Sonntag, 05. Februar 2023

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Programm: Vor- und RückschauSonntag, 01.05.2022

  • 00:05 Uhr

    Ich gehe in ein anderes Blau
    Eine Lange Nacht über den Dichter Novalis
    Von Burkhard Reinartz
    Regie: der Autor

    Vor 250 Jahren kam Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, der sich Novalis nannte, zur Welt. In seinem kurzen Leben von nur 28 Jahren prägte der Dichter, Philosoph, Bergbauingenieur und spirituelle Erneuerer die Epoche der Frühromantik. Romantik war für Novalis nichts Nebulöses oder sentimental Kitschiges: „Die Welt romantisieren heißt, sie als Kontinuum wahrzunehmen, in dem alles mit allem zusammenhängt.“ Nicht die Fantasie war der Ort seiner romantischen Ideale, er wollte das praktische Leben selbst verändern. Poesie umfasste für ihn nicht allein die Dichtung, sondern alle menschlichen Aktivitäten. „Die Poesie ist das absolut Reelle. Dies ist der Kern meiner Philosophie - je poetischer, je wahrer!“ Damit nahm er visionär das vorweg, was Joseph Beuys zwei Jahrhunderte später als Aufgabe der Kunst betrachtete. Wenn heute zunehmend der Ruf nach einer neuen Aufklärung auftaucht, erweist sich Novalis auch darin als Vorreiter. Einer empiristischen Weltsicht, die das Leben auf Messbares beschränken wollte, hielt er eine Weltanschauung entgegen, in der sich Verstand und Gefühl, exakte Naturwissenschaft und Poesie schöpferisch ergänzen. „Wir werden die Welt nur verstehen, wenn wir uns selber verstehn, weil wir und sie integrante Hälften sind. Das größeste Geheimnis ist der Mensch sich selbst“. Wie aktuell Novalis’ Denken heute noch ist, zeigt sein Einfluss auf Künstler der Gegenwart wie Rolf Dieter Brinkmann. Der Schriftsteller griff das berühmte romantische Bild der Blauen Blume aus Novalis’ Roman „Heinrich von Ofterdingen“ in der Gedichtzeile auf: „Ich gehe in ein anderes Blau.“

  • 02:05 Uhr
    02:07 Uhr   Klassik live

    Michael Denhoff
    …immerhin… Für 2 Klarinetten und Streichquartett, op.120 (UA)

    Misato Mochizuki
    Brains. Streichquartett Nr 2

    Mike Svoboda
    maybe yes, maybe no. Für 2 Klarinetten und Streichquartett (UA)

    Malika Kishino
    "Nox" (Gold and Silver). Für 2 Klarinetten und Streichquartett (UA)

    Beate Zelinsky / David Smeyers, Klarinetten
    Asasello Quartett

    Aufnahme vom 23.4.2021 aus dem Japanischen Kulturinstitut, Köln

    03:05 Uhr   Heimwerk

    Jan Václav Hugo Voříšek
    Sonate für Violine und Klavier G-Dur, op. 5

    Marie Radauer-Plank, Violine
    Henrike Brüggen, Klavier

  • 06:05 Uhr

    Steigende Preise, steigende Löhne? Die Rolle der Gewerkschaften angesichts hoher Inflation

  • 06:10 Uhr

    Johann Rosenmüller
    "Misericordias Domini". Motette für Sopran, Streicher und Basso continuo
    Raquel Andueza, Sopran
    Gli Incogniti
    Leitung und Violine: Amandine Beyer

    Wilhelm Weismann
    "Der Herr ist mein Hirte" für 5-stimmigen Chor a cappella
    Calmus Ensemble

    Dietrich Buxtehude
    Praeludium g-Moll, BuxWV 149
    Rolf Müller, Orgel

    Johann Sebastian Bach
    "Du Hirte Israel, höre". Kantate für Tenor, Bass, Chor und Orchester, BWV 104
    Paul Agnew, Tenor
    Klaus Mertens, Bass
    Amsterdam Baroque Choir and Orchestra
    Leitung: Ton Koopman

  • 07:05 Uhr

    Aktuelles aus Kultur und Zeitgeschehen

    Zur Symbolik des CSU-Parteitages - Stimmungsbarometer ein Jahr vor dem Wahlkampf

    "Die Soldatenmatrix" - Der Krieg und archaische Emotionen. Ein Interview mit dem Psychoanalytiker Christoph Seidler

    Vom Sinn der Arbeit - Ein Interview mit dem Philosophen Michael Andrick

    07:50 Uhr   Kulturpresseschau

    Auszüge aus den Feuilletons der Woche

    Das Reisen und die Suche nach uns selbst - Ein Interview mit dem Publizisten Christian Schüle

    Denk ich an Deutschland: der Philosoph und Autor Christian Zippel

    Am Mikrofon: Adalbert Siniawski

  • 08:35 Uhr

    Religiöses Wort
    An eurer Seite! Christian Herwartz - ein Leben jenseits der Komfortzone
    Von Pfarrer Jörg Machel
    Evangelische Kirche

  • 08:50 Uhr

    Aus deutschen und ausländischen Zeitungen

  • 09:05 Uhr

    Vor 70 Jahren: Die Bundesanstalt für Arbeit nimmt ihre Tätigkeit auf

  • 09:10 Uhr

    Kammermusik

  • 09:30 Uhr

    Machtfragen
    Hilft Vernunft gegen Missbrauch?
    Von Petra Morsbach
    (Wdh. v. 28.2.2021)

    Können Unmächtige mit legalen Mitteln einem Machtmissbrauch abhelfen? Petra Morsbach sagt: Im Prinzip ja, nie war das leichter als bei uns heute. Aber die Unmächtigen wollen nicht. Der Essay ist ein Versuch über die Ohnmacht der Vernunft zwischen Sicherheitsdenken und der Sehnsucht nach Freiheit, Opportunismus und Protest. Eine Fundgrube von Absurditäten und Paradoxien, mit aktuellen und alten Zeugnissen, Poesie - und einem Hoffnungsschimmer. Petra Morsbach (*1956) war früher Theaterregisseurin und ist heute freie Schriftstellerin von Romanen und Essays. 2017 erschien „Justizpalast. Roman“, 2020 der Essay „Der Elefant im Zimmer. Über Machtmissbrauch und Widerstand”.

  • 10:05 Uhr

    Übertragung aus der Kirche St. Mariä Himmelfahrt in Mülheim a.d.R.
    Zelebrant: Pfarrer Christian Böckmann
    Katholische Kirche

  • 11:05 Uhr

    Jörg Hofmann, Vorsitzender der Industriegewerkschaft Metall

  • 11:30 Uhr

    Reisenotizen aus Deutschland und der Welt

    Hölle, Fegefeuer, Paradies
    Die "Straße der Leuchttürme" in der Bretagne

    Seiner Zeit weit voraus
    Der Gottorfer Globus aus dem 17. Jahrhundert

    Die singende Lokomotive
    Töne und Klänge aus dem Wiener Bahnhof

    Sielmanns Erbe
    Reise in die Döberitzer Heide

    Heimat der Rockefellers
    Das einstige Rockenfeld am Rhein

    Am Mikrofon: Andreas Stopp

  • 13:30 Uhr

    Musik und Fragen zur Person
    Die Frauen-Finanzberaterin Helma Sick im Gespräch mit Anna Seibt

    Als Geschäftsführerin des ersten Münchner Frauenhauses wurde ihr schon in den 70er-Jahren klar: Frauen können nur selbstbestimmt leben, wenn sie über eigenes Kapital verfügen. Also studierte sie während der Elternzeit Betriebswirtschaft und gründete das Finanzberatungsunternehmen „Frau & Geld“. Dem steht sie, neben ihrer Tätigkeit als Autorin, auch mit über 80 Jahren noch immer vor.

  • 15:05 Uhr

    Das Magazin - Neues aus der Szene
    Am Mikrofon: Tim Schauen

  • 16:10 Uhr

    Buch der Woche

    Wolfram Lotz: „Heilige Schrift I“
    (S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main)
    Ein Beitrag von Shirin Sojitrawalla

    Am Mikrofon: Wiebke Porombka

  • 16:30 Uhr

    Wissenschaft im Brennpunkt
    Hochkulturlandschaften
    Menschheitsgeschichte im Laserscan
    Von Lucian Haas

    Seit über 100 Jahren werden die Maya und Khmer erforscht, bekannt sind sie für ihre steinernen Pyramiden wie Tikal oder die Tempelanlagen von Angkor Wat. Vieles von dem, was wir über sie wissen, rankt sich um diese steinernen Prachtbauten der Macht, denn die haben am längsten überdauert. Aber wer waren die Menschen, die sich um diese Monumente geschart haben? Wie groß war die Bevölkerung und wo lebte sie?
    In den letzten fünf bis zehn Jahren hat sich der Blick auf die antiken Hochkulturen grundlegend gewandelt. Auslöser der Revolution ist LiDAR - eine Technik, mit der sich aus der Luft mit Lasern die Geländeformen ganzer Landstriche selbst unter dichtem Urwald scannen lassen. Die LiDAR-Vermessungen zeigen unter anderem, dass die Zentren der Maya und Khmer ausgedehnte Metropolen waren. Und wo heute teils dichter Dschungel wuchert, finden sich überall Spuren einer früheren, nachhaltig genutzten Kulturlandschaft. Dabei verändert die Technik die Arbeitsweise der Archäologen von Grund auf. Statt lokaler Grabungsspots nehmen sie ausgedehnte Gebiete ins Visier. Die Fülle der anfallenden Daten verlangt nach Innovation auch bei der Auswertung. Ohne künstliche Intelligenz wäre LiDAR nur halb so fruchtbar.

  • 17:05 Uhr

    Menschenzentriert und nachhaltig - Lisa Jaspers über die Zukunft der Arbeitswelt im Gespräch mit Karin Fischer

  • 17:30 Uhr

    "sounding archives": Kuratorin Uljana Wolf über die Themen des Weltliteratur-Festivals "poetica" in Köln

    Hausherr inszeniert - Andreas Homoki mit Wagners "Rheingold" in Zürich

    "Brüste und Eier" - Christopher Rüping inszeniert nach Mieko Kawakami am Thalia Theater in Hamburg

    Zeitzeugen aus Kiew: Zum 77. Jahrestag der Befreiung der KZ Ravensbrück

    Am Mikrofon: Anja Reinhardt

  • 18:10 Uhr
    18:35 Uhr  
  • 18:40 Uhr

    Ethik und Elternglück: Kassen zahlen Schwangeren Bluttests auf Down-Syndrom

  • 19:10 Uhr

    Radsport - Rennen am 1. Mai "Eschborn - Frankfurt"
    Radsport - Italienische Kletterpartie: 55.000 Höhenmeter beim Giro

    Tennis - ATP-Turnier der Herren in München: Finale

    München 2022 - 100 Tage bis zu den European Championships

    DEL - Play-Off Finale, 2. Spiel: EHC Red Bull München - Eisbären Berlin

    Handball - Bundesliga, 28. Spieltag: SC Magdeburg - Füchse Berlin
    Handball - Auf dem Weg zum Meistertitel? Euphorie beim SC Magdeburg
    Handball - Bundesliga, 28. Spieltag: THW Kiel - MTV Melsungen

    Basketball - Bundesliga, 34. Spieltag: Alba Berlin - Heidelberg
    Basketball - Eisvögel Freiburg zum ersten Mal Meisterinnen?

    Schiedsrichter-Debatte - Gibt es in der Bundesliga ein Problem mit Fehlentscheid
    Sponsoren - Wie man zur mehr Ethik im Geschäft kommt

    Snooker - Weltmeisterschafts-Finale in Sheffield

    Am Mikrofon: Matthias Friebe

  • 20:05 Uhr

    Weltfischbrötchentag
    Eine kleine norddeutsche Kulturgeschichte
    Von Peter Schanz
    Regie: Sven Stricker
    Mit Jürgen Uter, Achim Buch und Anne Weber
    Ton und Technik: Christian Alpen, Sabine Kaufmann, Sven Kohlwage, Sebastian Ohm und Alica Wisotzky
    Redaktion: Thilo Guschas
    Produktion: NDR 2019
    Länge: 49‘53

    Es gehört zum Norden Deutschlands wie Deich und Dünung, wie Ebbe und Flut: das Fischbrötchen! Aber ist es ein Grundnahrungsmittel? Eine Delikatesse? Oder ein Stück Weltanschauung?
    Ist es nur etwas Schnelles für auf die Hand, oder doch etwas Essenzielles, ein Impulsgeber für das große Gefühl von Weite, Fernweh und Ozean? Wer hat es erfunden? War es jener Fischer an den Ufern des Sees Genezareth im Jahre 34 oder die Frau eines Dorschanglers aus Eckernförde im Advent 1872, wenige Tage nach der großen Sturmflut? All diese Fragen schreien nach Antworten. Eine Reise zu den Hotspots der Fischbrötchen-Szene im Lande und zu den Erfindern des Weltfischbrötchentags in Schleswig-Holstein.

  • 21:05 Uhr

    Giacomo Puccini
    Tosca (Ausschnitte)

    Floria Tosca: Melody Moore, Sopran
    Mario Cavaradossi: Stefan Pop, Tenor
    Baron Scarpia: Lester Lynch, Bariton
    Cesare Angelotti: Kevin Short, Bass
    Rundfunkchor Berlin
    Kinderchor der Deutschen Oper Berlin
    Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin
    Leitung: Carlo Montanaro

    Aufnahme vom 13.4.2022 aus dem Haus des Rundfunks, Berlin

    Am Mikrofon: Haino Rindler

    Die Oper „Tosca“ von Puccini erzählt packend von Machtmissbrauch, Liebe und Verrat. Das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin führt sie konzertant auf und zeigt so, dass dieses Werk auch ohne Szenerie und Kostüme mitreißt.

  • 23:05 Uhr
  • 23:30 Uhr

    Privilegiert und trotzdem ausgebeutet? Arbeitsbedingungen von Spitzensportlern

    Gesprächsteilnehmer:
    Benno Möhlmann, Fußballtrainer und Johannes Herber, Geschäftsführer Athleten Deutschland

    Die Fragen stellt Marina Schweizer