Donnerstag, 22. Februar 2024

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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 21.07.2019

  • 00:05 Uhr

    Buh aus Nordwest
    Eine Lange Nacht über Opernskandale
    Von Robert Sollich
    Regie: Rita Höhne

    Alexander Kluge hat in einem populär gewordenen Wort die Oper einmal als „Kraftwerk der Gefühle“ beschrieben. In kaum einem Moment des Aufführungsbetriebs beweist sich diese Bestimmung so anschaulich wie im Opernskandal. Überschäumende Emotionen, sonst nur auf der Bühne zu sehen, springen hier regelmäßig auf wohldistinguierte Kulturbürger im Publikum über und lassen Theaterabende in Buh- und Bravostürmen versinken. ,Buh, vornehmlich aus Nordwest‘ - wie dieser berühmte Eintrag in einem Bayreuther Inspizientenbuch aus der Zeit Wieland Wagners versinnbildlicht, können Opernskandale mitunter tatsächlich fast wie Naturgewalten wirken. Woher rührt die Neigung gerade der Oper zum Skandal? Mit Blick speziell auf die legendären Schlachten der Wagner-Inszenierung (Wieland Wagner, Götz Friedrich, Patrice Chéreau) sowie die Auseinandersetzungen um die ,Heroen' des sogenannten Regietheaters (Ruth Berghaus, Hans Neuenfels) wird in dieser ,Langen Nacht' auch gezeigt, wie sich die Oper durch ihre Skandale selbst verwandelt. So liegen den Tumulten jenseits aller Folklore häufig durchaus harte Konflikte über gesellschaftliche wie ästhetische Werte und Normen zugrunde, die im Skandal bestärkt, oder aktualisiert werden.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Hören, ohne zu sehen
    Zum 80. Geburtstag des polnischen Komponisten Zygmunt Krauze

    Zygmunt Krauze
    Poemat Apollinaire'a

    Zygmunt Krauze
    Quatuor pour la naissance

    Agata Zubel, Sopran
    E-MEX Ensemble
    Marcin Stañczyk, Klangregie
    Leitung: Christoph Maria Wagner

    Aufnahme vom 28.11.2018 in der Kunst-Station Sankt Peter, Köln

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Franz Schubert
    Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello Nr. 14 d-Moll, D 810
    'Der Tod und das Mädchen'

    Aris Quartett:
    Anna Katharina Wildermuth, Violine
    Noémi Zipperling, Violine
    Caspar Vinzens, Viola
    Lukas Sieber, Violoncello

  • 06:05 Uhr

    Heizen, Fahren, Produzieren: CO2 bekommt seinen Preis

  • 06:10 Uhr

    William Byrd
    'Ad Dominum cum tribularer'. 8-stimmige Motette
    The Sixteen
    Leitung: Harry Christophers

    Gabriel Dupont
    Méditation für Orgel
    Willibald Guggenmos, Orgel

    Felix Mendelssohn Bartholdy
    'Singet dem Herrn ein neues Lied'. Psalm 98 für Soli, Chor und Orchester, op. 91
    Andrea Lauren Brown, Sopran
    Monica Groop, Alt
    Werner Güra, Tenor
    Michael Volle, Bass
    Kammerchor Stuttgart
    Deutsche Kammerphilharmonie Bremen
    Leitung: Frieder Bernius

    Johann Sebastian Bach
    'Wer nur den lieben Gott läßt walten'. Kantate am 5. Sonntag nach Trinitatis für Soli, Chor und Orchester, BWV 93
    Yeree Suh, Sopran
    Benno Schachtner, Altus
    Georg Poplutz, Tenor
    Daniel Ochoa, Bass
    Chorus Musicus Köln
    Das Neue Orchester
    Leitung: Christoph Spering

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Erstausgabe im Humboldt-Jahr - Das Berner Forschungsprojekt "Alexander von Humboldt" veröffentlicht Aufsätze und Essays

    Parlamentswahlen in der Ukraine - Ein Interview mit dem Osteuropa-Historiker Wilfried Jilge

    Wagner und die Deutschen - Ein Interview mit dem Historiker Sven Oliver Müller

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    "Fly me to the moon" - Die Mondlandung und unser Blick auf den Kosmos. Ein Interview mit dem Astrophysiker Harald Lesch

    Denk ich an Deutschland: der Schauspieler Hans-Jochen Wagner

    Am Mikrofon: Änne Seidel

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    Da kommt was an... Die Bibelerzählerin Simone Merkel
    Von Pfarrerin Angelika Obert
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 50 Jahren: Der amerikanische Astronaut Neil Armstrong betritt als erster Mensch den Mond

  • 09:30 Uhr

    Neuer Antisemitismus - Befund, Analyse, Verstehen (6/6)
    Hass im Netz
    Ingrid Brodnig im Gespräch mit Natascha Freundel

    Hass und Häme für Opfer der Konzentrationslager, Drohungen gegen jüdische Journalisten: Im Netz erstarkt der Antisemitismus. Gerade Rechtsextreme nutzen die sozialen Medien geschickt für ihre Propaganda - wehrlos ist man jedoch nicht. „Wir haben offensichtlich online ein Problem mit Antisemitismus“, schreibt Ingrid Brodnig, „Zu diesem Ergebnis kam auch eine Untersuchung der EU-Agentur für Grundrechte. Ende 2012 befragte sie 5.900 Juden in Europa. 75 Prozent der Befragten gaben an, dass Antisemitismus im Internet in ihrem Land ein Problem sei. Und fast drei von vier waren der Meinung, dass es in den letzten Jahren schlimmer geworden sei.“ Ingrid Brodnig gehört zu Netz-Kennerinnen und Online-Userinnen, die sich nicht kleinkriegen lassen. Sie klärt auf über Probleme und darüber, wie man sich wehren kann: „Das Internet sollte eigentlich ein Ort der Aufklärung sein, an dem wir Menschen ohne Vorurteile miteinander diskutieren können. Oftmals ist es jedoch eine Spielwiese für Rechtsextreme und rechte Verschwörungstheoretiker. Die sozialen Medien werden geschickt zum Lancieren falscher Meldungen und dem Verbreiten antisemitischer Vorurteile genutzt. In Zeiten hochkochenden Rechtspopulismus ist auch Antisemitismus umso stärker sichtbar. Im amerikanischen Wahlkampf ist die Stimmung dermaßen ins Radikale entglitten, dass Rechtsextreme im Frühjahr 2016 begonnen haben, vermeintlich jüdische Journalisten auf Twitter zu markieren. Das Entscheidende ist aber: Es gibt Reaktionsmöglichkeiten - wir müssen sie nur endlich nutzen.“

    Ingrid Brodnig, Publizistin, Kolumnistin und Journalistin, arbeitete für das Wiener Stadtmagazin Falter und das Nachrichtenmagazin Profil mit Schwerpunkt Medien-
    und Digitalthemen. Ihre Bücher mit den Titeln ,Der unsichtbare Mensch. Wie die Anonymität im Internet unsere Gesellschaft verändert', ,Lügen im Netz - Wie Fake News, Populisten und unkontrollierte Technik uns manipulieren' und ,Hass im Netz. Was wir gegen Hetze, Mobbing und Lügen tun können' analysieren die Kommunikationsprobleme des Internets.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Pfarrkirche Maria vom Schnee in Schleid
    Predigt: Pastor Jürgen Kämpf
    Katholische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Michael Roth, SPD, Staatsminister im Auswärtigen Amt

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Spazierfahrt auf dem Mond
    Mit den Apollo-Astronauten unterwegs

    30 Jahre nach der Einheit
    Die Elbe damals und heute

    Erinnerung an den 20. Juli 1944
    Schloss Steinort in Masuren, Stammsitz der Familie Lehndorff

    Musikalische Botschafter
    Ein deutsches Jugendorchester reist nach Japan

    Am Mikrofon: Andreas Stopp

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Die Philosophin Bettina Stangneth im Gespräch mit Michael Langer

    "Wer sagt, was wir lieber nicht hören wollen, muss draußen bleiben.“ Weil wir aber hören wollen, was sie zu sagen hat, kommt die Philosophin zu Wort. Sie hat eine Theorie der Lüge entwickelt und ihre großen Essays in einer überraschenden Trilogie des dialogischen Denkens zusammengefasst.
    Dr. Bettina Stangneth, geboren 1966, ist Philosophin und Historikerin. Sie promovierte über Immanuel Kant und schrieb über das "Böse“. Für ihr Buch "Eichmann vor Jerusalem“ wurde sie preisgekrönt. Die New York Times zählte es zu den besten Büchern des Jahres 2011. Bei Rowohlt erschien die Trilogie ihrer hochgelobten Essays "Hässliches Sehen“, "Lügen lesen“ und "Böses Denken“. Zuletzt veröffentlichte Bettina Stangneth im Felix-Meiner-Verlag die erste historisch-kritische Ausgabe der bedeutenden Schrift "Versuch über den Schwindel“ (1791) des jüdischen Philosophen und Mediziners Marcus Herz. 

  • 15:05 Uhr

    Nimmermüde Ska-Aktivisten
    Die britische Band The Specials
    Von Marcel Anders

    Es ist eine kleine Sensation: Zehn Jahre nach ihrer Reunion und 39 Jahre nach ihrem letzten Album ,More Specials’ legen die Pioniere des Ska- & ‘TwoTone’-Revivals einen neuen Tonträger namens ,Encore’ vor. Ein Werk, mit dem niemand mehr gerechnet hätte - am wenigsten The Specials selbst. Die britische Band aus Coventry hat sich über die letzten Dekaden vor allem auf das Verwalten ihres Erbes konzentriert: Mit Songs wie ,Ghost Town’, ,Gangsters’ oder ,A Message To You, Rudy’ lieferten sie in den frühen 80er-Jahren den Soundtrack zu einer bewegten sozio-politischen Zeit und zum Kampf gegen den Rassismus und Nationalismus während der Ära Thatcher. Dieses Ansinnen galt es nach Ansicht der Musiker zu ehren und zu wahren - aber keinesfalls mit neuen Kompositionen zu verwässern. Doch angesichts des aktuellen globalen Rechtsrucks scheint die Botschaft der Specials aktueller denn je. Grund genug für ein neues, starkes Album und eine ausführliche Deutschland-Tournee. The Specials - die lange Geschichte nimmermüder Ska-Aktivisten.

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Ocean Vuong: „Auf Erden sind wir kurz grandios“
    Aus dem Englischen von Anne-Kristin Mittag
    (Carl Hanser Verlag, München)
    Ein Beitrag von Insa Wilke

    Am Mikrofon: Hubert Winkels

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt
    Die Unbesiegbaren
    Leben mit resistenten Keimen
    Von Christine Westerhaus

    Bakterien sind Meister darin, sich auf unwirtliche Bedingungen einzustellen. Sie entwickeln Widerstandskräfte und geben sie an andere Keime weiter. Die Entwicklung begann mit ersten Resistenzen gegen Penicillin, inzwischen häufen sich die Fälle, in denen auch das allerletzte Antibiotikum nicht mehr wirkt. Es ist an der Zeit zu klären, wie die Waffen der Medizin geschont und verteilt werden. (Deutschlandfunk 2017)

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente

    Menschen haben viele Zugehörigkeiten - Historiker Jan Plamper über Diversität im Gespräch mit Michael Köhler

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen

    Menschliche Selbstüberschätzung - Tina Lanik inszeniert in Erl Walter Braunfels‘ "Die Vögel"

    Erste weibliche Vertreterin der Arte Povera - Zum Tod von Marisa Merz

    "Mondreisen" in der Literatur - Der Schriftsteller Ulrich Woelk im Gespräch

    Erstausgabe im Humboldt-Jahr - Das Berner Forschungsprojekt "Alexander von Humboldt" veröffentlicht Aufsätze und Essays

    Am Mikrofon: Karin Fischer

  • 18:40 Uhr

    Neues Abstammungsrecht - Gegen die Ungleichbehandlung homosexueller Paare

  • 19:10 Uhr

    Radsport - Tour de France: 15. Etappe: Limoux - Foix (185 km)
    Radsport - Die psychologische Stärke als Pfund

    Schwimmen - WM in Gwangju/Südkorea
    Schwimmen - Wasserball: Interview mit Bundestrainer Hagen Stamm

    Fechten - WM in Budapest: Damendegen & Herrensäbel Team

    Reiten - CHIO in Aachen

    E-Sport - Strampeln auf der Rolle: Ist ESport bei den Radlern die Zukunft?
    E-Sport - Intermediäre Realität - Längst Fakt oder nur Fiktion!?

    Olympia 2020 - Ein Jahr vor den Sommerspielen in Japan

    DOSB - Hörmann soll Landrat im Allgäu werden

    TV-Rechte - Das Ende der Senderexklusivität im Sport

    Am Mikrofon: Matthias Friebe

  • 20:05 Uhr

    Nichts los
    Was wurde aus der Langeweile?
    Von Olaf Karnik und Volker Zander
    Regie: die Autoren
    Produktion: SWR 2018

    Sendeschluss, Ladenschluss, Sperrstunde. Nichts ist los! Wenn nichts los war, herrschte Langeweile. Früher, in analogen Zeiten. Heute, in der digitalen Welt, ist immer was los. Und doch hat die Langeweile überlebt. Immer ist etwas los. Wir sind vernetzt, digital, immer erreichbar. Es mangelt uns nicht an Informationen oder Unterhaltung. Nie mehr Langeweile. Aber bringt die Kombination aus Gleichzeitigkeit und Überfluss, Beschleunigung und Stillstand nicht wieder neue Formen der Langeweile hervor? Langeweile zwischen Überdruss und permanenter Standby-Aufmerksamkeit? Wie fühlen sich die verschiedenen Formen der Langeweile an? Wie öde war der Alltag in der alten Bundesrepublik und warum ist es der Sonntagnachmittag auch heute noch? Was hatte es mit dem Schlachtruf ,Boredom’ im Punk auf sich? Wie produktiv ist Langeweile für künstlerische Prozesse und wie gefährlich ist der Boreout am Arbeitsplatz? Zeitzeugen, Opfer, Täter und Genießer geben Auskunft.

  • 21:05 Uhr

    Tonlagen 2019 im Festspielhaus Hellerau

    Friedrich Goldmann
    Konzert für Oboe und Orchester

    Wilfried Krätzschmar
    5. Sinfonie (UA)

    Burkhard Glaetzner, Oboe
    Elbland Philharmonie Sachsen
    Leitung: Ekkehard Klemm

    Aufnahme vom 16.3.2019 aus dem Großen Saal des Festspielhauses Hellerau

    Am Mikrofon: Anna Schürmer

    Stimmen werden erhoben oder abgegeben, sie können verstummen oder sich wechselseitig übertönen. In der gesellschaftlichen Öffentlichkeit ebenso wie im privaten Bereich ist das Alltagserfahrung. Stimmen waren auch das Grundmotiv des diesjährigen Festivals ,Tonlagen’, der Dresdner Tage der zeitgenössischen Musik im Europäischen Zentrum der Künste Hellerau. 30 Jahre nach dem Fall der Mauer richtete das Festival sein Ohrenmerk auf vergangene und gegenwärtige Stimmen Ostdeutschlands. Vier Jahrzehnte nach seiner Uraufführung brachte Burkhard Glaetzner hier Friedrich Goldmanns Oboenkonzert (1979) einmal mehr auf die Bühne. Dirigent Ekkehard Klemm stellte dem prägenden Werk mit seiner Elbland Philharmonie Sachsen die Uraufführung von Wilfried Krätzschmars groß angelegter und anspielungsreicher 5. Sinfonie (2019) gegenüber: in beiden Fällen Musik ohne Mauern und Grenzen.

  • 23:30 Uhr

    "Wir mussten komplett aufräumen"

    Gespräch mit HSV-Präsident Marcell Jansen vor dem Zweitliga-Start des Hamburger SV

    Die Fragen stellt Matthias Friebe