistengenerationen immer wieder auf seine Idee zurück, Stücke in sämtlichen Dur- und Molltonarten zu schreiben. Diese musikalische Art der Gleichberechtigung fand auch im sozialistischen Realismus der Sowjetunion Gefallen: Sowohl Dmitri Schostakowitsch als auch sein zwei Jahre älterer Kollege Dmitri Kabalevsky komponierten Präludien in allen Tonarten. Kabalevskys frühe Präludien, op. 1 und 5 sind noch stark an die Werke von Alexander Skrjabin angelehnt, während die 24 Préludes, op. 38, im Kriegsjahr 1943 geschrieben, die Stärke des russischen Charakters beschwören sollten. Die Präludien und Fugen, op. 61 schließlich entstanden zu pädagogischen Zwecken und sollten jungen Klavierschülern den Zugang zum polyphonen Spiel vermitteln.

    15:05 Uhr   Corso

    Ein Lied, ein Volk, ein Fragezeichen - Populismus und Pop
    Von Ulrich Biermann

    Popmusik gilt als globales Phänomen, geprägt vor allem durch US- und britische Kultur. Das mag vielleicht für die Mitte des 20. Jahrhunderts gelten, heute gilt es längst nicht mehr. Wachsender Populismus und selbst Nationalismus finden ihren Niederschlag in Bands, Songs und Sounds. Eine, wie Kulturwissenschaftler derzeit feststellen, überraschende aber nicht neue Entwicklung. Schon nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Nation in den Charts zum Thema. Während die 60er- und 70er-Jahre versuchten, den Begriff umzudeuten und funky zu machen, wurde in den 80ern mit Symbolen des Nationalen provoziert und gewarnt. Heute gehen Schlager, Rock und selbst der Folk mit rückwärtsgewandten Bildern des Völkischen und der Heimat um.

    16:10 Uhr   Büchermarkt

    Frühjahrsbücher

    Ein Kritikergespräch mit Katharina Teutsch und Tobias Lehmkuhl über

    Ingo Schulze: „Die rechtschaffenen Mörder“
    (S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main)

    Ulla Lenze: „Der Empfänger“
    (Klett-Cotta Verlag, Stuttgart)

    Am Mikrofon: Hubert Winkels

    16:30 Uhr   Forschung aktuell

    Wissenschaft im Brennpunkt
    "Ich hätte Ihnen das gern erspart"
    Zytomegalie in der Schwangerschaft
    Von Anneke Meyer

    Ich war in der zehnten Woche schwanger, als meine Frauenärztin mich anrief: „Ich hätte Ihnen das gerne erspart, aber wir haben eine frische Cytomegalie-Infektion bei Ihnen festgestellt. Googeln Sie jetzt nicht, was das ist. Ich habe Ihnen einen Termin für morgen beim Spezialisten gemacht - dort wird Ihnen alles erklärt.” Etwa zwei Prozent der Frauen infizieren sich in der Schwangerschaft zum ersten Mal mit Cytomegalie, einer Variante des Herpesvirus. Für einen gesunden Erwachsenen ist die Infektion harmlos und läuft oft unbemerkt ab. Für ein ungeborenes Kind kann sie schwere Behinderungen oder auch den Tod bedeuten. Hochrechnungen zufolge werden alleine in Deutschland jedes Jahr über 1.500 Kinder geboren, die sich im Mutterleib mit dem Cytomegalie-Virus, kurz CMV, angesteckt haben. Damit ist CMV die häufigste angeborene Viruserkrankung und auch die häufigste Ursache für angeborene Behinderungen nicht-genetischen Ursprungs. Trotzdem kennt kaum eine Schwangere die Gefahr. In vielen Broschüren rund um Schwangerschaft und Geburt wird die Infektion nicht erwähnt. Der Test auf CMV wird von der Krankenkasse nicht übernommen. Ein effektives Präventionsprogram gibt es nicht. Eine zugelassene Behandlung der werdenden Mutter oder des neugeborenen Kindes gibt es nicht. Warum?

  • 18:10 Uhr
  • 20:05 Uhr
    21:05 Uhr   Musik-Panorama

    Neue Produktionen aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

    Oratorien zum Osterfest

    Johann Friedrich Agricola
    ,Der Gottmensch jauchzt.' Kantate zum Osterfest
    ,Die Auferstehung des Erlösers'. Oratorium zum Osterfest

    Gottfried August Homilius
    ,Frohlocket und preiset den herrschenden Sieger'. Oratorium auf Ostern, HoWV I.11

    Hannah Morrison, Rahel Maas und Bethany Seymour, Sopran
    Elisabeth Popien, Alt
    Georg Poplutz, Tenor
    André Morsch, Bass
    Kölner Akademie
    Leitung: Michael Alexander Willens

    Aufnahmen vom November 2019 aus dem Deutschlandfunk Kammermusiksaal

    Am Mikrofon: Bernd Heyder

    Johann Friedrich Agricola, Jahrgang 1720, darf als einer der wichtigsten Schüler Johann Sebastian Bachs gelten. Mit 21 Jahren ging er ins kulturell aufblühende Berlin, wo er später führende Hofkapell-Ämter übernahm. Als Komponist geistlicher Musik war Agricola vor allem für die Petrikirche tätig, in der an Ostern 1758 erstmals sein Oratorium „Die Auferstehung des Erlösers“ erklang und in einem der benachbarten Jahre seine nicht weniger klangprächtige Kantate „Der Gottmensch jauchzt“. Nach eigenem Bekunden suchte Agricola beim Komponieren „eine arbeitsame Vollstimmigkeit mit einer fließenden Leichtigkeit zu verbinden”. Diesem Ideal folgte zur gleichen Zeit in Dresden der Kreuzkantor Gottfried August Homilius - auch er vermutlich ein Bach-Schüler. Reizvolle Vergleiche zwischen seinem Oratorium „Frohlocket und preiset den herrschenden Sieger“ und den Ostermusiken Agricolas ermöglicht eine neue Deutschlandfunk-Produktion mit der Kölner Akademie unter der Leitung von Michael Alexander Willens.

  • 23:05 Uhr

    Ausdrucksstark und reflektiert
    Die Sopranistin Elsa Dreisig
    Am Mikrofon: Susann El Kassar

    Mit ihrer ausdrucksstarken Präsenz und ihrer wendigen Stimme gehört die Sopranistin Elsa Dreisig zu den prominenten Nachwuchsstars der Opernszene. Als Siegerin der Wettbewerbe Operalia und Neue Stimmen nahm ihre Karriere Fahrt auf, zunächst als Mitglied des Opernstudios der Berliner Staatsoper, seit 2017 als festes Ensemblemitglied Unter den Linden. Wie viele andere musste sie lernen, nicht zu viele verlockende Rollendebüts anzunehmen, sondern ihrer Stimme die nötige Zeit zum Entwickeln zu geben. Mit ihren bisherigen, programmatisch ambitionierten CDs „Miroir(s)“ und „Morgen“ zeigt die Französin, dass sie die inhaltliche Auseinandersetzung sucht.