Montag, 22. April 2024

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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 12.01.2020

  • 00:05 Uhr

    Fremd in der Welt und frei im Leben
    Eine Lange Nacht über Jean-Paul Sartre und Albert Camus
    Von Christoph David Piorkowski
    Regie: Vera Teichmann
    (Wdh. v. 14./15.4.2018)

    Anfang der 1940er-Jahre: Im besetzten Paris begegnen sich die jungen Schriftsteller-Philosophen Jean-Paul Sartre (1905-1980) und Albert Camus (1913-1960) zum ersten Mal. Je bedrückender die Lebensverhältnisse durch die deutsche Okkupation werden, desto größer wird die Freiheit geschrieben. Die bald als Existenzialisten bezeichneten Intellektuellen feiern im Künstler- und Literatenviertel Saint-Germain-des-Prés ein intensives Leben und begeben sich gleichzeitig in den Widerstand gegen die Besatzer. In den angesagten Cafés kann man den existenzialistischen Bürgerschrecks, die in der Nachkriegszeit zu Ikonen der Philosophie werden, öffentlich beim Denken und Schreiben zuschauen. Der seit der Kindheit von Büchern umgebene Sartre und der in bitterer Armut aufgewachsene Algerienfranzose Camus thematisieren auf je eigene Weise die prekäre Existenz des Individuums in einer absurden und gottlosen Welt. Ab den 1950er-Jahren engagieren sich Sartre und seine nicht minder populäre Lebensgefährtin Simone de Beauvoir immer stärker für den Kommunismus. Mit dem politisch gemäßigteren Moralisten Camus kommt es darüber zum Bruch. Als Persona non grata wird der einst von der Pariser Intelligenz aufgenommene Aufsteiger aus Algier nun aus deren Mitte verbannt. Bis zu seinem Unfalltod im Jahr 1960 zieht sich Albert Camus auf ein Leben und Denken im Zeichen der mittelmeerischen Sonne zurück. Jean-Paul Sartre schwört dem orthodoxen Kommunismus ab und wahrt seine Stellung als einer der tonangebenden Linksintellektuellen des 20. Jahrhunderts.

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Georg Friedrich Haas
    La profondeur

    Lisa Streich
    Fikonträdet

    Chrichan Larson
    Czarne Latawce

    Ensemble Reflektion K
    Ensemble Lipparella

    Mitschnitte vom Festival Provinzlärm in Eckernförde

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Stanisław Moniuszko
    Quintett für 2 Violinen, Viola, Violoncello und Klavier, op. 34

    Plawner Quintet:
    Piotr Pławner, Violine
    Sibylla Leuenberger, Violine
    Elżbieta Mrożek-Loska, Viola
    Isabella Klim, Violoncello
    Piotr Sałajczyk, Klavier

  • 06:05 Uhr

    Erste Koalitionsregierung in Spanien

  • 06:10 Uhr

    Henry Purcell
    'O sing unto the Lord'. Verse anthem für Soli, Chor, Streicher und Basso continuo, Z 44
    David Thomas, Bass
    Choir of Christ Church Cathedral Oxford
    The English Concert
    Leitung: Simon Preston

    Dietrich Buxtehude
    'Cantate Domino'. Kantate für Soli, Chor und Basso continuo, BuxWV 12
    Amaryllis Dieltiens, Sopran
    Marina Smolders, Sopran
    Currende
    Leitung: Erik van Nevel

    Dietrich Buxtehude
    Präludium für Orgel F-Dur, BuxWV 145
    Harald Vogel, Orgel

    Johann Sebastian Bach
    'Meinen Jesum lass' ich nicht'. BWV 124
    Yeree Suh, Sopran
    Benno Schachtner, Altus
    Georg Poplutz, Tenor
    Tobias Berndt, Bass
    Chorus Musicus Köln
    Das Neue Orchester
    Leitung: Christoph Spering

    Hugo Distler
    'Singet dem Herrn ein neues Lied'. Psalmmotette für vierstimmigen Knabenchor a cappella, op. 12 Nr. 1
    Dresdner Kreuzchor
    Leitung: Rudolf Mauersberger

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Die Ukraine auf dem Weg zum Frieden? Ein Dortmunder Abend für und mit dem Filmemacher Oleg Senzow

    40 Jahre "Grüne". Ein Interview mit Ralf Fücks, Leiter des „Zentrum Liberale Moderne“

    Pulverfass Iran/Irak: Ein Interview mit dem Publizisten Jürgen Todenhöfer

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    „Ich glaube an den Gottesdienst..“ Christliche Spuren im Werk von Nobelpreisträger Peter Handke
    Von Johannes Schröer
    Katholische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 75 Jahren: Die Winteroffensive der Roten Armee gegen die deutsche Ostfront beginnt

  • 09:30 Uhr

    Identitäten (6/7)
    Farbe bekennen
    Von Mahret Ifeoma Kupka
    (Teil 7 am 19.1.2020)

    Mit Jackie Thomaes ,Brüder’ war 2019 ein Roman für den Deutschen Buchpreis nominiert, der von zwei schwarzen deutschen Männern erzählt. Mahret Kupka zufolge wurde Thomae in Rezensionen vor allem deshalb so dafür gelobt, weil sie mit ihrer eher unpolitischen Erzählung zu vermitteln schien, dass Deutschland kein Problem mit Rassismus habe.
    Die Geschichte schwarzer Deutscher ist weitgehend unbekannt, dabei leben heute schätzungsweise mehr als 500.000 Schwarze mit deutscher Staatsangehörigkeit in Deutschland. Schwarze deutsche Geschichte ist mehr als Migrationsgeschichte. Sie reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück und findet ihren ersten Höhepunkt in den deutschen Kolonien. Um Rassismus in Deutschland heute begreifen zu können, ist es notwendig, über historische Kontinuitäten nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus zu sprechen. Doch statt die eigene Geschichte aufzuarbeiten, weicht der deutsche Blick gerne in Länder wie die USA aus, entweder um rassistische Diskriminierung im Vergleich zu relativieren oder um antirassistische Diskurse unreflektiert zu übernehmen. Beides blendet Spezifika der deutschen Situation aus.
    Mahret Ifeoma Kupka, geboren 1980 in der Nähe von Frankfurt am Main, studierte Kunstwissenschaft/Medientheorie, Philosophie, Ausstellungsdesign und VWL. Als Kuratorin und freie Autorin befasst sie sich mit Mode und Körperlichkeit als sozialen Konstrukten. Aktuell beschäftigt sie sich mit der Möglichkeit, die kulturellen Beziehungen zwischen Europa und Afrika postkolonial neu zu ordnen.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Lutherkirche in Hamburg-Wellingsbüttel
    Predigt: Pastorin Gesina Bräunig
    Evangelische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Stephan Harbarth, Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Kulturlandschaftliches Erlebnis
    Die Lindenallee von Schönböken (Schleswig-Holstein)

    Das neue Stück von Kabul
    Der Darul-Aman Palast in Afghanistans Hauptstadt

    Sehnsuchtsort in Schottland
    John o' Groats, nördlichster Punkt des britischen Festlands

    Zum Verzweifeln
    Fliegen mit gutem oder schlechtem Gewissen?

    Reisetagebuch
    Simone de Beauvoir: ,Amerika Tag und Nacht', 1947

    Am Mikrofon: Andreas Stopp

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Der Literaturkritiker Volker Hage im Gespräch mit Joachim Scholl

    „Man weiß immer genau, was er sagen will …“ hat Marcel Reich-Ranicki einmal bewundernd über ihn geurteilt. Auch durch seine klare Sprache wurde Volker Hage zu einem der einflussreichsten Literaturkritiker Deutschlands. Jetzt schreibt er selbst Romane. Bei den großen deutschen Zeitungen hat Volker Hage, Jahrgang 1949, gearbeitet: Bei der FAZ fing er mit 26 Jahren an, in der ZEIT wurde er Literaturchef, beim SPIEGEL prägte er dann über Jahrzehnte das literarische Profil des Blattes. Nach zahlreichen literaturkritischen Büchern wechselte Volker Hage im Ruhestand die Seiten: Zwei Romane gibt es mittlerweile von ihm. Volker Hage erzählt von dieser neuen Rolle, den goldenen Zeiten des Feuilletons und beurteilt in den ,Zwischentönen’ den aktuellen Zustand der Literaturkritik.

  • 15:05 Uhr

    Ach neige, Du Schmerzensreiche!
    Die seelentröstenden Gesänge der Heather Nova
    Von Fabian Elsäßer

    Singt eine junge Frau von Schmerz und Sehnsucht, lautete früher der Konsens der maskulin dominierten Musikpresse reflexhaft: schutzlos und zerbrechlich. Heather Nova ereilten diese Zuschreibungen schon früh in ihrer Karriere, mochten die E-Gitarren noch so zornig an ihren Songs zerren. Doch auch im Falle der in der Tat zierlichen Singer-Songwriterin von den Bermudas steckt im Klischee etwas Wahrheit. Ihre besten Texte und Lieder seien meistens in Lebensphasen entstanden, in denen es ihr nicht gut ging, hat Heather Nova einmal erklärt. Aber Trauer beinhalte für sie eben auch Hoffnung. Diese Haltung verbindet frühe Erfolgsalben wie ,Oyster’ von 1994 nahtlos mit dem 2019 erschienenen ,Pearl’.

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Sarah Kirsch, Christa Wolf: „Wir haben uns wirklich an allerhand gewöhnt“ - Der Briefwechsel
    (Suhrkamp Verlag, Berlin)
    Ein Beitrag von Carola Wiemers

    Am Mikrofon: Hubert Winkels

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt
    Superlicht als Strukturhilfe
    In Rumänien startet der sträkste Laser der Welt
    Von Frank Grotelüschen

    In den nächsten Wochen startet mit ELI der stärkste Laser der Welt. Die Anlage verteilt sich auf Ungarn, Tschechien und Rumänien, wo das von der EU finanzierte Milliardenprojekt hoch willkommen ist, um der Abwanderung von Fachkräften entgegenzuwirken. Doch hinter den Kulissen knirscht es.

  • 17:05 Uhr

    Debatten und Dokumente
    Geben und Nehmen: Technologie- und Kulturtransfer über die Seidenstraße. Mayke Wagner, Wissenschaftliche Direktorin der Eurasien-Abteilung des DAI im Gespräch

  • 17:30 Uhr

    Berichte, Meinungen, Rezensionen
    „The Cold Trip“ - Ein Schubert-Hörtheater von Bernhard Lang

    "Im Westen nichts Neues" - Mina Salehpour adaptiert E. M. Remarques Roman am Staatsschauspiel Dresden

    Bei Anruf Raubkunst - Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste richtet einen "Help Desk" ein
    Kunsthistorikerin Susanne Meyer-Abich im Gespräch

    "Ein Künstlerpaar der Moderne" - Eine Ausstellung im Edwin Scharff Museum in Ulm

    Am Mikrofon: Doris Schäfer-Noske

  • 18:40 Uhr

    Die Debatte um einen "Deutschen Islam" - Zwischen Koran und Grundgesetz

  • 19:10 Uhr

    Handball-EM - Vor dem dritten Gruppenspiel gegen Lettland: Kollegengespräch mit ARD-Reporter
    Danie l Neuhaus

    Handball - Wo steht der deutsche Handball? Interview mit Handballer Holger Glandorf

    Sportpolitik - Wie der Iran über Sport Politik macht

    Skispringen - Weltcup der Frauen in Sapporo
    Skispringen - Weltcup in Val di Fiemme

    Skispringen - Was macht den Reiz der Normalschanze aus? Interview mit Ex-Skispringer Toni Innauer

    Ski nordisch - Langlauf-Weltcup in Dresden

    Breitensport - Bundestag debattiert über Schwimmbadinfrastruktur

    Ski alpin - Weltcup-Slalom der Männer in Adelboden
    Ski alpin - Weltcup-Kombination der Frauen in Altenmarkt-Zauchensee

    Biathlon - Weltcup in Oberhof (Massenstart) Kollegengespräch mit ARD-Reporter Thomas Kunze

    Eisschnelllauf - Mehrkampf-EM in Heerenveen

    Rodeln - Weltcup in Altenberg

    Volleyball - Olympiaqualifikation Frauen: Finale (17:30 Uhr)
    Volleyball - Olympia mit deutscher Beteiligung? Interview mit Christian Dünnes, Sportdirektor DVV

    Basketball - Pokal-Halbfinale: Brose Bamberg - ALBA Berlin (18:00 Uhr)

    Fußball - Zum Finale des spanischen Supercups: Wenn der Fußball mit der Diktatur

    Am Mikrofon: Matthias Friebe

  • 20:05 Uhr

    Johnny und Rick
    Fiktives Dokument einer künstlerischen Wiedergeburt
    Von Heiko Behr
    Regie: Iris Drögekamp
    Produktion: SWR 2019

    1994 ist Johnny Cash am Ende. Wieder einmal. Da trifft er auf den berühmten und charismatischen Produzenten Rick Rubin. Er möchte Cash aus der Sackgasse helfen. Cash blüht auf. Der Produzent, der so unterschiedliche Künstler wie Run DMC, die Beastie Boys, die Red Hot Chili Peppers oder Slayer groß gemacht hat, bereitet auch ihm einen neuen Weg. Es entsteht eine einzigartige Zusammenarbeit. Resultat ist das 81. Album von Johnny Cash, das sie in Rubins Wohnzimmer aufnehmen - nur mit Stimme und Gitarre. Es heißt ,American Recordings’ und wird weltweit zu einem großen Erfolg. Autor Heiko Behr ist beim Treffen der beiden Giganten dabei gewesen. Zumindest in seiner Fantasie. Und da hat er gehört, wie sich Country-Star Johnny Cash an seine Zeit in Deutschland erinnert, Anfang der 1950er-Jahre, als Cash im bayerischen Landsberg als Funker stationiert war - und seine erste Gitarre gekauft hat.

  • 21:05 Uhr

    Beethovenfest Bonn 2019

    Robert Schumann
    ,Das Paradies und die Peri'. Dichtung aus ,Lalla Rookh' von Thomas Moore für Solostimmen, Chor und Orchester, op. 50

    Sarah Wegener, Sopran (Peri)
    Katja Stuber, Sopran (Jungfrau)
    Valentina Stadler, Mezzosopran (Engel)
    Werner Güra, Tenor (Erzähler)
    Le Cercle de l'Harmonie
    Leitung: Jérémie Rhorer

    Aufnahme vom 8.9.2019 aus dem World Conference Center Bonn

    Am Mikrofon: Thilo Braun

    Die Handlung von Robert Schumanns Opernoratorium ,Das Paradies und die Peri’ wirkt etwas veraltet: Eine verstoßene Engelsfigur sucht nach einem Weg zurück ins Paradies und singt dabei spätromantische Erlösungsphantasien: Helden- und Liebestod werden besungen, am Ende bringt die Reue eines alten Sünders allen das Seelenheil. Wer das Werk auf seine Handlung reduziert, übersieht jedoch Frische und Farbenfreude der Musik Robert Schumanns. Dirigent Jérémie Rhorer zeigte in seinem Konzert mit ,Le Cercle de l’Harmonie’ in Bonn, wie überschäumend vor Einfällen sie ist. Da flattern Engelsflügel in zarten Geigentremoli, fahle Flötenklänge bringen Pest und Tod. Die historisch-informierte Aufführungspraxis schenkt dem exzellenten Sängerensemble Freiheiten: Flüsternde Sprachlosigkeit trifft auf vibrierende Kraft, bei großem Bewusstsein für Bedeutung und Hintersinn der Worte.

  • 23:30 Uhr

    Verletzungen und Belastungen im Handball

    mit dem Handball-Torwart Marcus Rominger und
    Sportarzt Kai Fehske, Uniklinik Würzburg

    Die Fragen stellt Maximilian Rieger